Klassik

Symphoniker machen die Geschichte hinter den Noten lebendig

Orchester präsentierte russische Klassik von Schokastowitsch – Pianist Joseph Moog beeindruckt mit seinem Spiel.

Von Philipp Müller

Solingen. Leise brummend starten die Kontrabässe in Dmitri Schostakowitschs 10. Sinfonie. Generalmusikdirektor Daniel Huppert und die Bergischen Symphoniker dringen beim 9. Philharmonischen Konzert gemeinsam mit den Besuchern im Großen Konzertsaal des Theater und Konzerthauses tief in die russische Seele vor. Das ist durch den Krieg in der Ukraine ungeplant aktuell. Die Biografie von Schostakowitsch ist geprägt von Bedrohungen durch Diktator Stalin.

1953 starb dieser und der Komponist fragt nach dem Beginn durch die alles weckenden Bassklänge mit leisen Klängen im ersten Satz scheinbar nach, ob er nun wieder arbeiten darf. Er gibt die Antwort und nimmt mit in eine musikalische Welt des 20. Jahrhunderts, die Gefühle ausdrückt, klagt, versöhnt und glänzend unterhält.

Junger Pianist wird zum Teil des Orchesters

Mit dichtem Spiel, und großer Dynamik lassen die Symphoniker die Geschichte hinter den Noten lebendig werden. Da ist im zweiten Satz die Wut des Komponisten über die Unterdrückung in einem lauten Scherzo zu spüren. Im dritten und vierten Satz stellte das Orchester dann die russische Seele Schostakowitschs vor, die eine Aufbruchstimmung zu neuen Ufern präsentiert. Huppert formt die Symphoniker dabei zu einem großen Gesamtinstrument, dass die Sinfonie aus einem Guss erscheinen lässt.

Genauso hatte Huppert es schon vor der Pause gemacht. Da stand das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 von Sergei Prokofjew auf dem Programm. Das ist von allen Fesseln der Spätromantik befreit, spielt mit Dissonanzen, Rhythmuswechseln und lässt atonale Stellen zu. Und doch ist es tief russisch.

Für den Solisten des Abends, den jungen Pianisten Joseph Moog, keine leichte Aufgabe. Er muss schnell zur Einheit mit dem Orchester werden und hat kaum Raum für Solos. Das machte er toll und so unter der Leitung von Huppert auch diesen Teil des Philharmonischen Konzerts zusammen mit den Symphonikern zu einem echten Klangerlebnis. Das hätte sicher mehr als die nur rund 300 Besuchende verdient gehabt. Die dankten am Ende jeweils mit herzlichem Applaus.

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