Ausstellung

Syrischer Maler Khereddin Obeid verarbeitet Flucht und Heimweh

Dirk Balke vom Arteck zeigt ab heute eine Ausstellung des syrischen Künstler Khereddin Obeid im Internet mit Video-Vernissage. Foto: Michael Schütz
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Dirk Balke vom Arteck zeigt ab Samstag eine Ausstellung des syrischen Künstler Khereddin Obeid im Internet mit Video-Vernissage.

Galerist Dirk Balke stellt seine neue Ausstellung ins Internet – Einzelbesuche sind nach Absprache möglich.

Von Karl-Rainer Broch

Der syrische Künstler Khereddin Obeid war bereits im letzten Jahr in der Galerie Dirk Balke im Arteck am Küllersberg 1 vertreten, allerdings nur bei der Gruppenausstellung „#impulse2020“, jetzt aber in einer Einzelpräsentation von 19 Bildern und sechs Skulpturen. Da in der kleinen Galerie Besucher nur schwer Abstand voneinander halten können, kann man die Kunstwerke erneut nur im Internet begutachten.

Der Galerist führte als Ersatz für eine Vernissage ein Video-Interview mit dem 2015 aus Syrien geflüchteten Künstler, der nicht nur malt, sondern in der arabischen Welt sich auch als Kinderbuchautor und Verfasser von Theaterstücken einen Namen gemacht hat. Die Antworten kommen auf Arabisch, Obeids Sohn übernimmt das Übersetzen.

Mit der Internet-Präsenz ist Dirk Balke zufrieden: „Die Leute, die sich für bestimmte Werke interessieren, kommen nach Absprache nach Gräfrath und können sich vor Ort das Bild oder die Skulptur ansehen.“ Er bedauert aber auch: „Mir fehlen die großen Eröffnungen, wenn man sich beim Feiern mit den Künstlern auch austauschen kann.“

In seinen Bildern hat der jetzt in Neuenhaus in Niedersachsen lebende Khereddin Obeid die Eindrücke von der Flucht nach Deutschland und dem Heimweh nach Syrien verarbeitet. Man sieht in dem Ölgemälde „Ertrinken“, wie sich Hände aus dem Meer nach oben recken, um eine helfende Hand zu ergreifen. Der in Beton eingedrückte Abdruck eines Akkordeons ist eine versteinerte Anklage, dass man keine Feste mehr feiern kann.

Auf seiner Flucht begleiteten den Maler nur zwei Bilder

Nur zwei kleine Bilder hat der 1969 in Idlib in Syrien geborene Obeid mit auf die Flucht nehmen können. Sie sind 2010 entstanden und wirken mit ihren farbig ausgesplitterten Flächen fast kubistisch. In seinen in Deutschland gemalten Bildern hat er diese Technik weiterentwickelt. Alles wirkt fröhlich. Dazu kommt, dass in fast allen Werken Figürliches wie Tiere und Menschen mit eingearbeitet ist. Der gefesselte bunte Vogel symbolisiert, dass die verschiedenen Kulturen und Religionen früher friedlich nebeneinander lebten. Man erkennt die Hoffnung, dass das wieder einmal möglich sein wird. Faszinierend ist das Porträt einer Eule, Symbol der Weisheit, die den Betrachter aus verschieden großen Augen eindringlich ansieht. Die langgestreckten Skulpturen aus Birnen- oder Eichenholz drücken Hoffnung aus, man sieht eine Schwangere, Tanz und das „Warten auf den letzten Moment“. Zu sehen ab heute über die Homepage der Galerie.

www.dirkbalke.com

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