Kabarett

Tina Teubner – intensiv und dabei überhaupt nicht zimperlich

Tina Teubner nimmt nicht nur junge Eltern auf die Schippe, die Kindern jedes Wochenende zum Event machen wollen.
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Tina Teubner nimmt nicht nur junge Eltern auf die Schippe, die Kindern jedes Wochenende zum Event machen wollen.

Abend im Theater und Konzerthaus bot neues Kabarettprogramm „Ohne dich war es doch immer so schön“.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Man möge ihre professionelle berufliche „Schröffe“ nicht übel – und schon gar nicht persönlich nehmen, sagte Tina Teubner zu Anfang, insbesondere mit Blick auf die von ihr gerne verbal „geschundene“ erste Reihe. Die sei halt da bei Kabarettisten. Bei Berufsboxern wie etwa Muhammad Ali sei ja auch klar, dass der Gegner „einen verballert bekäme“ – und trotzdem sei der ja kein schlechter Mensch.

Das Publikum wechselte diese Eingangstirade – wie alles weitere in den folgenden zwei Stunden im Theater und Konzerthaus dann auch schmunzelnd und lachend. Denn, wer sich Tickets für Tina Teubner und ihren „Klaviranten“, so ihre eigene Bezeichnung für Ben Süverkrüp am Piano, kauft, weiß, was ihn erwartet: Eine gepfefferte Mischung aus sorgfältig gewählten und pointiert gesprochenen Worten, mit denen sie die Welt kommentiert und solchen in starken Chansons.

Süverkrüp begleitete Tina Teubner souverän, spritzig und zuverlässig an der Tastatur und steuerte gelegentlich auch als Dialogpartner Stichworte bei. Sie habe eine feine Antenne für ihr Publikum, sagte Teubner und machte schnell eine Ecke mit „filigraner intellektueller Ausstrahlung“ aus sowie die männlichen Begleiter der Zuschauerinnen, „die gleich nach dem Intro und dem ersten Lied auf die Uhr schauten, um zu überlegen wie lange das Ganze wohl insgesamt dauern wird“.

Warme Gesangsstimme und virtuoses Pianospiel

„Ohne dich war es doch immer so schön“ – ist der Titel von Teubners aktuellem Programm, in dem sie kritisch mit dem Jetzt umspringt und in dem sie keine Berührungsängste mit ausgesprochen deftiger Ausdrucksweise hat: Statt feiner Nadelstiche setzt sie gerne den verbalen Hammer als Werkzeug ein.

Schroffe Anmerkungen hatte Teubner beispielsweise zu jungen Eltern, die „ihren Emils“ keinerlei zu meisternde Schwierigkeiten mehr zumuten würden und die den Anspruch haben, jedes Wochenende für die Sprösslinge in unvergessene Events zu verwandeln.

In gewohnter Weise lockerten Tina Teubner und Süverkrüp ihre dichten Gedanken mit Musik auf: Ihre warme und klare Gesangsstimme und das virtuose Pianospiel schufen Leichtigkeit – der schweren und intensiven Texte zum Trotz, die das zuvor Vorgetragene intensivierte. Höhepunkte in der ansonsten etwas schwer verdaulichen Kost, die das Duo diesmal dabei hatte. Reichlich Beifall gab es am Ende dennoch.

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