Engagement

Tierheim in Solingen vermittelt trotz Corona-Krise

Tierpflegerin Stefanie Grützemann und Tierheimleiterin Andrea Kleimt (r.) freuen sich in diesen Zeiten sehr über Zuspruch. Foto: Tim Oelbermann
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Tierpflegerin Stefanie Grützemann und Tierheimleiterin Andrea Kleimt (r.) freuen sich in diesen Zeiten sehr über Zuspruch.

Intern arbeiten derzeit zwei strikt voneinander getrennte Teams in der Pflege.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Seit Beginn der Kontaktsperre ist es im Tierheim Glüder deutlich ruhiger geworden. Die Spontanbesuche, zum Beispiel von Spaziergängern, die „mal eben“ schauen wollen und sich in Hunde oder Katzen „blitzverlieben“, fallen weg: Die Türen für den normalen Publikumsverkehr sind seit Mitte März geschlossen. Trotzdem werden derzeit Hunde oder Katzen vermittelt.

„Wir telefonieren nun länger und häufiger. In solchen Gesprächen gewinnt man schon einen aussagekräftigen Eindruck von den Interessenten“, sagt Leiterin Andrea Kleimt. Offenbar stelle die jetzige Zeit für viele Menschen, die schon länger mit dem Gedanken spielen, sich einen Hund oder eine Katze zuzulegen, die Gelegenheit dar, dies jetzt in die Tat umzusetzen. „Sie haben jetzt ausreichend Zeit für eine ausführliche Eingewöhnungsphase.“

„Wir sind mehr denn je auf Spenden angewiesen“
Andrea Kleimt, Leiterin des Tierheimes

Intern habe Corona für manche Strukturveränderung gesorgt. Zum Beispiel gebe es auch ausschließlich Termine mit den Hundefreunden, die regelmäßig mit einem der Fellnasen Gassi gehen. „Wir haben da ein Stamm-Klientel- und die müssen nun anrufen und sich mit uns absprechen.“ Die Tiere sitzen dann fertig mit Leine vor dem Eingang und werden von einem Mitarbeiter übergeben. Nach der Runde erfolge das gleiche Prozedere in umgekehrter Reihenfolge. Betreten werden soll das Tierheim derzeit von möglichst wenigen.

Solingen: Tierheim freut sich über Spenden und aufmunternde Botschaften

Aus der Mitarbeiterschar sind zwei Teams gebildet worden, die sich nicht sehen, um die Ausbreitung einer eventuellen Infektion möglichst auf wenige zu beschränken. „Sonst müssten wir alle im Fall der Fälle alle auf einmal in Quarantäne und dann bräche hier alles zusammen“, sagt Andrea Kleimt, die natürlich inständig hofft, dass dieser Kelch an ihnen vorübergeht. Ansonsten sei es leerer als sonst in Glüder. Die Pensionstiere fehlen. „Klar, es fährt ja aktuell niemand in den Urlaub und folglich gibt uns auch keiner seinen Liebling zur Betreuung.“

Negative Begleiterscheinung dieses Umstands ist, dass dadurch auch weniger Geld in die Tierheim-Kasse gespült wird. „Wir sind also mehr denn je auf Spendengelder angewiesen, denn wenn wir zum Beispiel ein Fundtier aufnehmen, müssen wir dieses auch versorgen“, erklärt die Tierheimleiterin. Dazu gehöre auch das Impfen und Entwurmen des Tieres. „Diese Kosten bekommen wir durch eine spätere Vermittlungsgebühr nicht wieder zurück. Ganz zu schweigen von Fällen, in denen Verletzungen zu behandeln sind und die Tierarzt-Rechnung richtig hoch ausfällt“, betont Kleimt. Umso mehr freue es sie und das ganze Team, wie viele nette Menschen ihnen derzeit, oft anonym, mit kleineren und größeren Geldspenden unter die Arme greifen würden. Aufmunternde Botschaften wie „Haltet durch“, „Viel Kraft“ und Ähnliches werden zusammen mit den Spenden übermittelt.

Hier finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen: Unser Live-Blog wird laufend aktualisiert.

Das Tierheim Solingen

Das Tierheim Solingen, Tel.  (02 12) 4 20 66, ist in Glüder an der Wupper zu finden. Der Tierschutzverein Bergisch Land wurde 1971 gegründet. Ein besonderer Moment in der Geschichte des Vereins war die Verleihung des Verdienstordens an Renate Ikier im Jahr 2012. Die Solingerin kümmert sich um verwilderte Katzen und arbeitet eng mit dem Tierheim zusammen.

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