Tradition

Sternsinger bleiben auf Distanz

„Christus mansionem benedicat“ schreiben die Sternsinger normalerweise an die Türen. Archivfoto: Monika Steinmetzler
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„Christus mansionem benedicat“ schreiben die Sternsinger normalerweise an die Türen.

Nahezu alle Gemeinden setzen auf alternative Ideen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus gehen, Lieder singen, Segen verteilen und dabei Geld für einen guten Zweck einsammeln: Diesen katholischen Brauch wird es in der Pandemie in dieser Form nicht geben. Nur in zwei Bezirken der Groß-Gemeinde St. Clemens hält man – nach jetzigem Stand – an dieser üblichen Form der Tradition fest. Wenngleich wegen der Infektionsgefahr niemand die Wohnungen der einladenden Menschen betreten darf.

„Unsere Sternsinger-Kinder bleiben vor der Haustür, singen auf Abstand und lassen eine Tüte mit dem Segensspruch da“, sagt Pastoralreferent Reiner Kunze für die alte St. Clemens-Gemeinde und St. Mariä Himmelfahrt in Gräfrath, räumt aber ein, dass es „gut möglich ist, dass wir das noch kippen“. St. Michael und auch St. Engelbert bieten alternativ spezielle Dreikönigsgottesdienste am 8. beziehungsweise 10. Januar an.

St. Johannes der Täufer und auch St. Sebastian setzen in diesem Jahr ebenfalls Sicherheit über alles andere. „Singen geht in diesem Jahr sowieso nicht“, sagt Sabina Vermeegen, Engagementsförderin der Gemeinde St. Sebastian, und verweist auf den diesjährigen Leitspruch der Aktion: „Sternsingen – aber sicher!“ „Wir nehmen das sehr ernst und haben sowohl die Empfänger als auch die Teilnehmer im Blick, so dass es keine Hausbesuche geben wird.“ Natürlich habe man sich in der Gemeindeleitung diese Entscheidung nicht leicht gemacht, schließlich wisse man, welche Freude die Sternsinger gerade immer in Seniorenwohnungen gebracht haben. „Aber liebgemeinte Verköstigungsangebote, zumindest an der Haustür, dürfen ja auch nicht sein. Wir möchten einfach keinerlei Risiko eingehen.“ So werden Besuche in Alten- und Pflegeheimen nur auf deren Höfe oder Freiflächen führen.

Von Freitag, 8. Januar (nur Löhdorf), bis Sonntag, 10. Januar, jeweils 30 Minuten vor und 30 Minuten nach den Messen, kann man sich durch die Sternsinger den Segen geben lassen. Dafür sei eine Anmeldung bei Sabina Vermeegen unter Tel. (0 15 75) 6 18 93 96 oder per E-Mail unter Angabe des Namens und der Adresse dringend erforderlich.

sabina.vermeegen@ sebastian-solingen.de

Ebenso, wenn man sich eine Segenstüte in den Briefkasten werfen lassen möchte. Enthalten ist auch ein Überweisungsträger für eine – kontaktlose- Spende. Diesmal steht die Benefiz-Aktion unter der Überschrift „Kindern Halt geben – In der Ukraine und anderswo“. „Christus mansionem benedicat“ (C+M+B, „Christus segne dieses Haus“) steht dann anschließend mit der Jahreszahl über den Haustüren.

Sternsinger-Empfang des OB ist noch nicht geklärt

Auch in St. Johannes der Täufer geht man sichere Wege, um den traditionellen Segen in die Häuser zu bringen: „Es werden die Familien, die in den vergangenen Jahren besucht wurden, einen Brief mit einem gesegneten Aufkleber, ein Tütchen mit Weihrauch sowie einen Überweisungsträger erhalten“, heißt es von der Gemeinde. Wer darüber hinaus Interesse hat, auf diese Weise die weltweite Sternsingeraktion zu unterstützen und den Segensspruch per Post erhalten möchte, meldet sich per Telefon, (02 12) 81 64 36, und über Cocuun, Ticket-Code: KK4 4KS VAE.

Die Zahl der teilnehmenden Kinder ist in allen Gemeinden deutlich geringer als in den Jahren zuvor. Man speise sich sonst aus der Gruppe der Kommunionkinder. Aber da der Unterricht gerade erst begonnen habe, könnte man nur auf wenige „alte Hasen“ zurückgreifen. Ob der Sternsinger-Empfang des Oberbürgermeisters stattfinden kann, sei noch sehr fraglich, sagt Reiner Krause. Angedacht sei, den Empfang in der Clemenskirche statt im Rathaus stattfinden zu lassen.

Lesen Sie auch: So planen die Kirchen während der Corona-Pandemie Weihnachtsgottesdienste. 

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