Zerstörungen nach Überflutung

Ticker zum Hochwasser nach Starkregen am 14. Juli - Teil 2

Aus der Luft wird gestern Mittag deutlich, wie groß die Fläche der Überschwemmung im Kern Unterburgs war. Foto: Michael Schütz
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Aus der Luft wird gestern Mittag deutlich, wie groß die Fläche der Überschwemmung im Kern Unterburgs war.

So entwickelte sich die Lage an Wupper und Eschbach am Donnerstag, 15. Juli 2021

Dies ist der zweite Teil unseres Tickers zur Hochwasserlage in Solingen. Hier geht es zum ersten Teil, hier zum aktuellen Ticker.

+++Update, 21.55 Uhr+++ Freibad Ittertal verwüstet

Am Tag danach hatte sich das Wasser zwar zurückgezogen, doch es bleibt ein Bild der Verwüstung. „Nun sammeln wir uns erst mal und begutachten die Schäden“, erklärte Czekay. An einen Badebetrieb sei einstweilen nicht zu denken. „Erst Corona, nun das“, sagte der sichtlich frustrierte technische Leiter. -böh-

+++Update, 21.45 Uhr+++ Abpumpen wird mehrere Tage in Anspruch nehmen - Vorerst kein elektrischer Strom

Solingen. Nachdem die Technischen Betriebe bereits heute Nachmittag in Unterburg begonnen haben, Sperrmüll und angeschwemmtes Treibgut zu entsorgen, folgt morgen der nächste Schritt zur Befreiung des Stadtteils von den Folgen des Hochwassers. Sobald der Pegelstand der Wupper es erlaubt, werden THW und Solinger Berufsfeuerwehr mit dem Abpumpen des Wassers aus den Häusern und Kellern an Eschbachstraße, Hasencleverstraße in Unterburg und in Untenrüden beginnen. Den Planungen der Berufsfeuerwehr hat der Krisenstab der Stadt Solingen am Donnerstagabend zugestimmt. Einsatzleitungen werden im Laufe des Freitagvormittags in Unterburg und Rüden eingerichtet. Unterstützt wird das Vorgehen von Polizei, Technischen Betrieben, Stadtwerken Solingen und dem Ordnungsamt, das in der Nacht auch den evakuierten Stadtteil sichert. Rund 700 Menschen warten in Hotels oder bei Freunden darauf, in ihre Häuser zurückzukehren. Das wird allerdings nicht so schnell möglich sein. Nach Einschätzung der Feuerwehr wird das Abpumpen mehrere Tage in Anspruch nehmen. Bevor der elektrische Strom danach wieder angeschaltet werden kann, müssen die Stadtwerke jeden einzelnen Anschlussraum überprüfen.

+++Update, 20.15 Uhr+++ Überflutungen in Unterburg: Neue Schutzanlagen waren überlastet

Solingen. Die Überflutungen in Unterburg waren nicht ausschließlich darauf zurückzuführen, dass sich das Wasser des Eschbachs an der Mündung in die Wupper staute. Die Wassermassen des Jahrtausendhochwassers hätten zudem ausgereicht, dass der Eschbach trotz der umgebauten Schutzvorrichtungen auch ohne diesen Rückstau über die Ufer getreten wäre. Dies berichtete Wupperverband-Vorstand Georg Wulf am Donnerstag. Das Ausmaß der Katastrophe sei vor Ort aber durch den Rückstau verstärkt worden.

Wulf und Marc Scheibel vom Hochwassermanagement des Wupperverbandes verwiesen darauf, dass bei derart großen Wassermassen keine baulichen Schutzvorrichtungen möglich seien, die einen hundertprozentigen Schutz böten. Scheibel wies darauf hin, dass bei dem „flächendeckenden Extremereignis“ alle Zuläufe der Wupper und des Eschbachs viel Wasser geführt hätten. „In dieser extremen Form, habe ich das noch nicht erlebt“, sagte auch Wulf. Er betonte: Bei vergangenen Hochwasserereignissen sei der vor gut einem Jahr fertiggestellte Schutz mit den erneuerten Mauern und dem tiefergelegten Bachbett sehr wirksam gewesen.

