Theaterstück macht Übergriffe kindgerecht zum Thema

Das Theaterstück mit Tine und ihrem „Teugel“ fördert bei Kindern das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung. Foto: Michael Strahlen
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Das Theaterstück mit Tine und ihrem „Teugel“ fördert bei Kindern das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung.

„Ganz schön blöd!“ – Gastspiel in der Cobra

Von Jutta Schreiber-Lenz

Merscheid Am Ende kannte Tine den Unterschied zwischen „petzen“ und „Hilfe holen“ ganz genau: „Wenn alle gegen mich sind und ich mich deshalb richtig schlecht fühle, darf ich Hilfe holen“. Ihr „Teugel“, ein zu ihr geschickter noch unexaminierter und deshalb noch in der Zwischenstufe zwischen „Teufel“ und Engel“ befindlicher Schutzengel, hatte ihr schließlich den Boden zu dieser Erkenntnis bereitet.

So war am Ende alles gut: Tine hatte gelernt, dass man unfaire Klassenkameraden und unverschämte Brüder von Freundinnen erfolgreich in ihre Schranken weisen darf, ohne gleich eine Petze zu sein. Das Theaterstück „Ganz schön blöd“, das sich Grundschüler der Westersburg und der Katternberger Straße gemeinsam mit Lehrern und Betreuern in der Cobra anschauten, traf offensichtlich genau den Nerv der jungen Zuschauer. Spielerisch widmete sich das Präventionstheater des Vereins Zartbitter dem Thema Übergriffe.

Immer wieder ist Zeit für Interaktion

Lebendige Dialoge, gespickt mit kleinen Gags, die prompt amüsierte Lacher im Saal auslösten und mit peppigen Songs gemixt wurden – da kam in den knapp anderthalb Stunden keinerlei Langeweile auf. Im Gegenteil: Schnell fesselte das Bühnengeschehen, zumal immer wieder auch Interaktion, zum Beispiel bei Quizlösungen gefragt war. So förderte „Ganz schön blöd!“ ganz nebenbei und unterhaltsam das Vertrauen von Kindern in die eigene Wahrnehmung, unterschied zwischen schönen und blöden Gefühlen und unterstützte normales Misstrauen gegenüber Grenzverletzungen.

So begegnete den Schülern und Schülerinnen in der Hauptfigur Tine ein Mädchen, in der sich viele gut wiederfinden konnten: Einerseits kess und tough, auch im Umgang mit dem bei ihr überraschend gestrandeten „Teugel“, dem sie verbal ordentlich Paroli bot. Andererseits unsicher im Umgang mit „richtigen“ Problemen wie dem ständigen Mobbing im Schulbus durch eine „blöde“ Clique und ihre arrogante Anführerin. Richtig schwierig wurde es für Tine, als der Bruder ihrer Freundin Jenny heimlich aufgenommene Fotos der beiden Mädchen aus dem Badezimmer im Internet hochladen wollte: Den Eltern oder der Polizei davon erzählen, trotz dessen Drohung, in diesem Fall die Katze der Freundin zu quälen? Wie sollte sie aus der Erpresserfalle herauskommen?

Unverhofft war es der „Teugel“, der schließlich doch noch zu Schutzengel-Hochform auflief, ihr mit striktem Handeln zur Seite stand und ganz nebenbei dann auch noch seine Schutzengel-Prüfung bestand.

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