Corona

Tanzlehrerin schreibt über die Pandemie

„Kaninchen schubsen am Ozean“ ist ein Kinderbuch zum Ausmalen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Die Geschichte um Kaninchen Liesefinchen, dessen Welt durch ein tückisches Virus durcheinandergerät, war eine Blitzidee, die Michaela Niederhagen kam. „Am 7. April machte es bei mir im Kopf plötzlich ,Klick‘ und in der sich anschließenden Vollmondnacht habe ich das Roh-Skript einfach runtergeschrieben“, sagt die Tanzpädagogin, die mit ihrer Ballettschule Siebentanz eigentlich in ganz anderer Weise in Solingen bekannt ist als durch Literarisches.

„Das ist ja wie Kaninchen schubsen am Ozean“ sei einer der schrägen Unsinnsvergleiche gewesen, die ihr verstorbener Mann Rolf gerne benutzte, wenn er eine Situation beschreiben wollte. „Dieser verrückte Satz lebt schon lange in meinem Kopf und plötzlich wurde er zum Schlüssel für die Geschichte über die Parallelwelt der Kaninchen, die in mir hochstieg und aufgeschrieben werden wollte“.

Zeichnungen laden Kinder zum Ausmalen ein

Auf schmunzelnd machende Weise erklärt ihr Buch die Corona-Pandemie für Kinder wie für Erwachsene bezaubernd verständlich und unterhaltsam: Nur Dr. Q. R. Antäne kann die erkrankten Kaninchen erfolgreich behandeln und zwischendurch geht die Mär um, dass der Kauf von weichen und weißen Hamstern die Situation erleichtern könne. Etwas, was sich schnell als Unsinn herausstellt und die Käufe von Hamstern beendet.

Passend zum Text hat Michaela Niederhagen talentiert den Zeichenstift aktiviert: Die „Hamsterpassage“ etwa lässt einen durch illustrierte Klopapierrollen grinsen. Bewusst hat sie auf Koloration verzichtet. „So können die Zeichnungen ausgemalt werden“, sagt sie. „Das macht allen Kindern Spaß“.

Gekonnt spielt Michaela Niederhagens Kaninchenbuch auf zwei Ebenen: Einerseits gefällt die spannende Kindergeschichte mit offenem Ende. „Da wollte ich nichts vorwegnehmen und zudem auch die Fantasie auf die Reise schicken“. Andererseits spiegelt die Geschichte für Erwachsene die bisherigen Phasen der Pandemie, lässt seit März Erlebtes Revue passieren und das Geschehen reflektieren.

Freunde, französische und englische Muttersprachler, haben ihre kurzen Texte übersetzt, so dass das Buch dreisprachig bei „Book on demand“ verlegt werden konnte. Auf diese Weise hofft sie nun ihr eigenes Virus, ein Lese-Virus, um die Welt schicken zu können. „Am besten im Austausch zu Sars-CoV-2.“

Die Bücher werden nach Bestellung frisch gedruckt: „Das kann in jedem Buchladen geschehen und auch online.“

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