Sparmaßnahme

Taubenhaus fällt Rotstift zum Opfer

Insbesondere rund um den Neumarkt sind Tauben eine Plage. Foto: Uli Preuss
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Insbesondere rund um den Neumarkt sind Tauben eine Plage.

Stadtverwaltung hat Anschaffung aus Kostengründen trotz Beschluss des Rates gestrichen.

Von Stefan Prinz

Das geplante und bereits beschlossene Taubenhaus in der Solinger Stadtmitte wird es nicht geben. Die Stadtverwaltung hat die Anschaffung gestrichen. Der Grund: Die hoch verschuldete Stadt muss sparen. Das hat am Donnerstag eine Rathaussprecherin auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt.

Stattdessen würden nun vermehrt Netze als Schutz vor den Tauben installiert. Außerdem seien Hohlräume an Gebäuden verschlossen worden, die sich zum Nisten anbieten. Auf diese Weise wolle man kostengünstiger gegen eine Vermehrung der zahlreichen Vögel vorgehen.

Der überraschende Verzicht auf das Taubenhaus ist damit offensichtlich das Ende einer jahrelangen Debatte um die Eindämmung der Taubenplage rund um den Graf-Wilhelm-Platz in der Stadtmitte. Der Rat hatte Ende des vergangenen Jahres nach langer Diskussion 21 000 Euro für die Anschaffung und für das erste Jahr Betrieb bewilligt.

Das Taubenhaus ist ein allgemein anerkanntes, tierfreundliches Mittel, um die Taubenvermehrung einzudämmen. Eine simple Idee, die gemeinsam mit Aufklärungsarbeit in Großstädten wie Augsburg oder Basel zu Erfolgen geführt hat. Legen die Tauben ihre Eier im Taubenhaus, werden diese durch Attrappen aus Gips ersetzt. So wird auf lange Sicht die Population eingedämmt – ohne den Tieren zu schaden.

Damit sich die Tiere in dem Taubenhaus wohlfühlen und die Nistgelegenheiten dort annehmen, erhalten sie vor Ort auch Futter. Wer allerdings als Bürger Tauben aus falsch verstandener Tierliebe irgendwo in der Stadt füttert, riskiert ein Ordnungsgeld.

Eine klebrige Paste kommt aus Tierschutzgründen nicht infrage

Die Diskussion, ob und wie ein Taubenhaus kommen soll, gibt es schon mehr als drei Jahre. Schon 2016 gab es ein Haus in den Clemens-Galerien, das nicht weiterbetrieben wurde. Auch ist es mit dem Austausch der Eier alleine nicht getan. In der Innenstadt wurden an allen bevorzugten Taubenplätzen Metallstifte angebracht. So will man es den Tieren so unbequem wie möglich machen.

Besonders am Haltepunkt Mitte sind die Tiere eine Plage. Erst sollte hier ein Taubenhaus entstehen. Diese Planung wurde aus Kostengründen verworfen. Und eine klebrige Paste, die auf Leitungen gestrichen wird, um den Tieren den Aufenthalt unangenehm zu machen, darf aus Tierschutzgründen nicht verwendet werden.

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