Konzert

Tosender Applaus für Händels „Messiah“

Chor und Solisten trugen mit Arien, Rezitativen und Begleitung durch die Handlung des operngleichen Händel-Werks.
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Chor und Solisten trugen mit Arien, Rezitativen und Begleitung durch die Handlung des operngleichen Händel-Werks.

Dorper Kantorei bot ein anspruchsvolles Konzert und überzeugte auf ganzer Linie.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Das nachdrückliche und fulminante „Amen“ von Chor, Orchester und Solisten setzte am Sonntagabend einen nachdrücklichen Punkt hinter Händels „Messiah“. Damit aber nicht genug. Das restlos begeisterte Publikum in der Dorper Kirche forderte mit seinem nicht enden wollenden donnernden Applaus im Stehen eine Zugabe. Und so war es schließlich das „Halleluja“ aus dem zweiten Teil des Oratoriums, mit dem sich die Protagonisten des große Verkündigungswerks aus der Feder des barocken Kompositionsmeisters von ihren Zuhörer verabschiedeten und aus dem Schlusspunkt ein großes Ausrufezeichen machten.

Der Chor überzeugt immer wieder mit Energie und Singfreude

Gute zwei Stunden lang hatte die Dorper Kantorei gemeinsam mit einem knapp 20-köpfigen Kammerorchester und vier stimmstarken Solisten einen beeindruckenden Klangteppich in der Kirche ausgerollt. Der nachgeholte, 60. Geburtstag des Chores wurde damit zu einer besonderen Feier für alle. Pfarrer Joachim Römelt bezeichnete die Kantorei in seinen Begrüßungsworten als Hausherr in Dorp als „Kraftquelle in kraftraubender Zeit“.

Auf geniale Weise vertonte Händel – übrigens in der schier unglaublichen Schaffenszeit von nur drei Wochen – die Bedeutung Jesu für den christlichen Glauben. Das dreiteilige Meisterwerk schildert den Lebensweg des „Gesalbten“ (die wörtliche Bedeutung des aus dem Hebräischen stammenden Begriffs des Messias) von der Verkündigung über die Geburt bis zum Tod am Kreuz und zur Offenbarung. Händel reiht dabei eine beachtliche Anzahl barocker „Superhits“ aneinander. Neben dem mit gigantischer Strahlkraft gen Himmel aufsteigenden „Halleluja“ bedient er sich dabei immer wieder der für seine Epoche beliebten Lautmalerei. Sensibel und technisch gut herausgearbeitet erklangen so die Geißelung bei „Surely“ oder die Kreuzigung bei „And with his Stripes“ , in der die Notenwerte wie Peitschenhiebe beziehungsweise Hammer-Schläge herunterknallen. In „Their sound is gone out“ wird jede Stimmlage durch die Oktave geführt, die symbolisch für Erlösung und Ewigkeit steht.

Neben dem Chor, der immer wieder mit Energie und Singfreude überzeugte, trugen die Solisten mit ihren Arien, Rezitativen und Begleitungen durch die Handlung des operngleichen Werks. Spontan war Tenor Marcus Elsäßer für den erkrankten Ferdinand Junghänel eingesprungen und ließ mit seiner klaren starken Stimme keine Wünsche offen. Bassist Harald Martini, in Dorp kein unbekannter Gast, sorgte mehr als einmal mit seinem tiefen satten Sound für Gänsehaut beim Auditorium.

Ein Genuss war es auch, Lena-Maria Kramer zu lauschen, die immer wieder mit ihrem gleißend-strahlenden Sopran die gewünschte Helligkeit lieferte und damit Lobpreis und Glaubenszuversicht symbolträchtig in die Dorper Kirche trug. Milena Haunhorst schaffte es, mit dem ersten Ton ihre Zuhörer zu fesseln. Souverän und reif erklang ihre Altstimme, mit der sie ihre Partien sang, in der sie zum Beispiel in der Verkündigung auch von der kommenden Missachtung des Messiah erzählte.

Ihr Vater Martin Haunhorst, langjähriger Konzertmeister der Bergischen Symphoniker, hatte das begleitende Kammerorchester zusammengestellt und zeichnete für dessen Leitung verantwortlich.

Dem gesamten Ensemble galt der Beifall am Schluss, nicht zuletzt der charismatischen Kirchenmusikdirektorin Stefanie Schlüter am Pult. Bei ihr liefen die Fäden des ganzen Konzerts zusammen. Feinfühlig und trotz der Anspannung mit erkennbarer Freude an der Musik und ihren Mitstreitern hatte sie am Pult mitreißend für die richtigen Einsätze, Tempi und Klangfarben gesorgt.

Dorper Kantorei

Die Dorper Kantorei zählt ungefähr 60 Mitglieder. Geprobt wird jeden Freitagabend von 19.30 bis 21 Uhr in der Dorper Kirche. Vornehmlich geht es neben großen Kirchenmusikwerken um musikalische Beteiligungen an Gottesdiensten an. Zunehmend stehen Gospels und auch schon mal weltliches Repertoire wie Arrangements von Popsongs oder Filmmusik auf dem Programm der Sänger und Sängerinnen.

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