Bestattungen

Sternenkinder: Ein Raum für Trauer und Abschied

Auf dem Parkfriedhof werden die Kinder, die vor oder kurz nach der Geburt starben, beerdigt. Renate Tomalik gestaltet die nächste Trauerfeier. Foto: cb /Thomas Förster
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Auf dem Parkfriedhof werden die Kinder, die vor oder kurz nach der Geburt starben, beerdigt.

Bestattungen für Kinder, die vor oder kurz nach der Geburt sterben.

Solingen. Zweimal im Jahr laden Seelsorger sowie das Städtische Klinikum Solingen Angehörige zu einer ökumenischen Trauerfeier für Kinder ein, die noch vor der Geburt oder kurz danach gestorben sind. Anfang Oktober findet die nächste Trauerfeier statt. „Wir wollen Eltern Raum für ihre Trauer und für ihren Abschied geben“, sagt die Evangelische Klinikpfarrerin Renate Tomalik.

Zu den Trauerfeiern werden diejenigen Eltern eingeladen, die jeweils im vergangenen halben Jahr ein Kind zu früh verloren haben und im Städtischen Klinikum behandelt wurden. Die Resonanz dabei sei groß, erklärt Tomalik.

„Wir wollen Eltern Raum für ihre Trauer und für ihren Abschied geben.“
Evangelische Klinikpfarrerin Renate Tomalik

Die Trauer- und Bestattungsfeiern finden auf dem Parkfriedhof in Gräfrath statt. In der Friedhofskapelle kommen dann Eltern und Angehörige, aber auch Hebammen, Schwestern und Ärzte zusammen. „Es gehört zu ihrem beruflichen Selbstverständnis.“ Am Ende brennt auf dem Altar in der Kapelle am Parkfriedhof für jedes Kind eine Kerze. Sie leuchtet und erzählt von Schicksalen und Träumen. Manchmal haben Eltern auf kleine Steine die Namen ihrer Kinder geschrieben, Windmühlen gebastelt oder Scherben gestaltet.

Renate Tomalik gestaltet die nächste Trauerfeier.

Seit 20 Jahren werden die Kinder nun ökumenisch bestattet – egal, wie alt oder schwer sie bei ihrem Tod waren oder welchen religiösen Hintergrund die Eltern haben. Sie finden einen Platz in einem Grab auf dem Parkfriedhof in Gräfrath, das das Klinikum finanziert. Für die Eltern entstehen keine Kosten. „. Damit haben wir eine angemessene Form gefunden, uns von den Kindern zu verabschieden“, so die Klinikpfarrerin.

Zunächst fanden die Trauerfeiern nur einmal im Jahr statt. Aber der zeitliche Abstand war vielen Eltern zu groß. Also verkürzten die Seelsorger die Abstände und richten seitdem zwei ökumenische Feiern im Jahr aus.

Inzwischen gibt es etwa 30 dieser besonderen Gräber auf dem Parkfriedhof. „Sie sind schnell zu erkennen, weil sie meistens bunter sind als andere Grabstellen“, erzählt die Pfarrerin. Denn mit der Bestattung bekommen Eltern auch einen Ort, den sie in ihrer Trauer besuchen können. Sie übernehmen die Grabgestaltung und -pflege selbst. Blumengrüße, kleine Steine mit Namen und Figuren finden ihren Weg auf die Grabstätte – und erinnern an die kleinen Menschenkinder. kab

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