Schnelle Hilfe im Notfall

Telenotarzt könnte noch 2023 zum Einsatz kommen

Zur Unterzeichnung kamen die Landräte (v. r.) Thomas Hendele (Mettmann) und Olaf Schade (Ennepe-Ruhr-Kreis), Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Dezernent Matthias Nocke (Wuppertal), Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz und Hermann Greven (Feuerwehr Leverkusen).
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Zur Unterzeichnung kamen die Landräte (v. r.) Thomas Hendele (Mettmann) und Olaf Schade (Ennepe-Ruhr-Kreis), Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Dezernent Matthias Nocke (Wuppertal), Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz und Hermann Greven (Feuerwehr Leverkusen).

Vier Großstädte und zwei Landkreise im Bergischen Land installieren gemeinsames System.

Von Anja Kriskofski

Bergisches Land. Noch in diesem Jahr könnte der Telenotarzt im Bergischen Land zum Einsatz kommen. Gestern unterzeichneten Oberbürgermeister und Dezernenten von Solingen, Remscheid, Wuppertal und Leverkusen sowie die Landräte der Kreise Mettmann und Ennepe-Ruhr auf Schloss Burg die Gründungsvereinbarung für das Telenotarztsystem Bergisches Land. „Wenn das Vergabeverfahren optimal läuft, könnte es noch 2023 klappen“, sagte Dr. Arne Köster, Ärztlicher Leiter der Berufsfeuerwehr im Kreis Mettmann. Der Telenotarzt unterstützt Rettungssanitäter bei Einsätzen digital aus der Leitstelle.

Wie das aussehen könnte, wurde in einem kurzen Video als Beispiel gezeigt: Der Rettungsdienst wird zu einem Mann gerufen, der sich beim Fußballspielen einen Bruch zugezogen hat. Weil ein Notarzt wegen anderer Einsätze nicht verfügbar ist, gibt der Telenotarzt über Mobilfunk Anweisungen, welche Schmerzmittel die Rettungssanitäter dem Patienten für den Transport verabreichen sollen. Die Vitalwerte des Mannes werden ihm in Echtzeit auf den Bildschirm in der Leitstelle übertragen. In diesem Beispiel wäre es nicht nötig, noch einen Notarzt zu schicken, erklärte Köster. Der Patient könne nach der Entscheidung ins Krankenhaus gebracht werden.

So ist das System gedacht: Der Telenotarzt kann die Rettungssanitäter bis zum Eintreffen des Notarztes unterstützen – oder entscheiden, dass dieser nicht kommen muss. Köster: „Der Notarzt kann dann für zwingende andere Einsätze verfügbar sein.“

Arbeitsplätze für Telenotarzt in Mettmann und Leverkusen

In Aachen laufe das Telenotarztsystem bereits, das in ganz NRW aufgebaut werden soll. Für die Trägergemeinschaft im Bergischen Land hatte das Landesgesundheitsministerium bereits Ende 2021 grünes Licht gegeben. In den vier Städten und zwei Landkreisen leben rund 1,6 Millionen Menschen. Arbeitsplätze für den Telenotarzt werden Mettmann sowie Leverkusen sein, sagte Köster. „Aber je nachdem, wie sich das Einsatzaufkommen entwickelt, könnte später ein weiterer Standort hinzukommen.“ Als nächstes müsse das Telenotarztsystem Bergisches Land nun der Bezirksregierung Düsseldorf vorgelegt werden. Danach steht das Ausschreibungsverfahren an, um einen Anbieter für das System und das Personal zu finden. Bei neuen Rettungswagen sei der Einbau der neuen Technik bereits vorbereitet.

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) lobte die Kooperation der Feuerwehren in den vier Städten und zwei Landkreisen. „Das ist ein gutes Zeichen.“ Er erinnerte daran, dass bei der Flutkatastrophe 2021 auch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Remscheid in Unterburg im Einsatz waren.

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