Theater

Transparente Masken lassen Mimik erkennen

Dajana Berkenkopf spiel die böse Stiefmutter. Handschuhe werden in der Corona-Krise zur wichtigen Requisite. Fotos: Christian Beier
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Dajana Berkenkopf spiel die böse Stiefmutter. Handschuhe werden in der Corona-Krise zur wichtigen Requisite.

Stadtensemble probt für „Aschenputtel und der Prinz“ im Theater-Foyer – Premiere soll im Dezember stattfinden.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Wenn sich die böse Stiefmutter von Aschenputtel über deren vermeintliche Faulheit aufregt und mit spitzen Fingern minimale Staubreste von den Möbeln in die Höhe hält, tut sie das mit Handschuhen – und ansonsten auch unter Corona-Bedingungen: Das Stadtensemble unter der Regie von Michael Tesch ist kurzerhand für die Proben zum diesjährigen Weihnachtsstück „Aschenputtel und der Prinz“ ins Theater-Foyer gezogen, zum zweiten Lockdown für die Kultur Anfang November.

Sylvie Wester-Stamm mit der transparenten Maske für Schauspieler, damit die Mimik erkennbar ist.

Dort ist Platz genug für den derzeit gebotenen Abstand zwischen den Protagonisten. Darüber hinaus gilt eine Maskenpflicht. Um die für Schauspieler unersetzliche Mimik nicht zu verstecken, stehen dem Team besondere Masken zur Verfügung, die durchsichtig sind. Requisiten sind streng nur denen zugeordnet, die sie später auf der Bühne benutzen dürfen – mit den bereits erwähnten Handschuhen, die als Mode-Accessoires clever in die Handlung integriert sind. „Ein Prinz oder ein König hatte so etwas immer und auch für eine Köchin ist ein Handschuh als Arbeitsschutz glaubhaft“, erläutert Michael Tesch.

„Wir erarbeiten gerade eine Spielfilm-Version des Stückes.“
Michael Tesch, Regisseur, über eine Alternative zur Premiere im Pina-Pausch-Saal

Schon im Sommer hatte er mit seinem Team die Geschichte vom Aschenputtel und seinem Leid bei der ungerechten Stiefmutter und den ätzenden Stiefschwestern bis zum Prinzen-Happy-End coronabedingt verändert. Gekürzt auf 60 Minuten und die Zahl der Darsteller deutlich reduziert, sah sich das Stadtensemble gut aufgestellt. Mitnichten. Es folgte eine Anpassung an neue Faktenlagen nach der anderen. „Stufe 2“ etwa war die Reduzierung der erlaubten Zuschauerzahl, die bedeutete, mehr Vorstellungen geben zu müssen. „In Absprache mit dem Ordnungsamt, dem wir ein ausgeklügeltes Hygienekonzept vorgelegt hatten, hätten 250 Zuschauer pro Vorstellung im Pina-Bausch-Saal sein können“, sagt Anna Frantzen vom Kulturmanagement und ertappt sich dabei, den Konjunktiv zu benutzen. Denn längst hat sich nicht nur bei ihr berechtigter Zweifel eingeschlichen, ob die Vorweihnachtsaufführungen ab dem 14. Dezember stattfinden dürfen, aller sorgfältigen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz.

„Sollte der ,Lockdown light‘ nicht Ende November durch sein, war’s das“, sagt sie, mag aber die Hoffnung auf ein Happy End nicht aufgeben. So wie auch Michael Tesch, für den die Idee, die Schulferien vorzuziehen bedeutet, dass die Aufführungstermine nach vorne gezogen werden müssten. „Das würde heißen, wir müssen mehr Gas beim Proben geben.“ So oder so ginge es aber ab Dezember auf die Bühne, um dann in der noch im Bau befindlichen Kulisse zu proben.

Was aber, wenn Auftritte nicht möglich sein sollten? „Dafür erarbeiten wir gerade eine Art Spielfilm-Version des Stückes, das am eigentlichen Premierentag über unseren Video-Kanal zu streamen wäre“, sagt Tesch. „Und sobald wir dann wieder dürfen im neuen Jahr, spielen wir Aschenputtel ,richtig‘. Alle Karten behalten ihre Gültigkeit.“ Der Umstand, nicht zu wissen, wie es kommt, belastet die Stimmung im Ensemble. Dennoch: Wenn es ans Spielen geht, spürt man die Lust an der Sache. Lena Hogekamp in der Hauptrolle mag zum Beispiel an Aschenputtel, dass „die kein süßes Disney-Prinzesschen ist, sondern Profil hat.“

Termin

Wenn es dabei bleibt, dass die Schulferien bereits am 21. Dezember starten, müssen Aufführungstermine verlegt werden. Exakte Informationen werden vom Kulturmanagement noch bekannt gegeben. Nach ursprünglicher Planung wäre die Premiere am 14. Dezember um 12 Uhr.

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