Solingen: Überflutungen in Unterburg zumindest hinausgezögert

Nach Angaben von Wupperverband-Projektleiter Patrick Vondung hat der neue Hochwasserschutz die Überflutungen in Unterburg zumindest hinausgezögert. Das Zusammentreffen von extrem langanhaltenden und ergiebigen Niederschlägen und einer zugleich vollen Wupper habe aber eine verheerende Wirkung gehabt. Schäden an den neuen Bauwerken hat die Flutwelle nach bisherigen Erkenntnissen laut Vondung nicht verursacht.

Probleme bereitete das Hochwasser nach seinen Angaben nicht nur auf den letzten 600 Metern vor der Eschbachmündung in die Wupper. Große Schäden habe es vor allem auch oberhalb der neuen Hochwasserschutzanlagen gegeben. -ate-

+++Update, 17.05 Uhr+++ Eschbach und Wupper haben deutlich an Wasserstand verloren

Solingen. Der Eschbach und die Wupper haben deutlich an Wasserstand verloren. Die Eschbachstraße ist zwischen Mühlendamm und Wupperbrücke total verschlammt und im unteren Bereich voller Wasser. Nach wie vor werden in Unterburg Keller leergepumpt. In der Seniorenresidenz musste die Feuerwehr Balken entfernen, um sich Zutritt zu verschaffen.

+++Update, 16.55 Uhr+++ TBS holen Sperrgut ab - In den Tallagen sind Einschränkungen möglich

Solingen. Der Starkregen und das Hochwasser von Wupper und Eschbach wirken sich auch auf die Abfallentsorgung aus, teilen die Technischen Betriebe Solingen mit. Zu Einschränkungen kommt es vor allem in den unmittelbaren Tallagen entlang der Wupper.

Die Grünschnittsammlung ist zunächst bis Samstag eingestellt. Auf diese Weise können Fahrzeug, Container und Personal zur schnellen Hilfe in Unterburg eingesetzt werden und Anwohner können ersten Sperrmüll umgehend entsorgen. Sobald die Zufahrt nach Unterburg wieder offen ist, werden die Technischen Betriebe dort weitere Container zur Entsorgung aufstellen.

Restmüll-, Bio-, gelbe und blaue Tonnen werden im Stadtgebiet grundsätzlich nach Plan geleert. Wenn Straßen überflutet oder Brücken unpassierbar sind und Entsorgungsfahrzeuge ihr Ziel nicht erreichen können, können betroffene Haushalte bei der nächsten regulären Leerung einen blauen Sack dazustellen. Die Sperrmüllsammlung wird wie angekündigt fortgesetzt, soweit es die aktuelle Situation vor Ort erlaubt.

Zudem können alle Solingerinnen und Solinger kostenfreie Sonderabholungen von Sperrgut anmelden:

E-Mail: sperrmuell@solingen.de

Mobil: 0175-322 39 14 (montags bis freitags zu den üblichen Öffnungszeiten, samstags 10-17 Uhr)

Die Abholtermine werden kurzfristig per Telefon oder E-Mail bekannt gegeben.

+++Update, 16.35 Uhr+++ Hilfe wird koordiniert - Solidaritäts-Telefon und Spendenkonto

Solingen. Nach der Hochwasser-Katastrophe, die gestern auch Solingen getroffen hat, gibt es zahlreiche Hilfsangebotene für Betroffene: vom Zimmer, das vorübergehend zum Wohnen zur Verfügung gestellt werden kann, bis zum praktischen Anpacken, Aufräumen und Reinigen, sobald es möglich ist. Die Stadt hat jetzt ein Solidaritäts-Telefon eingerichtet. Hier können sich Menschen melden, die helfen wollen, wie auch Hochwassergeschädigte, die Hilfe benötigen. Die Anlaufstelle ist ist wochentags von acht bis 22 Uhr und am Wochenende von zehn bis 18 Uhr erreichbar: Telefon 0212 - 1491 2230.

