Solingen-Wald

Thomas Philipzen: Kabarett zwischen Ernst und Nonsens

Thomas Philipzen wollte vor allem Schönes erzählen, wo es doch aktuell so viel Negatives gebe.
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Thomas Philipzen wollte vor allem Schönes erzählen, wo es doch aktuell so viel Negatives gebe.

Kabarettist begeistert rund 200 Gäste im Walder Stadtsaal. Dabei schlägt er die Brücke von „Aber“-Bürgern bis zu Lactoseintoleranz, vom Berufswunsch Influenzer bis zur Gewichtheberin.

Von Andreas Römer

Solingen. Fest im Griff hatte Kabarettist Thomas Philipzen das Publikum am Donnerstagabend im Walder Stadtsaal. Der gebürtige Ostwestfale freute sich, dass Wald zum Rheinland gehört - das hatte ihm Peter Wirtz in der Anmoderation erläutert, der Vorsitzende der Walder Theatertage. Da sei also von einer Grundfröhlichkeit auszugehen, wie Philipzen sofort bemerkte, nachdem er für sich und sein Aufwachsen im erzkatholischen Paderborn Mitleid erfahren hatte.

In zwei Stunden begeisterte der Kabarettist das Publikum mit Ernstem und mit einfachem Nonsens: „Deutsche Autofahrer sind immer so aggressiv – nur Geisterfahrer sind entgegenkommend.“ Er arbeitet sich an der AfD und italienischen Faschisten ab, erregt sich über die „besorgten Bürger“, die im Prinzip ja immer dafür seien und dann ein „Aber“ folgen ließen.

Und immer wieder bindet er das Publikum ein, schafft es mühelos, zwischen vorbereitetem Text und Improvisationen hin- und herzuspringen, nimmt Stimmung und Anmerkungen aus dem Saal auf.

Den Blick mal aufs Schöne lenken

Er wolle vor allem von Schönem erzählen, wo es doch aktuell so viel Negatives gebe. Wie er sich freuen kann, wenn der ICE vor dem Kölner Bahnhof warten muss, weil man zu früh sei – das seien doch schöne Momente, so Philipzen.

Und wie heiß es denn in diesem Sommer in Solingen gewesen sei, fragt er. Im Münsterland sei es ja so heiß gewesen, dass das Getreide schon als Popcorn geerntet wurde und die Kühe direkt H-Milch gegeben haben.

Themen von Michel bis Bundesjugendspiele

Philipzen wirft auch einen kritischen Blick auf die Kinder und Eltern von heute. „Mein größtes Vorbild als Kind war Michel von Lönneberga – heute wollen die Kinder Influencer werden“, ist er entsetzt. Das liege aber vor allem an den Eltern, die heute ja dem „Outdoor-Brüting“ verfallen seien: „Die sitzen 21 Jahre auf den Blagen“, so Philipzen. Diese Eltern hätten doch alle einen „an der Waffel“ und seien sicherlich auch der Grund für die Laktoseintoleranzen, die es in seiner Jugend gar nicht gegeben habe.

Er erzählt von Digitalisierung, von Klassentreffen oder Bundesjugendspielen und bringt sein Publikum zum Lachen mit seinen sportlichen Darstellungen vom Schlagballweitwurf oder einer chinesischen Gewichtheberin – alles in Zeitlupe.

Sein Blick auf die Evolution ist geprägt von der Frage, warum es niemand von unseren Vorfahren in Millionen Jahren geschafft habe, einen CO2-Reduktions-Staubsauger zu erfinden.

So fanden es die Zuschauer

Die knapp 200 Zuschauer zeigten sich begeistert, jubelten und verabschiedeten Thomas Philipzen mit langanhaltendem Applaus.

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