Personalentscheidung

Synode bestätigt Superintendentin im Amt

Dr. Ilka Werner bleibt vier weitere Jahre im Amt. Archivfoto: cb
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Dr. Ilka Werner bleibt vier weitere Jahre im Amt.

Ilka Werner führt Evangelischen Kirchenkreis weiterhin – Debatte um Zukunft der Gemeinden.

Von Andreas Tews

Solingen. Wichtige Personalentscheidungen und die Zukunft der zehn Kirchengemeinden bestimmten die Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises am Wochenende. Im Amt der Superintendentin bestätigte die Synode Dr. Ilka Werner. Sie steht damit für vier weitere Jahre an der Spitze des Kirchenkreises. In dieser Zeit soll unter anderem darüber entschieden werden, ob die zehn Kirchengemeinden selbstständig bleiben oder fusionieren.

Die Synode ist das wichtigste Leitungsgremium des Kirchenkreises. Ihr gehören rund 70 Delegierte vor allem der Kirchengemeinden an. Das Gremium tagt zweimal im Jahr. Dieses Mal fand die Tagung weitgehend digital statt.

Bei der Wahl zur Superintendentin erhielt Werner 62 Ja-Stimmen – bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Außer ihr wurde unter anderem auch ihr Stellvertreter und Sprecher des Kirchenkreises, Thomas Förster, im Amt bestätigt. In ihrem Jahresbericht hatte Werner zuvor die Gemeinden dafür gelobt, dass sie sich in der Corona-Krise „digital neu erfunden und analog nicht aufgegeben“ hätten. Dennoch müsse die Kirche auch Kritik an ihrer Arbeit ernst nehmen. Selbstkritik bezeichnete Werner als „Identitätsmerkmal“ der Kirche.

Hauptthema am zweiten Tag der Synode war nach Försters Angaben der Zukunftsprozess „Klingenkirche 2030“. Intensiv sei über die Zuständigkeiten bei der Verwendung von Kirchensteuermitteln und den Einsatz von Personal diskutiert worden. Mehrheitlich hätten sich die Synodalen dafür ausgesprochen, dies neu zu organisieren. Möglich sei, dass Kompetenzen von den Gemeinden zur Synode wandern, um spätestens ab 2024 eine neue Regelung in Kraft zu setzen. Die Hoffnung ist, durch solidarische Lösungen die flächendeckende Versorgung mit Pfarrern und anderen Mitarbeitern – vor allem in der Jugendarbeit, im sozialen Dienst und bei der Kirchenmusik – sicherzustellen. Diese Überlegungen sind laut Förster wegen zurückgehender Einnahmen nötig. Außerdem bleibe der Nachwuchs für den Pfarrdienst aus.

Bis 2024 soll zudem entschieden werden, ob die zehn Kirchengemeinden in gegenwärtiger Form selbstständig bleiben können. Diskutiert wird über einen Verband selbstständiger Gemeinden und über eine Fusion zu drei Großgemeinden.

Standpunkt: Kirche neu erfinden

Von Andreas Tews

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Das Leben in den Kirchengemeinden ruht auch in Pandemiezeiten nicht. Die Gemeinden haben Wege für seelsorgerische Arbeit gefunden, die auch mit räumlichem Abstand funktionieren. Auf digitalem Weg haben sogar etliche Gläubige den Weg zur Kirche gefunden oder zurückgefunden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es vielen Menschen besonders in Krisenzeiten wichtig ist, Werte und Institutionen zu haben, an denen sie sich festhalten können. Dies bringt ihnen nicht nur Trost und Orientierung. Auch der Begriff „Nächstenliebe“, der vielen so abgedroschen erscheint, gewinnt derzeit eine neue Bedeutung. Doch wenn sich die evangelischen Gemeinden bei ihrem Projekt „Klingenkirche 2030“ neu für die Zukunft aufstellen, muss über die Krisenzeit hinausgedacht werden. Personelle Kontinuität an der Spitze des Kirchenkreises ist da hilfreich. Die Kirche muss sich neu erfinden. Dabei ist Sparen nicht alles. Die Gemeinden müssen mit zeitgemäßen Mitteln ihren Glauben und ihre Werte vermitteln. Und sie müssen sich bei wichtigen gesellschaftlichen Themen weiterhin einmischen. 

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