Corona-Krise

St. Lukas: Strenges Sicherheitskonzept hat Erfolg

Dr. Volker Spartmann ist Chefarzt des Geriatrischen Zentrum an der St. Lukas Klinik. Foto: Kplus Gruppe
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Dr. Volker Spartmann ist Chefarzt des Geriatrischen Zentrum an der St. Lukas Klinik.

Wie die Geriatrie in der St. Lukas Klinik der Corona-Pandemie begegnet.

Solingen. Keine Infektion. Kein Todesfall. Die Corona-Krise ist bislang von dem doppelt risikobehafteten Klientel der geriatrischen Patienten in der St. Lukas Klinik gut gemeistert worden. Allerdings waren die vergangenen Wochen ein echter Kraftakt. „Wir hatten ein strenges Sicherheitskonzept, damit wir unsere geriatrischen Patienten effektiv vor einer Infektion mit Covid-19 schützen konnten“, erklärt Dr. Volker Spartmann, Chefarzt des Geriatrischen Zentrums. Die Patienten, die das Team um den Chefarzt der Geriatrie betreut, sind zweifach gefährdet, zum einen aufgrund ihres Alters. Gruppe. „Unsere Patienten leiden aber meist mindestens an einer, meist chronischen Erkrankung wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck.“

Im Krisenstab wurde ein Ablaufplan entwickelt, wie möglicherweise infizierte Patienten identifiziert werden und strikt von anderen Patienten getrennt werden können. „Wir haben in Solingen eine besonders komfortable Situation“, betont Dr. Volker Spartmann. Denn: Die Lungenfachklinik Bethanien war die zentrale Anlaufstelle für Verdachtsfälle und Patienten mit bestätigter Infektion. „So konnten wir die St. Lukas Klinik nahezu Corona-frei halten und uns um die Patienten mit all den anderen akuten Krankheiten kümmern.“ Mit Erfolg, denn bislang hat sich in der St. Lukas Klinik weder ein Patient mit Corona angesteckt, noch gab es einen coronabedingten Todesfall.

Solingen: Striktes Besuchsverbot war für die Patienten nicht einfach

Maßgeblich dabei ist auch das Hygienekonzept. Sabine Hillebrandt, Hygienefachkraft im Ohligser Krankenhaus, hatte alle Hände voll zu tun, die immer wieder neuen Erkenntnisse, Verordnungen und Erlasse gemeinsam mit dem Krisenstab zu prüfen, umzusetzen und zu kommunizieren. Eine gesonderte Aufnahme für Verdachtsfälle wurde eingerichtet, Fieber gemessen, Abstriche bei der besonderen Risikogruppe der gefährdeten Patienten abgenommen, Patienten isoliert. Es gab ein dicht gewebtes Sicherheitsnetz. „Das hat aber nur so gut funktioniert, weil alle professionell, umsichtig und vorsichtig gearbeitet haben“, sagt Sabine Hillebrandt. Bei aller auch psychischen Arbeitsbelastung sei niemand nachlässig oder unvorsichtig gewesen. „Es gab einige Geriatrien in NRW, die die Türen dicht gemacht haben“, erklärt Dr. Volker Spartmann. Nicht so in der St. Lukas Klinik, die ihre Pforten stets für akut Kranke offen hielt. Nur die Geriatrische Tagesklinik muss bis heute weiter geschlossen bleiben. Hier kommen normalerweise bis zu 18 Patienten tagsüber zusammen, um teilstationär ein intensives Diagnose- und Therapieprogramm oft in Gruppensitzungen zu durchlaufen. „Hier hätten wir Abstände und den Schutz der Patienten einfach nicht umsetzen können.“

Schlimm für die Patienten war das strikte Besuchsverbot. Im Durchschnitt bleiben die Patienten zwei bis drei Wochen in der Geriatrie. „Die Patienten hatten viel Redebedarf, waren verunsichert“, erinnert sich Dr. Volker Spartmann. Ärzte und Pflegekräfte hätten versucht, das aufzufangen. „Insbesondere Patienten mit Demenz hatten mit der Situation zu kämpfen.“ Für sie ist die neue Umgebung allein schon schwierig. Wenn dann noch die Bezugspersonen fehlen, fehlt auch die Sicherheit, sich zurechtfinden zu können. Spartmann: „Das war eine große Belastung – für Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen.“

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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