Historisches Foto

Wo in Solingen sind sie gerne Schlittschuhlaufen gewesen?

Wer in diesem Winter Schlittschuhlaufen möchte, kann das in der Eishalle oder im Ittertal tun. ST-Leser Jürgen Evertz glitt früher über den Teich am Kannenhof. Wer erinnert sich an den Ort? Welche anderen Möglichkeiten gab es zum Eislaufen in Solingen? Schreiben Sie uns gerne Ihre Erinnerungen und Anekdoten bis Donnerstag, 8. Dezember.redaktion@solinger-tageblatt.de
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Wer in diesem Winter Schlittschuhlaufen möchte, kann das in der Eishalle oder im Ittertal tun. ST-Leser Jürgen Evertz glitt früher über den Teich am Kannenhof. Wer erinnert sich an den Ort? Welche anderen Möglichkeiten gab es zum Eislaufen in Solingen? Schreiben Sie uns gerne Ihre Erinnerungen und Anekdoten bis Donnerstag, 8. Dezember.redaktion@solinger-tageblatt.de

Das ST erinnert sich mit dem vergangenen historischen Foto an die Hochzeit der „Münzfernsprecher“. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem neuen Foto?

Von Wilhelm Rosenbaum

Das muss man den Enkelkindern im 21. Jahrhundert sicher erst einmal erzählen: Dass der Opa, als Mami oder Papi in der Zeit der jungen Bundesrepublik geboren wurden, schnurstracks aus dem Haus rannte, um einen Arzt oder die Hebamme zu informieren.

Denn natürlich suchte der Großvater damals – es war das Jahrhundert weit vor Handy und Smartphone – jenes gelbe Häuschen in der Nachbarschaft auf, von dem man, reichlich Geldstücke und Groschen vorausgesetzt, Orts- und sogar Ferngespräche führen konnte.

Für Deutschland waren gelbe Telefonzellen typisch. Sukzessive sind sie aus dem Stadtbild verschwunden.

Ein solches führte Simone Wagner am 12. Dezember 1982. Dass sie sich an diesen Tag noch so gut erinnern kann, hat einen simplen Grund: Von London aus gratulierte die ST-Leserin ihrer Mutter zum 58. Geburtstag. Das Gespräch erfolgte natürlich nicht in einer gelben, sondern stilecht in einer markant roten englischen Telefonzelle.

Anno 2022 ist dieser Teil der kommunikativen Information ein Stück Historie: Die letzten Telefonzellen verschwinden – und mit ihnen die Erinnerungen an Liebesschwüre, an Hilferufe, an Nettes oder Tröstendes, das in der besagten Zelle – die ersten wurden schon in der wilhelminischen Kaiserzeit, ab 1899 platziert – besprochen werden konnte.

Der technische Fortschritt ist unumkehrbar: Deutschland startete einst mit rekordverdächtigen 150 000 Apparaten. 2011 waren noch 60 000 in Betrieb, 2013 nur noch 48 000 „öffentliche Telefonstellen“. Der Schwund war einfach nicht mehr aufzuhalten, mochte die Frankfurter Kulturhistorikerin Lioba Nägele im Tageblatt das gelbe Häuschen noch so begeistert als „radikaldemokratisches Medium“ feiern.

Leider hatte die jene Zellen aufstellende Bundespost auch nicht immer ein glückliches, sprich einfühlsames Händchen, wenn es um ihr Monopol ging. So verzweifelten Solinger Kommunalpolitiker Mitte der 1980er Jahre, als es um die Realisierung einer richtig netten Idee ging: Der bekannte Walder Haushaltsgeräte-Hersteller Robert Krups, der bekanntlich seit 1964 im irischen Limerick ein funktionierendes Zweigwerk unterhielt und sich intensiv um partnerschaftliche Kontakte zur grünen Insel bemühte, wollte der Klingenstadt ein original irisches Telefonhäuschen schenken. Aber weil die Bundespost ihr Okay dazu verweigerte, stand das Insel-Häuschen jahrelang anschlusslos auf dem Fabrikgelände an der Foche.

Markantes Rot: Diese alte englische Telefonzelle steht in einem Walder Vorgarten.

Natürlich hat auch die Solinger Mundart das Telefon begleitet, seit 1883 die Firma Weyersberg, Kirschbaum & Co die erste lokale Fernsprechleitung verlegen ließ. In unserem Dialekt war das kurz und knackig eine „Kallmaschinn“. Mit der führte Mundart-Autor Karl Wupper zu nachtschlafender Zeit 1990 in der heiteren Geschichte „Nen Kall met Amerika“ nämlich ein Überseegespräch mit einem ehemaligen Solinger Mitbürger.

Nur was die gelbe Telefonzelle angeht, hat sich (noch) keine Mundart-Formel gefunden. Zwar gäbe es ersatzweise schon mal ein „Hüsken“ – aber das ist ein völlig anderes und sehr spezielles Örtchen.

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