Techno, Computerstimmen, Greta Thunberg

Dieses Tanztheater geht unter die Haut

Die Gesellschaft wurde bei dem Tanztheater als Ansammlung von Affen dargestellt. Foto: Christian Beier
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Die Gesellschaft wurde bei dem Tanztheater als Ansammlung von Affen dargestellt.

Projekt „2186 – Nemesis“ bietet eine düstere Prognose für die Menschheit. Weitere Aufführung in dieser Woche.

Von Tanja Alandt

Solingen. Bei der Aufführung des Projekts „2186 – Nemesis“ ließ das Tanztheater 55-plus „Meine Zeit - Ein Raubtier“ ein beeindrucktes und nachdenkliches Publikum zurück. Viele Besucher blieben nach dem Stück noch länger auf ihren Plätzen sitzen. Eigentlich sollte die Aufführung im Februar stattfinden, war wegen eines Wasserschadens im Pina-Bausch-Saal des Theaters und Konzerthauses aber verlegt worden.

In dem Stück geht es um den Klimawandel und die Überlebensprognose der Menschheit. Mithilfe eines fiktiven Videotagebuches sowie Tanzeinlagen und Performances setzen sich ein „digitaler Adam“ mit seinem Avatar, den er vervielfältigen kann und eine „Eva aus Fleisch und Blut“ mit dem zerstörten Paradies auseinander. Dieses hatten die Generationen zuvor so hinterlassen.

Die Idee zu dem Stück hatte Marcus Grolle vor drei Jahren. Er las, dass die Menschheit 2186 aufgrund des Klimawandels und ihrer fehlenden Schwarmintelligenz aussterben wird. Dies hatten die Wissenschaftler Stephen Hawking und Frank Fenner prognostiziert.

Tanztheater 55+: “2186-Nemesis“

Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
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Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
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Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier
Generalprobe
Generalprobe Tanztheater 55+ - Nemesis 2186 © Christian Beier

Er überlegte, was passieren würde, wenn ein junges Pärchen die Möglichkeit hätte, zurückzureisen, falls sich die Menschheit nicht im Fleischkonsum oder Autofahren mäßigt und der gerechte Zorn Nemesis erscheint. Vor zwei Jahren reichte er das Konzept ein. Dass sich in der Zwischenzeit die Flutkatastrophe ereignete oder Orkane wüteten, bestätigte die Künstler in ihrem Tun.

Greta Thunbergs Stimme passte zur düsteren Atmosphäre

In dem bedrückenden, futuristischen Stück, das unter anderem aus Techno und Computerstimmen besteht, wurde unter der künstlerischen Leitung von Marcus Grolle, Renate Kemperdick und Stephan Haeger die Gesellschaft in Form von Affen dargestellt. Greta Thunbergs Stimme ergriff zudem das Publikum in der düsteren Atmosphäre mit ihrer Stimme, die eindringlich „How dare you?“ fragte.

Viele Zuschauer saßen nach kräftigem Applaudieren etwas nachdenklich, teilweise sogar verstört oder ratlos auf ihren Plätzen und blickten auf die leuchtende Weltkugel, die auf der Bühne zurückgelassen wurde.

„Wir sind etwas konsterniert, es war beeindruckend, sehr komplex. Aber es war schon heftig, gerade jetzt in der schwierigen Zeit. Die Bilder gleichen sich, es ging total unter die Haut, aber das soll es ja auch“, sagte Susanne Oehler. Nach dem Stück bot sich viel Gesprächsstoff für sie und ihre Freundin Barbara. Sie bemerkten, dass sich das Tanztheater von Jahr zu Jahr verbessere.

Auch die Mitwirkenden waren zufrieden. „Wir haben uns anfangs etwas schwergetan und mussten uns erst einmal einfinden“, berichteten Heike Kugel und Anette Schmitz. Renate Kemperdick, die mit Grolle für die Choreografie, Recherche und Bühne zuständig ist, war „happy“, dass alles so gut geklappt hatte. Das wochenlange Proben in der Cobra hatte sich gelohnt.

Erst bei der Generalprobe im Theater wurden die Videos auf der Leinwand hinzugefügt, berichtete der dafür zuständige Stephan Haeger und erläuterte seine angewandte Lichttechnik, die wie Hologramme wirkte: Durch das Projizieren der Bilder auf einen Schleier, konnten die verschiedenen Welten parallel stattfinden.

Mittwoch: Aufführung in der Gesenkschmiede Hendrichs

Am Mittwoch, 16. März, 19 Uhr, wird „2186- Nemesis“ erneut aufgeführt – aufgrund der Umgebung im Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs inhaltlich etwas verändert.

Hintergrund: Das Projekt

Die Aufführung des Cobra-Kulturzentrums entstand in Kooperation mit dem Kulturmanagement und der Bergischen VHS. Förderer sind der Förderfond Kultur und Alter sowie das Land NRW.

Auch interessant: KreaConvention: Kulturbörse im Juni wird zum Festival

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