Emissionsfreies Fahren

TBS kehren Straßen mit Elektro-Maschine

Führen die Maschine vor (v. l.): Fuhrparkmanagerin Heidi Baltes, Jan-Tobias Welzel, Teilbetriebsleiter, André Schubert (TBS) und Manuel Graf, Sachgebietsleiter Stadtbildpflege.
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Führen die Maschine vor (v. l.): Fuhrparkmanagerin Heidi Baltes, Jan-Tobias Welzel, Teilbetriebsleiter, André Schubert (TBS) und Manuel Graf, Sachgebietsleiter Stadtbildpflege.

Fuhrpark soll mit Hilfe von Fördermitteln weiter elektrifiziert werden.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Auf der Internationalen Fachmesse für Abwasser- und Abfalltechnik (IFAT) wurde die neue Elektro-Kompaktkehrmaschine bereits mit der Beschriftung der Technischen Betriebe Solingen (TBS) ausgestellt. Seit einigen Wochen ist die CityCat VR50e auf den Straßen der Klingenstadt unterwegs. Weltweit sei es die erste Maschine der neuen Baureihe, die ausgeliefert wurde, sagte Andreas Spiegelhauer von der Herstellerfirma Bucher Municipal. Entsprechend groß sei das Interesse: „Wir bekommen viele Anfragen aus anderen Kommunen, deren Technische Betriebe sich das Fahrzeug anschauen möchten“, berichtete Heidi Baltes, Fuhrparkmanagerin der TBS.

Der Neuzugang ist die zweite E-Kehrmaschine der Technischen Betriebe von 19 Kehrfahrzeugen insgesamt. Die kleinere Elektro-Version ist bereits seit August 2021 im Einsatz. Weil der Hersteller gleichzeitig zwei Produktfamilien auf den Markt gebracht habe, war die Wartezeit lang: Drei Jahre vergingen, bis das Fahrzeug auf dem Hof an der Dültgenstaler Straße stand. Mit dem CityCat zählten nun 45 E-Fahrzeuge zum Fuhrpark der TBS, erklärt Baltes. Davon seien der Großteil Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. „Geladen werden sie mit dem Strom, den wir selbst im Müllheizkraftwerk erzeugen.“

Die Umstellung hat dennoch ihren Preis. Für die Anschaffungskosten von 445 000 Euro hätten die TBS 185 000 Euro an Fördermitteln vom Bund erhalten. Im Vergleich zu einer Kehrmaschine mit Dieselmotor mussten die Technischen Betriebe selbst dennoch 60 000 Euro mehr bezahlen. Das werde über den Lebenszyklus der E-Kehrmaschine kompensiert, so Baltes: „Sie soll ja geringere Werkstattkosten verursachen, und die Treibstoffkosten fallen weg.“

Kehrmaschinen werden nach fünf bis sieben Jahren ausgemustert

TBS-Mitarbeiter André Schubert ist seit einigen Wochen mit der neuen Kehrmaschine auf Solingens Straßen unterwegs. „Das Fahren ist ruhiger. Man hört nur noch die Besen und den Exhauster.“ Letzterer saugt den aufgenommenen Dreck in den Schmutzbehälter ein. Die Steuerung erfolgt über ein Tablet und ein Bedienelement mit Knöpfen in der Fahrertür – eine Art Joystick. Mit einer Batterieladung könne die Maschine eine achtstündige Tour fahren.

Auf lange Sicht soll der ganze Betrieb elektrifiziert werden, erklärt Manuel Graf, Sachgebietsleiter Stadtbildpflege. Die TBS beteiligten sich jetzt an einem weiteren Förderaufruf, um zwei Lkw mit E-Antrieb und drei weitere E-Kleinkehrmaschinen anzuschaffen, sagt Heidi Baltes. „Ohne Fördermittel ist das finanziell nicht zu stemmen.“ Kehrmaschinen hätten eine Lebensdauer von fünf bis sieben Jahren, danach werden sie verkauft oder als Reservefahrzeuge behalten.

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