Auch ein Spendenkonto wurde inzwischen eingerichtet:

Gerd-Kaimer-Bürgerstiftung
IBAN: DE97 3425 0000 0001 6633 84
Verwendungszweck: Hochwasserhilfe Solingen

+++Update, 16.22 Uhr+++ Familie steht nach Evakuierung vor ungewisser Zukunft

Solingen. Im Sommer 2018 haben Sarah Wiemer-Mattheus und ihr Mann Benedikt schon einmal Hochwasser bei sich in der Hofschaft Haasenmühle erlebt. Etwa 240 000 Euro betrug der Schaden damals für das gemeinsame Haus und das seiner Eltern, die nebenan wohnen. „Diesmal war es schlimmer“, ist Benedikt Wiemer nach der Überflutung des Erdgeschosses am Mittwochabend überzeugt. [+]

+++Update, 16.08 Uhr+++ Haus am Mühlendamm einsturzgefährdet

Solingen. Am Mühlendamm ist ein Haus komplett unterspült worden. Das ganze Grundstück davor hatte das Eschbach-Hochwasser mitgerissen. Nachbarn berichten, dass der Eschbach im Bereich der Fischtreppe über die Ufer getreten war. Die Kanalisation in der Straße Mühlendamm konnte die Wassermassen nicht aufnehmen. Das Wasser griff damit das Haus auch von der Rückseite an. Die Straße wird lange nicht befahrbar sein, denn der Eschbach riss Boden bis an die Bordsteinkante des Mühlendamms fort.

Fluten unterspülen Haus am Mühlendamm.

+++Update, 16 Uhr+++ 130 bis 160 Liter Regen kamen pro Quadratmeter am Donnerstag

Bergisches Land. Im Bergischen Land sind bei dem Unwetter am Mittwoch flächendeckend 130 bis 160 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen. Dies sei ein Ereignis, mit dem statistisch gesehen einmal in mehr als 1000 Jahren zu rechnen sei, berichtete Wupperverband-Vorstand Grog Wulf. Bei solchen Wassermassen seien Überflutungen unvermeidbar. Mit seinem Talsperrensystem habe der Wupperverband sogar noch größere Schäden vermieden. Der Abfluss dieser Anlagen sei so gesteuert worden, dass diese Wassermassen nicht mit den größten Flutwellen aus den Nebenflüssen der Wupper zusammentrafen.
Auch der neu gebaute Hochwasserschutz am Eschbach im Solinger Stadtteil Unterburg war nach Wulfs Angaben überlastet. Die Überschwemmungen dort seien nicht nur auf den Rückstau an der Mündung des Eschbachs in die Wupper zurückzuführen gewesen. Auch ohne diesen wäre der Eschbach über die Ufer getreten - allerdings wohl deutlich später als in Zeiten vor dem Umbau.

+++Update, 15.55 Uhr+++ Tierparks bleibt das Schlimmste erspart

Solingen. Bei den Verantwortlichen der Gräfrather Fauna war am Donnerstag Erleichterung zu spüren. „Alles in allem ist es bei uns glimpflich ausgegangen“, erklärte die zoologische Leiterin Linda Bunzenthal. Zwar habe sich das Wasser an einigen Stellen auf dem Gelände gestaut. Das sei bei starken Regenfällen allerdings nicht unüblich, weshalb die Mitarbeiter der Fauna die betroffenen Gehege rechtzeitig räumen konnten. Am frühen Donnerstagnachmittag waren die Aufräumarbeiten bereits weitestgehend abgeschlossen.

