Bühne

Theaterstück wirft Blick in die Zukunft

Das Stück startete zunächst mit Workshops im VHS-Forum. Anschließend fand ein Spaziergang in der City statt.
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Das Stück startete zunächst mit Workshops im VHS-Forum. Anschließend fand ein Spaziergang in der City statt.

Im VHS-Forum gab es eine interaktive Mischung aus Schauspiel und Science Fiction.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Wie soll das „Humanotop“, eine lebenswerte Zukunftsstadt, aussehen? Was müsste konkret in Solingen anders sein, um dieses Ziel, zu erreichen? Dieser Frage ging am Freitagabend das Brachland-Ensemble mit seinem gleichnamigen, interaktiven Theaterstück im VHS-Forum nach. Den Abschluss machte nach 90 Minuten langen, intensiven „Workshops“ mit den zu Teilnehmern gewordenen Zuschauern ein „Live-Walk“ durch die Solinger Innenstadt.

Mit dem Betreten des VHS-Forum startete ein Mix aus Theaterspiel, Wissenschaft, Planung, Gedankenspiel, Animation und Unterhaltung, in dem die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, zwischen Schauspiel und Wissenschaft ständig verwischten. Der abschließende Spaziergang durch die spätabendliche City schuf schließlich eine Verbindung zwischen der zuvor im „Labor“ erfahrenen und erarbeiteten Theorie und echtem Leben. Sonja Baumhauer, Chefin des Kulturmanagements und als „Hologramm“ dabei, bedauerte, dass nur sechs Karten für dieses innovative Format verkauft worden waren. „Offenbar konnten sich viele nicht recht vorstellen, was hier heute geschieht“, sagte sie.

Jede Aufführung von „Humanotop“ ist anders

Diejenigen, die sich neugierig auf dieses für Solingen komplett neue Theater-Konzept eingelassen hatten, verloren schnell ihre anfänglich spürbare Unsicherheit. Die Ensemble-Schauspieler Mariann Yar, Miriam Schollmeyer und Dominik Breuer, der auch für Konzept und Regie verantwortlich war, nahmen souverän mit ins Science-Fiction-Setting. Digitale Anleitungen aus dem Off, elektronische Hintergrundmusik oder die betont wissenschaftliche Sprechweise der in Overalls gekleideten „Wissenschaftler“ simulierten die Zukunft. Gleichzeitig wurde die „Labor“-Situation signalisiert. Gegenstände wurden zu „Artefakten“, die angestrebte Rückkehr zum verlorenen Gleichgewicht in der Natur zur „Restitution“.

Es ging um ein Gedankenspiel: Um 5 nach zwölf hat es die Menschheit geschafft, allen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen zum Trotz, das Ruder herumzureißen und das System der Welt wieder ins Lot zu bringen. Wie könnte sie das hinbekommen haben? Um das zu beantworten, waren die interaktiven Zuschauer gefragt, die mit ihrem Rundgang durch den aufgebauten Gedanken-Experimente-Parcours, mit Spiel-Situationen und Diskussionsrunden die „Daten“ zur Analyse dieses erfolgreichen Prozesses lieferten.

Jede der Aufführungen von „Humanotop“ sei einzigartig, schreibt Dominik Breuer auf der Internetseite des Brachland-Ensembles, das am Sonntag auf Einladung der ISG Ohligs spielte: Je nachdem, welche Konstellation an Menschen dort zusammentreffe, sei jeder Abend anders.

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