Virtuelle Performance

Theater 4.0: Besucher erleben digitale Vielfalt

Die virtuelle Performance „Giordano Bruno remote“ rückt den Priester und Kämpfer für die Aufklärung in den Mittelpunkt des Geschehens.Foto: Jens Vetter
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Die virtuelle Performance „Giordano Bruno remote“ rückt den Priester und Kämpfer für die Aufklärung in den Mittelpunkt des Geschehens.

Neue Formate setzen sich künstlerisch mit spannenden technischen Möglichkeiten auseinander.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Die Corona-Pandemie hat einen deutlichen Schub für digitale Formate der Kultur ausgelöst. „Auch wenn wir uns zukünftig wieder auf Live-Kulturerlebnisse freuen, so werden wir unsere gewonnenen Erfahrungen und Kompetenzen nutzen, um parallel digitale Kulturinhalte anzubieten“, schreibt Sonja Baumhauer als Chefin des Solinger Kulturmanagements im neuen Programmheft. Das wird es übrigens künftig – im Sinne der umweltfreundlichen Nachhaltigkeit – passend dazu, hauptsächlich in digitaler Form geben. „Verstärkt auf das Internet zu setzen bei der Programmankündigung hat zudem den Vorteil, dass wir flexibler sein können, wenn es um eventuelle Änderungen geht“, sagt Baumhauer. Auch da sei die Corona-Zeit ein deutliches Brennglas gewesen. Schon vor der Pandemie sei aber klar gewesen, dass die fortschreitende Digitalisierung spannende künstlerische Möglichkeiten für alle Bereiche des kulturellen Lebens bietet. Längst sei die digitale Welt nichts mehr, was man ausschließlich den Jüngeren überlassen könne, dann gehe man einen entscheidenden Zukunftsschritt nicht mit, betont Baumhauer.

„Orlando“ – ein Besuch in einem begehbaren Theaterstück

Mit Theater 4.0. werden nun die Solingerinnen und Solinger eingeladen, gemeinsam neue Wege zu gehen: Neue Formate setzen sich künstlerisch mit den neuen technischen Möglichkeiten auseinander und regen zum Austausch über deren Einfluss auf die Gesellschaft an. Ein Kennenlernen mit der Künstlichen Intelligenz „Orlando“ ist ebenso möglich, wie ein appgesteuerter Besuch der Arbeitswelt 4.0. im „begehbaren Theaterstück“ von Annette Müller. Vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung digitaler Technik in allen Lebensbereichen beleuchtet das Stück die Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeitswelt auf den einzelnen Menschen und die Gesellschaft. Es basiert auf einer eigens dafür programmierten App, lässt Experten zu Wort kommen, stellt Fragen, fordert Entscheidungen und überrascht mit Video-und Soundeffekten.

Die hybride Veranstaltung „Lokal Europa“, bei der ein Teil des Publikums die Inszenierung im Theater und Konzerthaus erlebt, ein anderer Teil online via Stream, macht einen Kulturgenuss außerdem auch noch ortsunabhängig möglich. Mit dem Themenfeld der digitalen Gesichtserkennung setzt sich die Veranstaltung „Recognize me 2.0“ auseinander.

Das webbasierte Browserspiel „Romea und Julio“ bietet eine interaktive Neuinterpretation von Shakespeares „Romeo und Julia“. Hier kann man wahlweise in eine der beiden Figuren schlüpfen und muss versuchen, sich gegen Vorurteile, Schubladendenken, Anfeindungen oder andere Widerstände der Familien zu behaupten. Entwickelt vom Solinger Regisseur und Autor Andreas Schäfer, wurde dieses Konzept vom NRW-Kultursekretariat mit einem Preis ausgezeichnet.

Die Computerinstallation „Giordano Bruno remote“, ebenfalls konzipiert von Andreas Schäfer, liefert im Theaterfoyer das tiefe Wissen zum Kämpfer für die Aufklärung. Sie reagiert dort live auf Eingaben, die aber auch von überall auf der Welt per Internet gemacht werden können.

30 Zitate können hierfür auf einer Webseite per Stichwort ausgesucht werden. Diese virtuelle Performance findet gleichzeitig im Theaterraum und auf der Webseite des Projektes statt, kann also von überall beobachtet werden.

Kartenvorverkauf und Spielplan

Online: ab Montag, 16. August, 9.30 Uhr: www.theater-solingen.de

Im Zuge der Kontaktreduzierung bittet das Kulturmanagement darum, den Onlineshop in der Saison 2021/2022 verstärkt zu nutzen.

Kasse: Die Kasse verkauft ab dem 3. August Eintrittskarten. Telefonisch, Tel. 20 48 20, steht das Team der Theater- und Konzertkasse zu folgenden Zeiten zur Verfügung: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, 9.30 bis 12.30 Uhr; zudem Dienstag, 16.30 bis 18.30 Uhr und Donnerstag, 16.30 bis 19.30 Uhr. Auf der Internetseite wird bekanntgegeben, ob die Kasse für Besucher geöffnet ist.

Rabatt: Statt Abo-Reihen gibt es die Theatercard. Mit Bronze, Silber oder Gold gibt es zwischen 10 und 30 Prozent Rabatt auf den normalen Kartenpreis.

Spielplan: Gedruckt ist er nur an der Theaterkasse für 4 Euro erhältlich.

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