Auch der Vogel- und Tierpark konnte Entwarnung geben. „Außer ein paar nassen Ställen ist bei uns zum Glück nichts passiert“, sagte die leitende Tierpflegerin Janett Heinrich. -böh-

Der Pegel der Wupper ist gegenüber gestern am späten Abend schon etwas gesunken.

+++Update, 15.50 Uhr+++ IHK sammelt für betroffene Firmen

Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat ein Spendenkonto für die von der Flutkatastrophe geschädigten Firmen eingerichtet. „Schnelle und unbürokratische Hilfe ist dringend notwendig, um den betroffenen Unternehmen eine Perspektive zu geben. Viele hatten gerade erst begonnen, sich von den Folgen der Corona-Lockdowns zu erholen“, erklären IHK-Präsident Henner Pasch und Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer der Kammer.

Die Spenden sind vor allem für Schäden gedacht, die die Versicherungen nicht übernehmen. Über die Verteilung der Gelder entscheidet ein eigens dafür eingerichtetes Gremium aus Unternehmerinnen und Unternehmern. Betriebe können ihre Spende auf folgendes Konto überweisen: Bergische IHK, Iban: DE 21 3305 0000 0000 1157 17, BIC: WUPSDE33XXX, Stichwort: „Hochwasserhilfe“. -böh-

+++Update, 15.25 Uhr+++ Mehrere Brücken vom Hochwasser der Wupper betroffen - Wupperbrücke Balkhauser Weg wieder frei

Solingen. Vom Hochwasser der Wupper sind auch mehrere Brücken betroffen. Sie werden jetzt, sobald sie wegen der Überflutung wieder erreichbar sind, auf mögliche Beschädigungen überprüft. Auch wichtige Verkehrsverbindungen sind deshalb bisher unterbrochen, unter anderem die neue Wupperbrücke an der Leichlinger Straße. Sie wurde nicht beschädigt, muss aber zunächst gereinigt werden. Außerdem ist die Zufahrt noch überflutet.

Als erste Verbindung in Richtung Leichlingen wird gegen 15 Uhr die Wupperbrücke Balkhauser Weg wieder freigegeben. In diesem Bereich ist das Wasser auf dem Rückzug. Das Bauwerk wurde bereits kontrolliert und gereinigt, umgestürzte Bäume auf der Zufahrt wurden entfernt.

+++Update, 15.15 Uhr+++ Gefahr durch Treibholz - Weg zur Schwebefähre „kaum noch existent“

Die unteren Terrassen von Haus Müngsten sind voller Treibholz. 

In Müngsten hat das Wasser in der Werkstatt von Kunstschmied Michael Bauer-Brandes 20 Zentimeter hoch gestanden. Die unteren Terrassen von Haus Müngsten sind voller Treibholz. Die Wupper gleicht dort mehr einem Rafting Parcour. Die Feuerwehr muss die Keller von Haus Müngsten trockenlegen.

Die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) warnen davor, die Gebiete rund um die über die Ufer getretenen Bäche zu betreten. Zu groß sei die Gefahr durch Treibgut. Zudem seien viele Wege stark beschädigt mit teils einem halben Meter tiefen Rillen. Dies betreffe insbesondere den Verbindungsweg zwischen Unterburg und Müngsten, der in den Zuständigkeitsbereich der TBR fällt. So sei dort zum Beispiel ein Weg zur Schwebefähre „kaum noch existent“, so Wolff.

+++Update, 13.40 Uhr+++ Burger kehren zurück in ihren Stadtteil - Seelsorger im Einsatz

Solingen. Wie die Polizei vor Ort berichtet, kehren immer mehr Burger in ihren Stadtteil zurück. Die Beamten loben ausdrücklich den Zusammenhalt der Menschen, die sich gegenseitig helfen würden. So ruhig und gefasst die Stimmung auf den ersten Blick wirkt, so erschüttert sind doch viele der Heimkehrenden. Für sie ist ein Seelsorger im Einsatz. Inzwischen wird auch deutlich, wie weit das Wasser gestern in den Abendstunden Unterburg überflutet hat. Hinter der Turnhalle an der Hasencleverstraße überspülte die Wupper auch die Straße. Auch die Keller der Häuser waren betroffen. Dort hatte die Feuerwehr bereits begonnen, mit Tauchpumpen die Keller wieder trocken zu legen. 

