Teststäbchen sind nicht krebserregend

Dr. Volker Soditt ist Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Solingen. Foto: Süleyman Kayaalp
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Dr. Volker Soditt ist Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Solingen.

Von Dr. Volker Soditt

Selbsttests auf eine Corona-Infektion sind ein geeignetes Mittel, um die Ausbreitung der Infektionen einzudämmen. Der regelmäßige Einsatz in Kindergärten und Schulen ist sinnvoll, weil aktuell die Infektionszahlen in dieser Altersgruppe sehr hoch sind. Kinder und Jugendliche erleiden zwar wenig schwere Verläufe, können aber die Infektion aus Schule und Kindergarten nach Hause tragen. Um so schlimmer sind Gerüchte, dass die verwendeten Watteträger und Tupfer krebserregend seien. Dies hat viele Eltern von der Zustimmung zu den Tests abgehalten. Das Gerücht geht auf einen Facebook-Eintrag Mitte März zurück, der sich seitdem „viral“ verbreitet hat. Der Beitrag zitiert dabei die Seite des Nationalen Krebsinstitutes der USA: „Die Fähigkeit von Ethylenoxid, DNA zu schädigen, macht es zu einem wirksamen Sterilisationsmittel, erklärt aber auch seine krebserregende Aktivität.“ Tupfer und Watteträger dürfen keine Keime oder DNA enthalten. Sie werden deshalb mit Ethylenoxid behandelt. Der Autor des Beitrages folgert daraus, dass mit Ethylenoxid behandelte Tupfer dementsprechend auch krebserregend sind. Ethylenoxid ist ein gasförmiger Stoff und demnach flüchtig. Eine Beschichtung der Tupfer mit dem Stoff – wie behauptet – findet nicht statt. Was das Internet verschweigt, ist, dass Ethylenoxid eines der am häufigsten verwendeten Sterilisationsinstrumente im Gesundheitswesen ist. Dementsprechend wird ein großer Aufwand betrieben, um sicherzustellen, dass keine gesundheitsgefährdenden Rückstände darin enthalten sind. Die Behauptung entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.

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