Preiserhöhung

Taxifahren in Solingen wird wohl teurer

Ertan Cati ist Geschäftsführer der Taxizentrale Solingen. Er hält eine Erhöhung des Taxentarifs für unumgänglich.
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Ertan Cati ist Geschäftsführer der Taxizentrale Solingen. Er hält eine Erhöhung des Taxentarifs für unumgänglich.

Zwei große Faktoren belasten die Branche. Ab Oktober soll ein neuer Tarif gelten.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Der Taxentarif in Solingen soll steigen. Entsprechende Anträge von Taxiunternehmen liegen der Verwaltung vor. „Die Kolleginnen und Kollegen stehen im Austausch mit der Taxizentrale und der Fachvereinigung Personenverkehr NRW und machen sich gerade ein Bild“, bestätigt die städtische Pressestelle auf ST-Anfrage. Im Gespräch ist ein Anstieg von rund 25 Prozent.

Der in Solingen gültige Taxentarif ist in einer Rechtsverordnung festgelegt. Um die Preise zu verändern, braucht es einen Beschluss der Politik. Das Verfahren, um das Thema in die Diskussion einzubringen, ist angestoßen. In Wuppertal ist man bereits einen Schritt weiter: Dort steigt der Tarif ab August um rund 25 Prozent.

Das sorgt für die Preiserhöhungen

Zwei Entwicklungen sind dort wie hier ursächlich für den Schritt. Zum einen sind da die gestiegenen Ausgaben für Kraftstoffe. Zum anderen liegt der Mindestlohn ab Oktober bei 12 Euro. „Beides trifft uns“, betont Ertan Cati. Deshalb habe die Taxizentrale Solingen, deren Geschäftsführer er ist, eine Abstimmung unter den angeschlossenen Fahrern initiiert. Das Ergebnis: Knapp zwei Drittel sprachen sich für eine Preiserhöhung aus.

Projekt soll das Taxigewerbe im Bergischen elektrifizieren

Daraufhin habe er Kontakt zu Taxi Schwarte und Taxi Cocco – zwei der größten Anbieter vor Ort – aufgenommen. Die Verantwortlichen verständigten sich darauf, wie hoch die Beförderungsentgelte aus ihrer Sicht zukünftig sein sollten. Der entsprechende Antrag wurde Cati zufolge am 12. Mai bei der Stadt gestellt. Er hofft, dass das Verfahren durchlaufen ist, bis der neue Mindestlohn kommt: „Gut wäre, wenn der neue Tarif ab Oktober gilt.“

Ich finde es zum Kotzen.

Taxifahrer Ferhat Alkan über die geplante Anpassung des Tarifs

Peter Gasper wünscht sich ebenfalls eine schnelle Einigung. „Wie sollen wir die aktuelle Situation sonst auffangen?“, fragt der Geschäftsführer von Taxi Schwarte. Allein der höhere Mindestlohn bedeute einen „riesigen Sprung“ auf der Ausgabenseite. Gennarino Cocco, Chef von Taxi Cocco, bestätigt das. Zwar stellt er wie Cati und Gasper fest, dass sich die Nachfrage aus dem coronabedingten Tief gearbeitet hat, vor allem tagsüber. Die Preissteigerungen fressen dieses Plus allerdings auf. Deshalb würde Cocco einen angepassten Tarif begrüßen. Er weiß jedoch, dass es diesbezüglich in der Branche auch andere Meinungen gibt.

Bei Ferhat Alkan zum Beispiel. „Ich finde es zum Kotzen“, kommentiert der selbstständige Taxifahrer die Diskussion über neue Preise deutlich. „Mit jeder Preiserhöhung fallen ein paar Kunden weg, die sich Taxifahren nicht mehr leisten können“, legt er nach.

An seinen Äußerungen wird ein grundsätzlicher Konflikt deutlich: Taxiunternehmen, die einen oder mehrere Fahrer beschäftigen, hoffen auf eine Erhöhung. Selbstständige Einzelkämpfer, für die der Mindestlohn kein ausschlaggebendes Kriterium ist, fürchten um ihre Kundschaft.

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