Energiskrise

Stadt und Stadtwerke beantworten wichtige Fragen zur Energiekrise

Ihre wirtschaftliche Lage bezeichnen die Stadtwerke als „stabil und solide“.
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Ihre wirtschaftliche Lage bezeichnen die Stadtwerke als „stabil und solide“.

SWS-Finanzen sind „stabil und solide“.

Von Philipp Müller und Manuel Böhnke

Solingen. Eindringlich warnt der Deutsche Städtetag „vor dem Aus für einzelne oder mehrere Stadtwerke als Folge der Energiekrise“. In dieser Woche forderte der Zusammenschluss vom Bund einen Rettungsschirm für kommunale Energieversorger – umgehend. Diesen Vorstoß unterstützt Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) „vollauf“, heißt es aus dem Rathaus. Das ST hat die Verantwortlichen um Antworten auf wichtige Fragen zur Energiekrise gebeten.

Wie steht es wirtschaftlich um die Stadtwerke Solingen (SWS)?

Die wirtschaftliche Lage bezeichnen Tim Kurzbach (SPD) und SWS-Geschäftsführer Andreas Schwarberg als „stabil und solide“. Ein Grund dafür sei die Strategie, Energie langfristig zu beschaffen. Unter „großen externen Ereignissen“ würde die Wirtschaftlichkeit allerdings leiden. Beispielhaft führen Kurzbach und Schwarberg den Ausfall großer Gaslieferanten an. Auch hätte es „deutlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage“, könnten massenhaft Kunden ihre teureren Rechnungen trotz staatlicher Hilfe nicht mehr bezahlen.

Wie reagieren Stadt und SWS auf die gestiegenen Risiken?

Das Problem: Wie lassen sich im Ernstfall die nötigen Mittel aufbringen, um Energieversorger zu stützen, die in Schieflage geraten sind? Diese Frage beschäftigt viele Kommunen – auch Solingen. Es werden „vorstellbare Szenarien durchdacht, um ableiten zu können, welche Hebel gegebenenfalls zu betätigen sind“, erklären die Verantwortlichen.

Führt die aktuelle Lage zu einem Strategiewechsel der SWS?

„Die Stadtwerke Solingen haben sich schon vor der aktuellen Krise auf Veränderungen in der Energiewelt vorbereitet“, betont Aufsichtsratsvorsitzender Carsten Voigt (CDU). Das Gremium werde seit November 2021 regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen auf den Energiemärkten und den möglichen Folgen einer Gasmangellage informiert. Voigt verweist darauf, dass die SWS vor eineinhalb Jahren einen Strategiewechsel eingeleitet haben. Das Ziel sei die Abkehr von CO2-emittierenden Produkten wie Erdgas im Sinne der EU-Nachhaltigkeitsvorgaben. „Neue Produktfelder wie PV-Anlagen, Elektromobilitätslösungen und nachhaltige Wärmeprodukte, wie sie sich in der Entwicklung befinden, belegen das“, betont Carsten Voigt.

Müssen sich SWS-Kunden auf weitere Preissteigerungen einstellen?

Für November haben die Stadtwerke eine Erhöhung des Gaspreises um durchschnittlich 70 Prozent angekündigt. Auch die Kosten für Strom werden zum Jahreswechsel steigen. Eine weitere Anpassung der Strom- und Gaspreise nach oben seien wie bei anderen Energieanbietern wahrscheinlich. Das erklärten die SWS vor der Ankündigung der Bundesregierung, eine Strom- und Gaspreisbremse einzuführen. Wie die Regelung aussehen wird, ist noch nicht bekannt.

Mit dem Einkauf zu unterschiedlichen Zeiten und unterschiedlichen Preisen versuchen die SWS laut eigenen Angaben, ihr Energieportfolio breit aufzustellen. Nicht möglich sei es, über einen bestimmten Zeitraum zu vorher bestimmten Konditionen einzukaufen: „Wir erwerben regelmäßig über mehrere Jahre hinweg kleine Tranchen an den Energiemärkten. Dies führt in der Summe zu einem gemittelten Preis und zeigt unseren Risiken mindernden Ansatz.“

Wie schätzen die Stadtwerke die Versorgungslage ein?

Die deutschen Gasspeicher sind zu mehr als 90 Prozent gefüllt. Genügt das, um über den Winter zu kommen? Das hänge stark vom Verhalten der Verbraucher ab, betonen die Stadtwerke. Gelinge es den Privatkunden, 20 Prozent Gas im Winter einzusparen, wie es die Industrie im Sommer geschafft habe, gehen die SWS davon aus, dass es nicht zu einer Gasmangellage kommen wird. Voraussetzung: Der Winter wird nicht ungewöhnlich kalt.

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