Alle Vierbeiner wohlauf

Tierheim binnen kürzester Zeit evakuiert

Im Bereich Glüder verwandelte sich die Wupper in einen reißenden Strom. Die Anfahrt zum Tierheim gestaltete sich schwierig. Foto: Michael Schütz
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Im Bereich Glüder verwandelte sich die Wupper in einen reißenden Strom. Die Anfahrt zum Tierheim gestaltete sich schwierig.

Helfer aus der gesamten Region kamen in der Nacht nach Glüder – die Tierparks kamen glimpflich davon.

Von Manuel Böhnke

Am Morgen nach der wohl aufregendsten Nacht in der Geschichte des Solinger Tierheims war Andrea Kleimt die Rührung noch deutlich anzumerken. „Mit so einer großen Solidarität hatte ich nicht gerechnet“, sagte die Leiterin der Einrichtung in Glüder mit brüchiger Stimme. Wenige Stunden zuvor mussten die tierischen Bewohner binnen kürzester Zeit evakuiert werden. Dafür strömten Helfer aus der gesamten Region nach Solingen. Die gute Nachricht: Alle Tiere sind wohlauf.

„Uns hat die Info, wie sehr sich die Situation zuspitzt, zu spät erreicht“, erzählte Kleimt. Deshalb habe man nicht früher reagieren können. Als dann die Entscheidung gefallen war, die Tiere an einem anderen Ort in Sicherheit zu bringen, entpuppte sich die Anfahrt als problematisch. „Die Wege waren total geflutet“, berichtete die Tierheim-Leiterin.

Über eine Whatsapp-Gruppe nahm sie Kontakt zu befreundeten Tierschutzorganisationen auf. Unter anderem nahmen Helfer aus Dormagen, Neuss, Minden, Moers und Düsseldorf den Weg auf sich. Auch der Verein Dogman Tierhilfe unterstützte die Bergung. Darüber hinaus waren einige Solinger auf eigene Faust nach Glüder gekommen. „Das war sicherlich sehr gut gemeint, hat vor Ort aber für ein ganz schönes Durcheinander gesorgt“, blickte Kleimt zurück. Unter anderem fiel das Auto eines Helfers bei der Rettungsaktion den Fluten zum Opfer.

Keinen Schaden nahmen dagegen die Tiere. Der Großteil wurde noch in der Nacht auf Donnerstag in anderen Tierheimen und Unterkünften in der Region untergebracht. Andrea Kleimt war am Donnerstagmorgen damit beschäftigt, herauszufinden, wo welche Hunde und Katzen untergekommen sind. Nur wenige Schützlinge verbrachten die Nacht in der ersten Etage in Glüder. Auch sie wurden zwischenzeitlich an andere Orte gebracht.

„Wir hoffen, dass sich die Situation schnell wieder beruhigen wird und wir uns schon bald selbst wieder um unsere Schützlinge kümmern können“, teilte das Tierheim mit. Glücklicherweise sei das Gebäude von den Wassermassen weitestgehend verschont geblieben. „Wir hatten Glück im Unglück“, betonte Andrea Kleimt. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass es auf der Zufahrt zu Erdrutschen kommt. Deshalb warnen die Verantwortlichen dringend davor, aktuell das Tierheim anzusteuern: „Wir wissen das große Hilfsangebot sehr zu schätzen.“

„Wir hoffen, dass wir uns schon bald selbst wieder um unsere Schützlinge kümmern können.“

Andrea Kleimt, Tierheim Solingen

Auch die beiden Solinger Tierparks sind mit einem Schrecken davongekommen. Bei den Verantwortlichen der Gräfrather Fauna war am Donnerstag Erleichterung zu spüren. „Alles in allem ist es bei uns glimpflich ausgegangen“, erklärte die zoologische Leiterin Linda Bunzenthal. Zwar habe sich das Wasser an einigen Stellen auf dem Gelände gestaut. Das sei bei starken Regenfällen allerdings nicht unüblich, weshalb die Mitarbeiter der Fauna die betroffenen Gehege rechtzeitig räumen konnten. Am frühen Donnerstagnachmittag waren die Aufräumarbeiten bereits weitestgehend abgeschlossen. Probleme bereiten lediglich einige verstopfte Rohre. Die meisten Gehege seien inzwischen jedoch wieder trockengelegt.

Der Vogel- und Tierpark in Ohligs konnte am Donnerstagnachmittag ebenfalls Entwarnung geben. „Außer ein paar nassen Ställen ist bei uns zum Glück nichts passiert“, sagte die leitende Tierpflegerin Janett Heinrich.

Wir haben auch in unserem Hochwasser-Live-Blog ausführlich berichtet.

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