Texte und Töne verschmelzen im Orgelsommer

Michael Mohr spielte Klarinette, Andrea Wingen ließ Klavier und Orgel in der Gräfrather Klosterkirche erklingen.Foto:Christian Beier
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Michael Mohr spielte Klarinette, Andrea Wingen ließ Klavier und Orgel in der Gräfrather Klosterkirche erklingen.Foto:Christian Beier

Vorletztes Konzert der diesjährigen Musikreihe

Von Jutta Schreiber-Lenz

Mit großem Beifall endete am Sonntag auch das jüngste Konzert des diesjährigen Orgelsommers. Damit drückten die rund 40 Zuhörer ihre Begeisterung und Wertschätzung für die Leistung der Protagonisten in der vergangenen Dreiviertelstunde aus. Diese hatten in der Gräfrather Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt an diesem Nachmittag zu einem träumerischen Spaziergang zwischen Tönen und Texten eingeladen hatten.

Wie bei den Konzerten zuvor hatte Organisator Kamil Gizenski auch diesmal darum gebeten, zwischen den einzelnen Programmpunkten nicht zu klatschen und stattdessen das Konzert wie aus einem Guss zu genießen. Dafür sorgte auch Stadtdechant Michael Mohr, der nicht als Pfarrer agierte, sondern mit der Klarinette für besondere Töne sorgte. Gemeinsam mit Andrea Wingen, die Orgel und Klavier in Szene setzte, sorgte Mohr für ein buntes Potpourri an Stilen und Epochen an diesem Nachmittag.

Mit Gefühl aber auch voller Energie etwa erklang Christian Sindings „Frühlingsrauschen“ auf dem Piano. Zudem wurde Saint-Saëns Schwan aus dem „Karneval der Tiere“ zum Leben erweckt, so dass er vor dem inneren Auge des Publikums langsam und bedächtig seine Kreise auf einem imaginären See zog. Auch schräg angeschnittenen Blues-Tönen aus „Porgy and Bess“ („Summertime“) konnte gelauscht werden. Diese entführten die Zuhörer in die Sommerhitze der amerikanischen Südstaaten im vergangenen Jahrhundert.

Eingestreut in die vielfältigen Klänge – mal gemeinsam musiziert, mal als Solo präsentiert - ergänzten ausgewählte Texte oder Gedichte das jeweilige Thema. So las Stadtdechant Mohr beispielsweise den „Sommerwind“ von Ingrid Streicher. Ebenso zitierte er Passagen zur „Nacht“ aus Goethes Faust II, die sich Richard Rodgers geschmeidigem Jazz-Evergreen „Blue Moon“ anschmiegten. Für die letzten beiden Stücke wechselten die Ausführenden schließlich auf die Orgel-Empore: Lefèvres Sonata F-Dur und Dubois „In Paradisum“ rieselten von dort oben auf die knapp 40 Zuhörenden hinab und luden zum Schluss noch einmal ausdrücklich zum Tagträumen in der sakralen Atmosphäre der Kirche ein.

Am kommenden Wochenende gibt es das Finale des Orgelsommers

Am kommenden Sonntag endet der diesjährige 32. Orgelsommer mit dem Duo Unicum: Ingrida Spalinskaité und Giedré Siaulyté spielen dann auf einer keltischen Harfe und der Kanklès – ein litauisches Zupfinstrument – Werke von Monteverdi, Pachelbel und anderen alten Meistern.

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