+++Update, 13 Uhr+++

Solingen. Im Balkhauser Kotten wird sehr viel aufzuräumen und zu renovieren sein. Die Vorsitzende des Kuratoriums des Museumsvereins, Nicole Molinari, bittet schon heute um freiwillige Helfer. „In den nächsten Tagen wird viel zu tun sein.“ Wer den Kotten unterstützen will, kann das per E-Mail vereinbaren: kuratorium@balkhauser-kotten.de

+++Update, 12.39 Uhr+++ Strom in Teilen Solingens ausgefallen

Solingen. Von dem gestrigen Unwetter ist auch die Stromversorgung in einigen Teilen Solingens betroffen. Aktuell sind folgende Stadtteile noch ohne Strom: Unterburg, Rüden, Wipperaue, Glüder, Haasenmühle, Friedrichstal und Freibad Ittertal. Momentan sind alle Techniker im Einsatz, um diese Bereiche zu überprüfen und kontrolliert wieder in Betrieb nehmen zu können. Die Inbetriebnahme könnte, je nach Wetterlage, noch einige Zeit dauern, da alle Stationen und Versorgungskabel überprüft werden und jeder Hausanschluss, der überflutet war, einzeln kontrolliert werden muss.

Auch die telefonische Erreichbarkeit der Netze Solingen ist dadurch eingeschränkt. Kunden können die Netze Solingen nur über die ServiceRufnummer 0800 39 39 39 2 kontaktieren. Der Entstördienst ist nach wie vor unter der 0212 295-2800 für Gas- oder Wasserstörungen, sowie unter der 0212 295-2900 für Stromstörungen erreichbar, die Netze Solingen bitten aber darum, diese Nummer ausschließlich für Störungen zu nutzen.

+++Update, 12.30 Uhr+++

Gegen 12 Uhr hat die vorerst letzte Person die Notunterkunft des Deutschen Roten Kreuzes an der Schützenstraße verlassen.

+++Update, 12.20 Uhr+++ Lebensgefahr: Autofahrer ignorieren Absperrungen

Die Polizei bittet Autofahrer noch mal ausdrücklich, die wegen des Unwetters gesperrten Straßen nicht zu befahren. Bereits seit heute Morgen halten sich viele Autofahrer nicht daran. Sie ignorieren die Sperren und fahren daran vorbei. Das sei lebensgefährlich, so die Polizei. Hinter den Absperrungen befänden sich Erdrutsche und Überflutungen. Vom Auto aus könne man zudem häufig gar nicht sehen, wie tief das Wasser tatsächlich sei. Die Polizei geht davon aus, dass sämtliche Sperrungen im Bergischen noch den ganzen Tag bestehen bleiben werden. Das gelte auch für die L74 und die Morsbachtalstraße. Auch die Ittertalstraße und der Odenthaler Weg sind gesperrt. Müngsten ist zwar offen, die Polizei rät aber, auf Autofahrten dorthin zu verzichten. Es besteht die Gefahr von Erdrutschen.

