Mundartlesung

Texte in Solinger Platt biete Unterhaltung

„Solger Wuorteln“ – unter diesem Motto stand die Mundartlesung, die am Freitagabend in der Stadtbibliothek stattgefunden hat.

Von Wolfgang Günther

Die Autorinnen und Autoren nahmen dabei die Solinger Eigenheiten auf die Schippe. Auch der Zwist zwischen dem leicht rheinischen Tonfall der Ohligser und dem angeblich reinem Platt der anderen Stadtteile wurde humorvoll persifliert.

Als Sektion des Bergischen Geschichtsvereins gründete sich 1951 die Mundartgruppe „De Hangkgeschmedden“. Diese hatte die Pflege der typischen Solinger Sprache zum Ziel. Und das gelang, denn alle Mitglieder entdeckten früher oder später ihre dichterische Ader. Viele Bücher und Anthologien in Solinger Platt erschienen im Laufe der Jahrzehnte, Vorträge in Poesie und Prosa waren immer gut besucht.

Dazu brachten Laiengruppen in jedem Jahr Stücke Solinger Autoren auf die Theaterbühne. Die „Hangkgeschmedden“ sind bis heute aus dem Solinger Stadtleben nicht wegzudenken. „Allerdings sind wir nicht mehr so viele Mitglieder wie vor einigen Jahren noch“, berichtete Judith Schreiber von den besten Zeiten der Mundartgruppe. Zum knappen Dutzend heutiger Mitglieder gehört Brunhild Triesch, die früher an der Grundschule Scheidter Straße Solinger Platt als Unterrichtsfach lehrte.

Zu der Lesung am Freitagabend im gut besuchten Lichtraum der Stadtbibliothek hatten neben Judith Schreiber auch Ulrich Langenberg und Andreas Erdmann ihre Texte mitgebracht. Dazu gesellte sich mit Heidi Theunissen eine der erfolgreichen Lustspiel-Autorinnen der Stadt.

Die Lesung in der Stadtbibliothek endete stilecht

Lacher erntete die Szenen von Frau Schleutermann und Frau Klein, alias Heidi Theunissen und Judith Schreiber. Der Tratsch und Klatsch der beiden Hausfrauen auf dem „Dürpel“ waren feine Szenen des Humors, aber auch typisch Solingen. In die alte Zeit des Solinger Handwerks führte Ulrich Langenberg die Zuhörer mit seinen Erzählungen über seine Lehre als Scherenschleifer. Besonders lustig waren seine Schilderungen von diversen Arztbesuchen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Cellistin Anna Steden.

Andreas Erdmann, Jahrgang 1962, gehört zu einer neuen Generation der Mundartgruppe. „Wir hoffen immer auf jüngere Menschen, mit Interesse an der Pflege unserer Mundart, die nie verloren gehen darf“, meinte Judith Schreiber.

Erdmann hat sich mit dem kessen Widderter Jungen „Schmetzepie“ eine Kunstfigur geschaffen, die für immer neue Geschichten aus Solingen gut ist. Niemand kann wissen, wie die Zukunft der Solinger Mundart aussieht. Die Besucher in der Standbibliothek fühlten sich jedenfalls bestens unterhalten und stimmten am Ende gerne das „Bergischen Heimatlied“ mit an.

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