Corona-Krise

Taxiunternehmern bricht der Umsatz weg

Taxifahrer Ferhat Alkan verdient an manchen Tagen nicht einmal 20 Euro. Foto: Christian Beier
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Taxifahrer Ferhat Alkan verdient an manchen Tagen nicht einmal 20 Euro.

Fahrer warten stundenlang auf eine Fahrt – bei der Novemberhilfe fallen sie durchs Raster.

Von Moritz Jonas

Solingen. Taxiunternehmen zählen zu den Notleidenden in der Corona-Krise. In Solingen fehlen den Taxifahrern oftmals bis zu 80 Prozent der Einnahmen. Ferhat Alkan, Taxifahrer aus Solingen, beschreibt die aktuelle Situation wie folgt: „Wir sind im Moment alle am Boden.“

Auch für Alkan, der sein Unternehmen allein betreibt, ist es schwer, sich über Wasser zu halten. Eigentlich sei es seit März mit Beginn des ersten Lockdowns schwierig, Fahrten an Land zu ziehen. Während dieser Zeit habe er teilweise bis zu neun Stunden auf eine Fahrt warten müssen. Und selbst nachdem sich die Lage wieder etwas entspannt hatte, habe er teilweise immer noch Stunden auf eine Fahrt warten müssen. „Es gibt Tage, da gehe ich mit 11 bis 17 Euro nach Hause,“ sagt Alkan.

Er ist gewiss nur einer von vielen, die um ihre Existenz kämpfen müssen und eigentlich auf Hilfszahlungen angewiesen wären, um ihre Ausfälle ansatzweise kompensieren zu können. Hinzukomme, dass die Branche bei den Novemberhilfen leer ausgehe. Dies habe fatale Konsequenzen für die Fahrer. „Obwohl das Taxigewerbe hart durch die Maßnahmen getroffen wird, erhalten wir aufgrund einer bloßen Formalie keine Hilfe,“ erklärt Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen. Denn laut Personenförderungsschutzgesetz sind die Fahrer verpflichtet, ihre Taxis dem öffentlichen Personennahverkehr zur Verfügung zu stellen – unabhängig von dem, was kommt.

Gleichzeitig sind viele Wagen besonders von den großen Taxiunternehmen auf Kredit gekauft und diese Zahlungen laufen weiter – ganz egal, wie es um den Umsatz steht. Ertan Cati, Geschäftsführer der Taxizentrale in Solingen, sagt viele Hersteller hätten zwar angeboten, die Zahlungen in Zeiten des Lockdowns auszusetzen. Aber trotz dieser Geste bleibe das Problem bestehen, erklärt Cati. „Es entlastet die Unternehmer aktuell, aber sobald es wieder normal läuft, werden die gestundeten Zahlungen auf einmal fällig. Weil keine Rücklagen geschaffen werden können, kann es für viele problematisch werden.“

Auch Alkan merkt die Folgen der momentanen Situation und zeigt sich wenig hoffnungsvoll, was die Zukunft angeht: „Viele meiner Kollegen mussten ihre Autos schon verkaufen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele die Krise überleben werden.“

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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