Coronavirus

Testkosten: Fast wöchentlich gibt es neue Regelungen

Dr. Stephan Kochen macht Abstriche bei Patienten. Foto: Tim Oelbermann
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Dr. Stephan Kochen macht Abstriche bei Patienten.

Viele verschiedene Behörden sind für die Corona-Abrechnungen zuständig.

Von Alexandra Dulinski

Solingen. Ob Kontaktperson, Reiserückkehrer oder Patient mit Symptomen: Viele Menschen müssen sich derzeit auf das Coronavirus testen lassen. Ein ST-Leser berichtete kürzlich, dass er sich als Urlauber in den Herbstferien auf das Virus habe testen lassen. Nun aber habe er die Rechnung zugeschickt bekommen und müsse die Kosten selbst tragen.

Hintergrund des Tests waren die geltenden Beherbergungsverbote für Menschen, die aus damaligen Hotspot-Gebieten in andere Regionen innerhalb Deutschlands einreisen wollten. „Zu Beginn der Herbstferien hatte das NRW-Gesundheitsministerium angewiesen, Bürgern aus damaligen Hotspot-Kommunen in der ersten Herbstferienwoche, also im Zeitraum bis 17. Oktober, kostenlose Tests auf Sars-CoV-2 zu ermöglichen, sofern diese in den Herbstferien verreisen wollten“, erklärt Christoph Schneider, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, die Rechtslage.

„Dass im Einzelfall Fehler gemacht werden, kann passieren“, berichtet Dr. Stephan Kochen, Geschäftsführer des Solinger Praxisnetzes Solimed und Internist. „Die Regelung in den Herbstferien kam so schnell, dass die Abrechnungsziffer noch fehlte“, erklärt er. Deshalb werde es am Anfang Verzögerungen gegeben haben. Auch in seiner Praxis habe es einen solchen Fall gegeben – der Patient entschied sich dafür, den Test selbst zu zahlen. „Die Schlagzahl der Politik ist höher als das, was die Strukturen leisten können“, berichtet Kochen. Christoph Schneider erklärt, dass viele Ärzte und Angestellte bereits seit Monaten am Limit arbeiten würden: „Die Testungen von Patienten mit und ohne Corona-Symptomen sind und waren für die Praxen im Rheinland eine große Herausforderung.“

Beinahe wöchentlich kämen neue Verordnungen, so Kochen, das sei eine „schlimme Situation“. Er würde sich wünschen, dass Regelungen erst veröffentlicht würden, wenn feststehe, wie die Durchführung aussehen soll.

Zudem gebe es nicht nur einen Kostenträger, sondern gleich mehrere. Zehn verschiedene Testszenarien führt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein auf, die alle unterschiedlich abgerechnet werden müssen: Den Test einer Person mit Corona-Symptomen zahle so beispielsweise die Krankenkasse, die Kosten bei Beschäftigen in Schulen und Kitas trägt das Landesgesundheitsministerium. Die Tests von Kontaktpersonen und solchen, die über die Corona-App gewarnt wurden, übernimmt das Bundesamt für soziale Sicherung. „Das ist deutsche Gründlichkeit“, sagt Stephan Kochen.

Corona: In den Impfstoff ist viel Geld geflossen

Die Abrechnungsziffern müssen dabei beim Abstrich händisch eingetragen werden, die EDV komme nicht mehr hinterher, wie Kochen über die derzeitige Situation berichtet. „Das Normalgeschäft leidet darunter.“

Besserung sei allerdings erst in Sicht, wenn etwa 20 bis 30 Millionen Menschen geimpft sind, schätzt Kochen. Und zur Impfung rät er jedem: „Viele zögern, weil der Impfstoff so schnell gekommen ist. Diese Beschleunigung gab es aber deshalb, weil viel Geld geflossen ist und nicht, weil Abkürzungen genommen wurden.“ Je kränker jemand sei, desto eher solle er sich impfen lassen, denn umso eher profitiere er davon.

Stadt erweitert das digitale Angebot rund um Corona und Hilfsangebote: Quarantäne-Assistent läuft in Solingen-App.

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