Andacht im ST

Tod und Trauer nehmen großen Raum ein

Im November wird vielerorts der Verstorbenen gedacht.
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Im November wird vielerorts der Verstorbenen gedacht.

Andacht im ST – heute von Diakon Kurt Dohmen, katholischer Diakon in der Pfarrgemeinde St. Sebastian.

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

im November vergeht scheinbar das Leben in der Natur und die Tage werden kürzer und dunkler. Wahrscheinlich ist er deshalb der Monat des Gedenkens, in dem Tod und Trauer großen Raum einnehmen. Das zeigt sich vor allem an den katholischen Tagen Allerheiligen und Allerseelen, dem staatlichen Volkstrauertag und dem evangelischen Totensonntag.

Kurt Dohmen

Am kommenden Sonntag feiern wir in der katholischen Kirche das Christkönigsfest. Der König, den wir feiern, zeigt seine Macht nicht in Prunk und Gewalt, sondern in Barmherzigkeit und Liebe. Wir hören in den hl. Messen davon, dass unser König sein Leben am Kreuz hingibt und in sein Reich heimkehrt. Wir kommen also auch beim Christkönigsfest nicht um das Thema Tod herum. Als Christen haben wir die große Hoffnung, dass wir die Verstorbenen wiedersehen werden. Wir können zwar nur in mythologischen Bildern vom Leben nach dem Tod, von der Ewigkeit sprechen, aber es sind wunderschöne Bilder: Im himmlischen Jerusalem leben die Menschen in einer goldenen Stadt. Im Paradies erwartet uns der Garten Eden. Es wird ein ewiges Festmahl gefeiert. Jesus bereitet uns einen Platz in den Wohnungen des Vaters. Wir werden immer beim Herrn sein und in das Land der Ruhe eingehen. Verzeihen Sie mir den Überschwang, aber da ist doch für jede und jeden etwas dabei, ob ich mir nun Ruhe oder Party wünsche, Stadt oder Land: Es wird einfach grandios! Mühsal und Schmerz werden ein Ende haben. Ich glaube zutiefst daran, dass wir nach unserem Tod bei Gott weiterleben.

Und trotzdem bin ich traurig, wenn ein geliebter Mensch von uns gegangen ist. Anselm Grün sagt: Trauern heißt Lieben. Wer um einen Verstorbenen trauert, lebt eine Beziehung über den Tod hinaus. Und so wenig es klare Regeln gibt, wie Menschen mit anderen zusammenleben sollen, so wenig gibt es Regeln dafür, wie Menschen in Beziehung zu Verstorbenen leben.

Wie oft bekommen Trauernde zu hören: „Jetzt ist es aber mal gut, du hast doch jetzt genug getrauert.“ Oder es meinen andere, einschätzen zu können, dass Trauer vom Verwandtschaftsgrad oder anderen Faktoren abhängt. Aber Trauer ist individuell und niemand weiß im Vorhinein, wie er oder sie selbst auf einen Todesfall reagieren wird.

Im Sommer haben wir in unserer Pfarrgemeinde in Ohligs mit einem monatlichen Trauercafé begonnen. Ich weiß auch von einem Trauercafé der evangelischen Gemeinde in Wald, und vielleicht gibt es ja auch in Ihrer Nähe ein Angebot. Ich mache die Erfahrung, dass es den Teilnehmenden sehr guttut, sich auszutauschen und mit den Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleitern aus unserer Pfarrgemeinde zu sprechen. Wir bereiten jedes Treffen vor, so dass es jedes Mal neben dem offenen Gespräch beim Kaffee auch eine Austauschrunde zu einem Thema gibt. Mal gehen wir auf die Trauer ein und mal schauen wir mit Liebe auf die Verstorbenen und schöne Erinnerungen.

Unser Trauercafé findet an jedem ersten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr im Pfarrheim St. Joseph, Hackhauser Str. 16, statt. Die Teilnahme ist kostenlos, und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wenn Sie noch Fragen dazu haben, melden Sie sich gerne bei mir.

In seinem ersten Brief an die Thessalonicher schreibt Paulus. „Brüder und Schwestern, wir wollen euch über die Entschlafenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott die Entschlafenen durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen.“ (1Thess 4,13f) Paulus geht also nicht davon aus, dass Christen nicht trauern würden. Aber die Trauer der Christen soll anders sein als die Trauer der Menschen, die keine Hoffnung haben.

Wenn Sie gerade trauern, wünsche ich Ihnen, dass Sie mit Ihrer Trauer nicht allein sind!

Ihr Diakon Kurt Dohmen

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