Aktuell gesperrt sind:

  • L101 Wermelskirchen Ortschaft Bremen halbseitige Sperrung, starke Wasseransammlung
  • L 409 Wermelskirchen Eipringhausen Vollsperrung
  • L 294 Markusmühle – Dabringhausen Vollsperrung wegen Überflutung / Haus eingestürzt
  • L 407 Solingen Unterburg – Vollsperrung, Wupper über Ufer
  • L 359 Leichlingen-Balken – Vollsperrung Hangrutsch / Überflutung
  • L 359 Leichlingen – Stadtmitte Vollsperrung Wupper über Ufer

Stau:

A1: Zwischen Remscheid und Burscheid, 9 km Stau, mehrere Stunden Zeitverlust

+++Update, 11 Uhr+++

Solingen. Die ersten Burger können bereits in ihre Häuser zurückkehren. Die Häuser zur Wupperseite der Hasencleverstraße sind noch nicht alle erreichbar. Die Müngstener Straße ist teilweise frei. Die Eschbachstraße ist noch voll gesperrt.

In Unterburg herrscht eine sehr ruhige, gefasste Stimmung. Die Feuerwehr pumpt weiter Keller leer. Der Pegel der Wupper ist gegenüber gestern am späten Abend schon etwas gesunken. Auch der Eschbach führt weniger Wasser, aber er ist noch nicht überall zurück im Bett. Im Bereich der Wupperinsel ist immer noch Land unter.

+++Update, 10.51 Uhr+++

Solingen. Die städtische Telefonanlage ist derzeit ausgefallen. Alle Rufnummern, die mit 290- beginnen, sind deshalb nicht erreichbar. Für Fragen rund um die aktuelle Hochwasser-Situation hat die Stadt Solingen das Bürgertelefon aktiviert. Es ist aktuell über die gemeinsame Feuerwehrleitstelle Solingen/Wuppertal mit Wuppertaler Vorwahl erreichbar: 0202 563 2000 und 0202 563 0. Aktuelle Informationen zur Situation bietet auch die Homepage der Stadt Solingen: www.solingen.de

+++Update, 10.33 Uhr+++

Solingen. Gespenstisch ist die Atmosphäre in Balkhausen und Glüder. Der Kotten steht komplett unter Wasser. Die Wupper gleicht dabei mehr einer braunen Brühe, die viel Treibholz und andere Gegenstände transportierte. Das Wasser riecht faulig und erdig. Vom nahen Campingplatz in Glüder wurde ein Wohnwagen bis kurz hinter den Kotten gespült und verfing sich dort in den Bäumen. Auch diese haben meist schon Schieflage – einige sind bereits in die Wupper gestürzt und werden von ihr mitgerissen.
Der Campingplatz ist in großen Teilen auch überflutet, die Wagen in den ersten Reihen zum Wupperufer stehen kreuz und quer. Auf der Wupperbrücke steht ein Mann und beobachtet den reißenden Fluss. Er redet von Weltuntergang und Apokalypse. Er wohnt in der Nähe. Auch sein Haus wurde Opfer des Hochwassers. Die Feuerwehr sei vor Ort gewesen, habe aber aufgegeben, den Keller leerzupumpen. Das Wasser drückte immer wieder nach.
Was an Aufräumarbeiten auf ihn zukommen wird, zeigt sich am Parkplatz Glüder. Dort, wo die Wupper zurückgegangen ist, hat sich ein dicker Film aus bräunlichem Schlamm gebildet. Die Wupper ist auch im weiteren Verlauf über die Ufer getreten. Das wird aus Rüden und der Wipperaue gemeldet. pm

+++Update, 10.23 Uhr+++

Solingen. Der gestern eingerichtete Krisenstab der Stadt Solingen informiert heute ab 12 Uhr über die aktuelle Hochwasser-Lage. Den Livestream von der Pressekonferenz können Sie auch hier bei uns verfolgen.

+++Update, 9.18 Uhr+++

Solingen. Gute Nachrichten aus dem Tierheim Glüder, das ebenfalls vom Hochwasser betroffen ist: Alle Tier sind in Sicherheit. Leiterin Andrea Kleimt berichtete gegenüber dem Tageblatt von einer Welle der Hilfsbereitschaft. Tierheime aus der ganzen Region hätten Tiere aufgenommen. Einige Bewohner des Tierheim sind zurzeit noch in Glüder - sie wurden jedoch in der 1. Etage untergebracht und sind somit auch in Sicherheit.

