Höhscheid

Stiftung strebt Museum zum „Schwarzen Haus“ an

Die Heinen-Ayech-Stiftung lässt aktuell untersuchen, wie das „Rote Haus“ und das „Schwarze Haus“ als Museumseinheit verbunden und finanziert werden können. Foto: Christian Beier
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Die Heinen-Ayech-Stiftung lässt aktuell untersuchen, wie das „Rote Haus“ und das „Schwarze Haus“ als Museumseinheit verbunden und finanziert werden können.

Dr. Haroun Ayech würdigt den Nachlass seiner Mutter Bettina Heinen-Ayech und der Künstlerkolonie in Höhscheid.

Von Philipp Müller

Solingen. Nach dem Tod seiner Mutter Bettina Heinen-Ayech hatte Dr. Haroun Ayech angekündigt, sich um das künstlerische Vermächtnis der Malerin zu kümmern. Daraus ist mehr geworden. Inzwischen hat er die Bettina Heinen-Ayech Foundation – Stiftung für Kunst, Kultur und internationalen Dialog gegründet. Dr. Ayech hat zudem damit begonnen, für das früher als „Schwarzes Haus“ in Höhscheid bekannte Gebäude ein Konzept für ein Museum zu erarbeiten. Die als gemeinnützig anerkannte Stiftung arbeitet parallel daran, sich vor allem finanziell auf eine breitere Basis zu stellen, um die Vielfalt des Stiftungszwecks umsetzen zu können.

„Dies ist eine bedeutende und gewaltige Aufgabe.“

Thomas Hufnagel, Stiftungssprecher

Bettina Heinen-Ayech starb im Sommer 2020. Sie lebte sowohl in Solingen als auch in Algerien. Ihre farbintensiven Aquarelle gehören zum Erbe der modernen, nordafrikanischen Kultur. Auch in Solingen, wo sie geboren wurde und auswuchs, war sie regelmäßig durch Ausstellung vertreten. Wenn sie in Solingen weilte, wohnte sie in Höhscheid im „Schwarzen Haus“. Das alte Fachwerkhaus neben dem „Roten Haus“ war aber mehr. Es war Sitz einer Künstlerkolonie.

Daraus ergab sich für die Stiftung, sich mit mehr als dem Werk der bekannten Malerin zu beschäftigen. Dr. Ayechs Idee ist es, die beiden Fachwerkhäuser an der Neuenkamper Straße in der Hofschaft, in der es das alte Höhscheider Bleibergwerk gab, zu einem Museum zu verbinden. „Aktuell wird dazu ein Konzept erarbeitet. Es untersucht auch, ob und wie das in den Häusern umgesetzt werden kann“, sagt Dr. Ayech.

Das Ziel ist dabei klar: Es sollen das künstlerische Werk und die Schriften der Protagonisten der Künstlerkolonie, dazu gehörten neben Bettina Heinen-Ayech Erwin Bowien, Hanns Heinen, Amud Uwe Millies und Erna Heinen-Steinhoff, bewahrt und wissenschaftlich aufgearbeitet werden. Am Ende steht dann die Präsentation im neuen Museum. Der Spannungsbogen ist dabei tatsächlich spannend. Hanns Heinen war unter anderem Chefredakteur des Solinger Tageblatts, seine Frau Erna unterhielt einen Literarischen Salon, war ihr Mann doch auch Lyriker.

Zweite Säule der Kolonie war die Bildenden Kunst. Der von den Nazis verfolgte Künstler Erwin Bowien arbeitete viele Jahre in Höhscheid. Bettina Heinen-Ayech und Amud Uwe Millies lernten bei ihm das Rüstzeug für die spätere künstlerische Karriere.

Die Geschichte der Kolonie wird im Mai auch Francisca van Vloten ins Gebäudeensemble führen. Sie gehört dem Wissenschaftlichen Beirat von Euro-Art an. Diese Organisation trägt die Geschichte von Künstlerkolonien in ganz Europa zusammen und stellt deren Bedeutung für den lokalen bis internationalen Kunstbetrieb heraus. Dr. Ayech hofft, dass das „Schwarze Haus“ in die Liste aufgenommen wird und ist da sehr zuversichtlich. Das soll auch den Schub für die künftige Arbeit der Stiftung geben.

Denn das Projekt, ein Museum zu gründen und zugleich Veranstaltungen rund um die Geschichte der Künstlerinnen und Künstler durchzuführen, erfordert entsprechende finanzielle Mittel. „Ich habe den Grundstock in die Stiftung eingezahlt, aber das reicht nicht, um der Vielfalt aller Aufgaben gerecht zu werden“, erklärt Dr. Haroun Ayech. Stiftungssprecher Thomas Hufnagel ergänzt: „Dies ist eine bedeutende und gewaltige Aufgabe für die Stiftung, die der Unterstützung und Mithilfe vieler Freunde und Förderer bedarf.“

Stiftung

Die Bettina Heinen-Ayech Foundation - Stiftung für Kunst, Kultur und internationalen Dialog hat ihren Sitz in Solingen im „Schwarzen Haus“. Stiftungsvorsitzender ist Dr. Haroun Ayech, der Sohn der Solinger Malerin, die der Foundation den Namen gab. Künftig sollen Sammlungen zur dortigen Künstlerkolonie über die Stiftung erhalten und ausgestellt werden. Kontakt:

www.bettina-heinen-ayech-foundation.com

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