Historisches Foto

Erkennen Sie, was wir heute als historisches Foto suchen?

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Erkennen Sie, was wir heute als historisches Foto suchen?

Mit dem Bau des Theaters im Jahr 1963 entstand auch die von uns gesuchte Treppe.

Von Moritz Jonas

„Dieses Mal war die Frage nicht so schwer zu erraten. Wer öfter im Theater war, dem fiel das nicht schwer“, sagt Andreas Schreiber, der die Treppe im Theater und Konzerthaus richtigerweise als unser historisches Foto der vergangenen Woche ausmachte.

Zurzeit geht leider niemand diese Stufen auf oder ab. Es bleibt zu hoffen, dass sich das bald wieder ändern wird.

Doch er ist bei Weitem nicht der Einzige, der sich an den Aufgang vom Foyer zum Pina-Bausch-Saal erinnern kann. Auch die ST- Leser Michael Schaper, Peter Siebenbach, Bernhard Fodor und Jürgen Röder zogen die richtigen Schlüsse.

Die Treppe führt die Besucher des Solinger Theaters schon seit knapp 60 Jahren zum großen Konzertsaal. Die Treppe sei nämlich 1963 im Zuge des Baus des Theaters errichtet worden, wie Alexander Langer weiß. Der Neubau für stolze 12,9 Millionen D-Mark musste errichtet werden, weil das alte Theater 1957 abgebrannt sei. Mutmaßlich, weil eine Garderoben-Frau ein Bügeleisen angelassen haben soll, berichtet Elke Steinhaus.

Seither ist also das Gebäude am Schlagbaum, wie Gabriela Knutzen richtig anmerkt, Austragungsort für kulturelle Veranstaltungen in Solingen. Rolf Hölterhoff hatte sogar das Glück, bei der Premierenvorstellung im neuen Theater dabei sein zu können.

Seit 58 Jahren führt die Treppe im Theater nun schon vom Foyer hinauf zum großen Pina- Bausch-Saal.

Sein Vater Rudolf Hölterhoff sei zu dieser Zeit als städtischer Kammermusiker und als Bratschist des städtischen Orchesters tätig gewesen, weshalb er ihm eine Karte habe besorgen können. Hölterhoff weiß aber auch, dass es zu dieser Premiere fast nicht gekommen wäre, denn die Stadtspitze hätte den Bau zunächst verhindern wollen.

Glücklicherweise ist es dazu nie gekommen, so dass dieses Konzert nur der Startschuss für viele weitere Auftritte war – zum Beispiel für diverse Tanzaufführungen. Gabi Büdenbender sei dort seit 2004 jährlich mit ihren Tanzkindern bei den Solinger-Tanztagen anzutreffen gewesen. „Es war jedes Jahr ein kleines Abenteuer mit einer Gruppe von 15 bis 20 Mädchen, zwischen drei und sechs Jahren“, schreibt Büdenbender.

Obwohl sie mittlerweile nicht mehr in Solingen wohnt, erinnert sich auch Birgit Mdluli-Gablik noch sehr gut daran, dass auch sie in den Achtzigern dort bei einem Auftritt das Tanzbein geschwungen habe. Vor den Tanzauftritten von Silke Jonas-Lehmkuhl als Tanzmariechen spielte sogar besagte Treppe stets eine große Rolle. Im Alter von vier bis 21 Jahren sei sie diese Treppe gefühlte 1000 Mal mit Aufregung vor ihrem Auftritt hoch und runter gelaufen.

Neben Tanz wurde im Theater aber auch schon für die ein oder andere Zwerchfell-Attacke durch die Großen der deutschen Komödie-Szene gesorgt. Ursula Fritsche habe beispielsweise Otto und Jürgen von der Lippe dort live gesehen. Michael Pusch kam sogar extra aus Leichlingen nach Solingen, um sich von Herbert Knebel und Hanns Dieter Hüsch zum Lachen bringen zu lassen. Auch die alljährliche Autoschau im Theater erfreut sich bei vielen einer großen Beliebtheit, so wie bei Andreas Krämer.

Neben Kultur und Freizeitveranstaltungen ist das Theater aber auch eine beliebte Stätte für politische Debatten. Die ehemalige NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann legte bei einer solchen den Grundstein für ihre Karriere in der Politik. Im Herbst 1989 habe sie an Ort und Stelle an ihrer ersten Ratssitzung teilgenommen. „Ganz schön aufgeregt war ich vor meiner ersten politischen Rede“, erzählt Löhrmann, Staatsministerin a. D.

„Die Treppe wurde häufig zum Flanieren genutzt.“
Norbert H. Posthum, ST-Leser

Aber egal, wie viel Prominenz sich über die Jahre im Theater die Klinke in die Hand gedrückt hat, manchmal wurde der Gang ins Theater auch nur bemüht, um sich selbst im Rampenlicht zu präsentieren. Hierbei war die gesuchte Treppe nicht ganz unwesentlich. „In den Pausen wurde die Treppe häufig zum Flanieren genutzt“, erzählt Norbert H. Posthum. Hierzu passt auch die Aussage von Regina Mengel. „So schlenderte ich in der Pause, als sich alle auf ein Glas Sekt stürzten, möglichst dekorativ die Treppe hinunter. Der Zweck war, eventuell einem netten jungen Mann aufzufallen“.

Neues Rätsel

Erkennen Sie, was wir heute als historisches Foto suchen? Was verbinden Sie mit dem Motiv? Welche Erinnerungen haben Sie? Senden Sie uns Ihre Antworten und Geschichten doch bitte bis kommenden Donnerstag, 11. Februar, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail. redaktion@solinger-tageblatt.de

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