Blackout

Blackout: So bereitet sich die Stadt auf den Ernstfall vor

Was, wenn das Stromnetz großflächig ausfällt?
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Was schon getan wurde - und warum Solingen in einer deutlich glücklicheren Lage ist als andere Kommunen. Mit Video: Herr Welzel, wieviel Gas muss Solingen noch sparen?

Von Björn Boch

Solingen. Stadt und Stadtwerke Solingen (SWS) haben neben Sparmaßnahmen Vorbereitungen getroffen für den Fall größerer Stromausfälle. „Wir denken den Ausfall der Systeme mit“, erklärte Krisenstabsleiter Jan Welzel. Im Falle eines Blackouts für mehrere Tage sei man in der Lage, eine „Kernstruktur für öffentliches Handeln“ aufrechtzuerhalten. „Wir werden genau beobachten, was sich hier tut – und woanders. Und hoffen, dass die Bundesnetzagentur zeitig informiert, wenn zum Beispiel das Gas knapp wird.“

Glücksfall: Müllheizkraftwerk kann begrenzt Strom liefern

Das Müllheizkraftwerk sei ein Glücksfall, weil es Einrichtungen wie das Städtische Klinikum oder die Feuerwehr weiter heizen und in gewissem Maße Strom erzeugen könne. Für die Wasserversorgung wurden ebenfalls Vorkehrungen getroffen. Diesel und Notstromaggregate wurden beschafft, um das Wasserwerk Glüder im Ernstfall möglichst lange in Betrieb zu halten.

Gleichwohl rechnet Peter Sossna, Geschäftsführer der SWS Netze, nicht damit, dass es einen längeren Blackout geben wird. Im europäischen Verbund sei das unwahrscheinlich. Dazu gebe es Sicherheitsmaßnahmen: Werde die Last zu groß im Stromnetz, werde sie in einigen Bereichen automatisch gesenkt.

SWS: Netze werden autarker - Aus 1 großem Netz werden 22 Einzelnetze

Außerdem „entmaschen“ die SWS ihr Netz: Aus einem großen werden 22 voneinander unabhängige Einzelnetze. Sossna rechnet daher eher mit Schwierigkeiten im Niederspannungsbereich. Bei den Hausanschlüssen könnte es zu kleineren Ausfällen kommen, etwa beim starken Einsatz vieler Heizlüfter. Man sorge aber mit zusätzlichen Sicherungen vor.

Unternehmen haben zum Teil Ersatz für Gas gefunden

Außerdem hätten die SWS mit ihren Großkunden Kommunikationswege abgestimmt. Die Solinger Industrie habe bereits im Sommer gespart und es wurde – teils sehr erfolgreich – versucht, Ersatzstoffe für Gas zu finden. Im Ernstfalle werde die Bundesnetzagentur zum „Bundeslastverteiler“, dann gebe es landesweit klare Vorgaben, den Verbrauch zu reduzieren.

Kurzbach: Rezession wäre schlimmer als ein paar Stunden Stromausfall

OB Tim Kurzbach betonte, die bergischen Städte seien im Gespräch mit der Industrie- und Handelskammer. „Wir müssen dringend eine Rezession verhindern. Das könnte uns schlimmer treffen als ein paar Stunden Stromausfall.“

Passend dazu: Neues Konzept der Stadtspitze: So soll Solingen Energie sparen

Stadt und Stadtwerke treffen Vorbereitungen.

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