+++Update, 8.56 Uhr+++

Solingen. Es kommt wegen der Hochwasser-Schäden zu massiven Beeinträchtigungen im morgendlichen Berufsverkehr. Die L 74 etwa ist in beide Richtungen komplett gesperrt. Auch die Kohlfurther Brücke ist nicht mehr befahrbar. Autofahrer müssen dort umkehren. Die Polizei warnt davor, die Sperrungen zu umfahren.

Probleme gibt es auch im Bahnverkehr. Die Bahn rät zurzeit wegen der Hochwasser-Folgen von Reisen nach NRW ab: Aufgrund der Vielzahl an Störungen, bitten wir Sie, den Bereich NRW weiträumig zu umfahren. Bitte verschieben Sie Reisen von und nach NRW nach Möglichkeit auf die kommenden Tage. Bitte rechnen Sie mit einem erhöhten Reisendenaufkommen bei den noch verkehrenden Fernverkehrszügen.

Hochwasser in Solingen: Die Lage am Donnerstag

Unterburg am Morgen nach der Katastrophe.
Unterburg am Morgen nach der Katastrophe. © Philipp Müller
Unterburg am Morgen nach der Katastrophe.
Unterburg am Morgen nach der Katastrophe. © Michael Schütz
Unterburg am Morgen nach der Katastrophe.
Unterburg am Morgen nach der Katastrophe. © Michael Schütz
Unterburg am Morgen nach der Katastrophe.
Unterburg am Morgen nach der Katastrophe. © Michael Schütz
Unterburg am Morgen nach der Katastrophe.
Unterburg am Morgen nach der Katastrophe. © Michael Schütz
Auch der Obenrüdener Kotten ist überschwemmt worden.
Auch der Obenrüdener Kotten ist überschwemmt worden. © Liane Rapp
Das Café Hubraum in der Kohlfurth steht ebenfalls komplett unter Wasser.
Das Café Hubraum in der Kohlfurth steht ebenfalls komplett unter Wasser. © Manuel Böhnke
Der Balkhauser Kotten steht unter Wasser. So sieht es am Donnerstag gegen 8.30 Uhr dort aus.
Der Balkhauser Kotten steht unter Wasser. So sieht es am Donnerstag gegen 8.30 Uhr dort aus. © Michael Schütz
Der Balkhauser Kotten steht unter Wasser. So sieht es am Donnerstag gegen 8.30 Uhr dort aus.
Der Balkhauser Kotten steht unter Wasser. So sieht es am Donnerstag gegen 8.30 Uhr dort aus. © Michael Schütz
Der Balkhauser Kotten steht unter Wasser. So sieht es am Donnerstag gegen 8.30 Uhr dort aus.
Der Balkhauser Kotten steht unter Wasser. So sieht es am Donnerstag gegen 8.30 Uhr dort aus. © Michael Schütz
Freibad Ittertal: Mit dem Wasser kam der Schlamm.
Freibad Ittertal: Mit dem Wasser kam der Schlamm. © Manuel Böhnke
Freibad Ittertal: Mit dem Wasser kam der Schlamm.
Freibad Ittertal: Mit dem Wasser kam der Schlamm. © Manuel Böhnke

+++Update 8.20 Uhr+++ Evakuierung: 720 Menschen mussten ihr Zuhause verlassen - Wupper noch immer 3 Meter über Normalpegel

Solingen. Normalerweise liegt der Pegel der Wupper in Glüder bei etwa 70 Zentimetern. Um 8 Uhr heute früh stand er bei 3,85 Meter, so die Angaben des Landesamts für Natur und Umweltschutz. Der Hochstand lag in der Nacht bei 4,45 Metern. Seit etwa 23 Uhr sinkt der Pegel langsam.

