Schornsteinfeger

Tipp: Heizung regelmäßig warten lassen

Schornsteinfeger Rolf Stelter ist trotz Corona-Krise gut mit Arbeit ausgelastet. Foto: Christian Beier
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Schornsteinfeger Rolf Stelter ist trotz Corona-Krise gut mit Arbeit ausgelastet.

Schornsteinfeger Rolf Stelter gewährt einen Einblick in seinen Berufsalltag.

Von Kristin Dowe 

Herr Stelter, der Händedruck als Glücksbringer muss aktuell wahrscheinlich ausbleiben. Wie hat sich sonst die Corona-Krise bei den Schornsteinfegern ausgewirkt?

Rolf Stelter: Es gab bei uns gewisse Einschränkungen, die aber nicht so gravierend waren, insofern sind wir zunächst noch glimpflich davongekommen. Gelegentlich gibt es schon mal Kunden, die uns aufgrund einer aktuellen Quarantäne-Situation bitten, zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen. Das ist dann auch kein Problem.

Gibt es auch Arbeiten, die keinen Aufschub dulden?

Stelter: Natürlich, kürzlich musste ich beispielsweise erst zwei Dohlennester aus einem Schornstein entfernen – da hätte die Familie sonst nur die Wahl, das Gas abzustellen. Das gilt allerdings nur für Schornsteine, die in Betrieb sind; Nester in unbenutzten Schornsteinen lassen wir drin. Aber so hätten die Tiere ohnehin keine Chance gehabt. Generell erhalten Kunden ja den Feuerstättenbescheid von ihrem Bezirksschornsteinfeger mit den Terminen für die Feuerstättenschau, die lassen sich dann auch verschieben. Ansonsten müssen die übliche Kehrung und die Immissionsschutzmessung gemacht werden.

In welchen zeitlichen Abständen müssen diese gemacht werden?

Stelter: Bei der Kehrung hängt es von der Art der Feuerstätte ab. Bei einem Kohleofen ist die Kehrung dreimal im Jahr fällig, bei Kaminöfen zweimal und einmal im Jahr muss sie bei benutzten Feststofffeuerstätten vollzogen werden. Auch eine Ölheizung muss einmal im Jahr gefegt werden, eine Gasheizung wird hingegen alle ein bis zwei Jahre überprüft. Daran halten sich unsere Kunden im Großen und Ganzen auch gewissenhaft.

Was wird bei einer Immissionsschutzprüfung eigentlich genau festgestellt?

Stelter: Dabei wird mit einem Abgasanalysegerät das Abgas gemessen, von dem nur maximal 9 bis 11 Prozent ausgestoßen werden dürfen. Bei einer Ölheizung wird zusätzlich noch das Ruß gemessen, während bei Kohle- und Holzheizungen außerdem der Staubgehalt ermittelt wird.

Welche Brandschutzmängel fallen Ihnen bei Kundenbesuchen immer wieder auf?

Stelter: Viele Bürger haben leider noch immer keine Rauchmelder installiert, was für den Brandschutz ein echtes Problem ist. Vor zwei bis drei Jahren haben die meisten sich sehr sorgfältig darum gekümmert und dann hat das nachgelassen.

Welche Energiespartipps können Sie den ST-Lesern mit auf den Weg geben?

Stelter: Zunächst sollte man regelmäßig seine Heizung warten lassen, das macht eine Menge aus. Ansonsten sollten Kaminofenbesitzer zum Heizen ausschließlich trockenes Holz verwenden. Wenn man beispielsweise selbst Holz im Wald gesammelt oder einen Baum geschlagen hat, ist in diesem Holz immer noch eine Restfeuchtigkeit vorhanden. Es müsste dann eigentlich zwei Jahre gelagert werden, bevor es verwendet werden kann. Die Energie verdampft sonst einfach. Es gibt aber auch fertiges Trockenholz im Handel zu kaufen, das sofort verwendet werden kann.

Die Schornsteinfeger sind in NRW festen Kehrbezirken zugeteilt. Kann man seinen Schornsteinfeger bei Bedarf auch wechseln?

Stelter: Das ist nur bedingt möglich. Mit der normalen Kehr- und Messtätigkeit kann der Kunde einen Schornsteinfeger seiner Wahl beauftragen, während die Feuerstättenschau ausschließlich vom jeweils zuständigen, bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden darf. Es gibt gute Gründe, dass die Verantwortung da in einer Hand bleibt. Sonst könnte ein Kunde so lange den Schornsteinfeger wechseln, bis er ihm die Feuerstätte genehmigt.

Kehrbezirke in Solingen

In Solingen gibt es 15 Kehrbezirke, die jeweils einem Bezirksschornsteinfeger zugeordnet sind. Wenn die jeweils zuständige Bezirksregierung einem Schornsteinfeger einen Kehrbezirk übereignet hat, behält er diesen Job zunächst nur für sieben Jahre und muss sich dann neu bewerben. Neben ihren klassischen Aufgaben beraten Schornsteinfeger ihre Kunden heute zu den Themen Brandschutz und energetische Sanierung. Weitere Informationen zu den Kehrbezirken gibt es online.

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