Viertel

Architektur-Studenten: Der Central braucht frische Ideen

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Neun Studierende des Wuppertaler Architektur-Professors Dr. Guido Spars (4. v. r.) und seiner Mitarbeiterin Victoria Kunz (5. v. r.) entwickelten mögliche Projekte, mit denen der Bereich Central in Gräfrath aufgewertet werden könnte.

In Masterarbeiten schlagen angehende Architekten ein Begegnungszentrum, eine Veranstaltungshalle und ein Wohnprojekt vor.

Von Andreas Tews

Das Gräfrather Stadtviertel Central hat Stärken und Schwächen. Bei ihrer Ist-Analyse kamen Architektur-Studenten der Bergischen Universität zu dem Schluss, dass es zwar verkehrlich gut angebunden ist. Negativ falle aber auf, dass Wohnungen leer stünden und dass Fassaden verfallen wirken. Es brauche neue Ideen. Aus ihrer Bestandsanalyse entwickelten die Studenten unter anderem die Vorschläge, eine Veranstaltungshalle zu schaffen. Auch Kultur und moderne Wohnprojekte könnten für eine Belebung sorgen. Ihre Ideen stellten die neun Masterstudenten am Montagabend vor rund 50 Zuhörern in der Sekundarschule vor.

KAMPFKUNSTSCHULE

UMZUG Mit seiner Kampfkunstschule zieht Arnon Päffgen Ende September von Wald zum Central. Dafür baut er das Gebäude Schlagbaumer Straße 182/184 um. Derzeit ist darin unter anderem eine Fahrschule untergebracht. Die zieht bald aus.

Im Gebäude der Fahrschule wäre ein Wohnprojekt möglich.

Über die Zukunft des Central rund um die Kreuzung Schlagbaumer-/Focher-/Wuppertaler Straße wird seit Jahren diskutiert. Um neue Impulse zu setzen, nahm die Stadtverwaltung Kontakt mit dem Wuppertaler Architektur-Professor Dr. Guido Spars auf. In Masterarbeiten entwickelten neun seiner Studenten Ideen für drei konkrete Gebäudekomplexe. Dies sei als Impuls für die weitere Diskussion zu betrachten, betonte Baudezernent Hartmut Hoferichter (parteilos). Vieles sei nicht kurzfristig umzusetzen. Er hofft aber, so den Erneuerungsprozess zu beleben.

„Pina-Bausch-Kontakthof“ an der Focher Straße

Für Kultur und Begegnung könnte das „Tack“ Platz bieten.

Das aufwendigste der vorgeschlagenen Projekte wäre ein Ensemble mit zwei Wohn- und Geschäftshäusern samt Tiefgarage und einer „Pina-Bausch“-Veranstaltungshalle an der Focher Straße. Es schließt die Brache im Bereich Focher Straße 6-8 und bestehende benachbarte Gebäude ein. Alte Gebäude würden demnach abgerissen, an ihrer Stelle neue Häuser mit Arztpraxen und Wohnungen entstehen. In zweiter Reihe können sich die Studenten eine Veranstaltungshalle für Kultur und Märkte vorstellen. Im Zentrum des Komplexes sei ein Kontakthof als Raum der Begegnung zwischen Anwohnern möglich. Dies könne das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken, stellte Student Amir Babolsari fest.

Begegnungszentrum für Kultur und Integration im früheren „Tack“

Ein soziales und kulturförderndes Projekt könnte nach Meinung der Studenten die frühere Gaststätte „Tack“ beleben. Herzstück solle dort ein kleines Veranstaltungszentrum sein. Auch ein Stadtteilbüro sei vorstellbar, erklärten Annette Brenk und Fikriye Mayda. Kontakte zwischen Anwohnern könnten nach Meinung der Studentinnen auch in einem Reparaturcafé geknüpft werden. Neben dem Gebäude sei eine grüne Gemeinschaftsfläche möglich.

Wohnprojekt: Mieter packen bei Modernisierung selbst an

Der Central sollte als Geburtsort Pina Bauschs bekannter werden.

Eine Wohnprojekt-Idee, die aus Rotterdam stammt, regte Ramona Stein für das Gebäude mit der Fahrschule (Schlagbaumer Straße 182/184) an. Nicht nur die Fassade und die Fenster, auch die Wohnungen müssten erneuert werden. Dies könnten aktive Mieter selbst erledigen, wenn der Eigentümer ihnen die Wohnungen zu günstigen Konditionen überlasse. Ähnliches sei natürlich auch in anderen Häusern des Viertels möglich, sagte die Studentin. In den Geschäftsräumen im Erdgeschoss seien im Wechsel kurzfristig öffnende Läden („Pop-Up-Stores“) möglich. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass der neue Eigentümer allerdings andere Pläne für das Gebäude direkt an der großen Kreuzung hat (siehe Kasten).

Wie geht es am Central jetzt weiter?

Hoferichter und Stadtentwicklerin Miriam Macdonald betonten, dass hinter den vorgestellten Projektideen kein Zwang zur Umsetzung stecke. Manches ist laut Hoferichter auch in anderen Gebäuden vorstellbar – wenn die Eigentümer es wollen. Laut Professor Spars braucht der Central jetzt eine Gruppe von Aktiven, „die es gemeinsam anpacken“. So könnte nach seiner Meinung etwas Positives entstehen.

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