Laut Oberbürgermeister Tim Kurzbach mussten in Unterburg etwa 600 Menschen ihr Zuhause verlassen, weitere 120 seien in Hotels untergekommen. Die Lage in Unterburg sei immer noch „sehr angespannt“.

Das Freibad Ittertal wurde komplett geflutet.

Todesopfer in Solingen - Mann (82) stirbt nach Sturz in überflutetem Keller

Solingen. Nach Auskunft der Solinger Feuerwehr gibt es ein Todesopfer zu beklagen. Die Person wurde aus einem Kellerschacht geborgen und noch reanimiert, verstarb aber auf dem Transport ins Krankenhaus. Der 82 Jahre alte Mann war nach einem Sturz im überfluteten Keller seines Hauses mit dem Kopf unter Wasser geraten, sagte eine Sprecherin der Wuppertaler Polizei am Donnerstag. Nach Angaben der Stadt Solingen war der Mann zunächst gerettet und wiederbelebt worden. Er sei nach dem Transport ins Krankenhaus gestorben.

Der Balkhauser Kotten am Donnerstagmorgen.

Im Verlauf des Abends sowie der Nacht wurden durch die Rettungskräfte 200 Einsätze abgearbeitet, rund 250 Einsätze sind noch abzuarbeiten. Die Zahl der geretteten und evakuierten Personen lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Es ist davon auszugehen, dass allein in Unterburg bis zu 600 Menschen betroffen gewesen sind.

Unterburg bleibt bis auf weiteres komplett gesperrt - vom ehemaligen Rathaus bis zum Burger Bahnhof.

Update 15. Juli, 7 Uhr+++ Krisenstab: Keine Entwarnung - Polizei bittet: Absperrungen unbedingt beachten

Solingen. Feuerwehr und Polizei sind weiter im Dauereinsatz. Die befürchtete ganz große Flutwelle ist über Nacht ausgeblieben. Dennoch sind ungezählte Keller vollgelaufen, etliche Menschen in Not benötigten Hilfe. Aktuell bittet die Polizei darum, Absperrungen unbedingt zu beachten; Warnbaken nicht beiseite zu räumen oder zu versuchen, abgesperrte Straßen dennoch zu benutzen. Die L74 ist zwischen Parkplatz Burgholz und Sonnborn wegen Geröllmassen auf der Fahrbahn derzeit gesperrt.

Laut Krisenstab der Stadt Solingen hat die Feuerwehr Verstärkung angefordert, angesichts der landesweit schwierigen Lage sei Hilfe aber vorerst nicht zu erwarten. Der Krisenstab versuche derzeit, ein komplettes Lagebild zu bekommen. Für die kommenden zwei bis drei Stunden sei nach Auskunft des Wupperverbandes auf jeden Fall weiterhin von einem konstant hohen Pegelstand der Wupper auszugehen. „Damit kann vorläufig auch keine Entwarnung gegeben werden.“ Bis auf weiteres ist es aufgrund der Gefahrenlage strikt untersagt, die evakuierten Gebiete zu betreten.

Solingen: Rückkehr nach Evakuierung ist noch nicht absehbar

Wann eine Rückkehr möglich ist, lasse sich zur Stunde noch nicht sagen. Ebenso wenig ist derzeit absehbar, wann wieder eine Versorgung mit Strom und Gas möglich ist. Die Anlagen müssen zunächst überprüft und ggfs. auch repariert und gereinigt werden, um die technische Sicherheit gewährleisten zu können. Selbiges gilt für die privaten Hausanschlüsse. Alle Brücken im Bereich der Wupper sind vorerst zu meiden. Auch hier sind Sicherheitsüberprüfungen notwendig. Durch die Sperrung von Brücken und Straßen ist mit erheblichen Beeinträchtigungen des Verkehrs zu rechnen.

Hier geht es zu Teil 1 des Tickers zum Hochwasser in Solingen am 14. Juli 2021.

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