Überprüfung

Land: Keine Gefahr durch Schutzwände

Die Wartungsarbeiten an der Viehbachtalstraße sind fast beendet. Foto: Michael Schütz
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Die Wartungsarbeiten an der Viehbachtalstraße sind fast beendet.

Die Kontrolle erfolgte in Folge eines tödlichen Unfalls auf der Autobahn 3 bei Köln-Dellbrück.

Update vom 16. Dezember, 16.35 Uhr 

Solingen. Die Überprüfung der Lärmschutzwände an der Viehbachtalstraße und dem Gräfrather Autobahnzubringer Roggenkamp ist abgeschlossen. Dabei fielen nach Angaben des Landesbetriebs Straßen NRW keine Mängel an den Bauwerken auf, die die Sicherheit der Autofahrer beeinträchtigten. Das berichtete die Stadtverwaltung auf Anfrage der Grünen in der Bezirksvertretung Gräfrath.

Die Kontrolle erfolgte in Folge eines tödlichen Unfalls auf der Autobahn 3 bei Köln-Dellbrück, bei dem Mitte November eine Lärmschutzwand auf die Fahrbahn gestürzt war. Als Unglücksursache werden Baumängel vermutet. Nach diesem Vorfall überprüfte Straßen NRW landesweit 25 Bauwerke, bei denen der Verdacht bestand, sie könnten ähnlich konstruiert sein – darunter die beiden in Solingen.

Laut Landesbehörde handelt es sich am Roggenkamp und an der Viehbachtalstraße nicht um Konstruktionen, die mit der Unfall-Schutzwand vergleichbar seien. Festgestellt wurde, dass sich einige Ankermuttern etwas gelöst hatten. Die wurden nachgezogen. ate

Unser Artikel vom 3. Dezember

Von Kristin Dowe

Noch bis Freitagabend bleiben die beiden Abfahrten der Viehbachtalstraße (Landesstraße 141n) wegen Wartungsarbeiten im Auftrag von Straßen NRW am Bauwerk gesperrt. Konkret werden dort wie auch am Roggenkamp (Landesstraße 357) Lärmschutzwände zunächst von Bewuchs befreit und schließlich mit Hilfe von Arbeitsbühnen und Gerüsten auf ihre Standfestigkeit überprüft, teilt der Landesbetrieb auf Nachfrage mit.

Die Straßenabschnitte sind zwei Punkte im Solinger Stadtgebiet von insgesamt 25 in ganz Nordrhein-Westfalen, an denen die Behörde zurzeit Prüfungen an Lärmschutzwänden vornimmt. Hintergrund der am Montag begonnenen Maßnahme ist ein tragischer Unfall, der sich vor rund drei Wochen auf der Autobahn 3 in Köln-Dellbrück ereignet hatte. Offenbar verursacht durch Baumängel hatte sich dort eine fünf Tonnen schwere Betonplatte von einer Lärmschutzwand gelöst und war auf das Fahrzeug einer 66-jährigen Frau gekracht. Die Fahrerin war sofort tot, sie wurde von der Platte regelrecht erschlagen und ihr Fahrzeug zertrümmert.

Eine Baufirma aus Gelsenkirchen, die inzwischen insolvent ist, hatte die Lärmschutzwand nur provisorisch befestigt. In dem Abnahmeprotokoll nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2008 sei die improvisierte Konstruktion als Mangel aufgeführt gewesen und nur unter dem Vorbehalt eines statischen Nachweises abgenommen wurden, heißt es laut Medienberichten. Dieser sei aber nie erbracht worden. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

„Das NRW-Verkehrsministerium hat veranlasst, die Verfahren bei Abnahmen und Prüfungen von einem externen Gutachter prüfen zu lassen“, berichtet Jochen Müller, Sprecher von Straßen NRW. „So soll festgestellt werden, ob es sich um eine Verkettung individueller Fehler und Versäumnisse handelt, oder ob ein generelles Defizit in den Abläufen des Landesbetriebs vorliegt.“

Bei den 25 zu prüfenden Lärmschutzwänden handele es sich um ähnliche Konstruktionen wie jene, die an der A3 verbaut wurden. Die Exemplare an der Viehbachtalstraße stammen aus dem Jahr 1978, die am Roggenkamp aus 1989. Solinger Autofahrer könne Müller aber beruhigen: „Von den Lärmschutzwänden in Solingen gehen keinerlei Gefahren aus. Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme.“

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