Pflanze aus Ostasien

Staudenknöterich: Gegen dieses Kraut ist kaum ein Kraut gewachsen

Ein Fußweg nahe dem Schulzentrum Vogelsang: Der japanische Staudenknöterich breitet sich auch in der Klingenstadt rasant aus und kann nur mit sehr hohem Aufwand zurückgedrängt werden.
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Ein Fußweg nahe dem Schulzentrum Vogelsang: Der japanische Staudenknöterich breitet sich auch in der Klingenstadt rasant aus und kann nur mit sehr hohem Aufwand zurückgedrängt werden.

Stadt bekämpft den invasiven Staudenknöterich an ausgewählten Stellen mit hohem Aufwand.

Von Björn Boch

Solingen. Seit Jahren breitet sich der japanische Staudenknöterich in Nordrhein-Westfalen immer weiter aus. Das betrifft zunehmend auch Solingen, etwa an einigen Stellen auf der Korkenziehertrasse, rund um den Botanischen Garten und das Schulzentrum Vogelsang, aber auch entlang der Viehbachtalstraße oder der Wupper.

Die Pflanze zählt zu den Neophyten: Gewächse, die sich in Gebieten ansiedeln, in denen sie nicht heimisch sind. Bereits 2017 warnte die Landwirtschaftskammer NRW: „Anfangs noch unbemerkt, ist inzwischen kaum zu übersehen, wie rasant sich dieser invasive Neophyt immer weiter verbreitet und dabei die einheimische Flora verdrängt.“

Gefährlich ist das vor allem in Naturschutzgebieten. Das Ausbringen des Knöterichs ist in Deutschland überall gesetzlich verboten. Das große Problem mit der Pflanze, die aus Ostasien stammt und als Zierpflanze eingeführt wurde: Einmal Fuß gefasst, verbreitet sie sich massenhaft über Rhizome (unterirdische Sprossachsen)­ und raubt vielen anderen, aus biologischer Sicht wertvolleren Pflanzen jede Lebensgrundlage.

„Es ist sehr schwierig bis unmöglich, die Pflanze zu bekämpfen. Das ist in ihrer Art, sich zu verbreiten, begründet: Die Rhizome verbreiten sich über Mahd oder Erdarbeiten weiter. Dabei reichen kleine Teile von 1,5 Zentimetern aus“, erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische auf ST-Anfrage.

„Es ist zu erwarten, dass wir mit dem Bild des Knöterichs, der sich ausbreitet, leben müssen.“

Sabine Rische, Stadtsprecherin

Eine Mahd müsse daher sehr häufig erfolgen, mindestens acht bis zwölf Mal im Jahr. Rische: „Das geschieht deshalb nur an wenigen Stellen, etwa an Sichtdreiecken. Dort wird der Knöterich mit rund 15 Schnitten pro Jahr – und das mehrere Jahre lang – zurückgedrängt.“

Auch Ausgraben sei nur dann effektiv, wenn mehrere Jahre lang nachgearbeitet werde. „Der Aufwand ist groß und wird deshalb nur an bestimmten Standorten durchgeführt, etwa in Naturschutzgebieten oder dort, wo erste Bestände entdeckt werden“, erklärt Sabine Rische. Pflanzenschutzmittel würden nicht eingesetzt, da sie zu viele weitere Schäden verursachten. Vom Bundesamt für Naturschutz werde ihr Einsatz auch nicht empfohlen.

Die Technischen Betriebe Solingen (TBS) pflegten Straßen und Wegeränder in der Regel zweimal pro Jahr, meist als Mulchmahd. „Dabei verbleibt das Mahdgut vor Ort. Zurückgedrängt werden kann der Knöterich damit nicht.“ Vorrangiges Ziel sei es daher, eine weitere Verbreitung des Knöterichs zu verhindern und etwa bei Pflege- oder Bauarbeiten kein Pflanzenmaterial und keinen Boden, der mit Rhizomstücken durchsetzt ist, an andere Orte zu verschleppen.

Stadtsprecherin Sabine Rische schränkt aber direkt ein: „Es ist zu erwarten, dass wir nicht nur an der Wupper oder an der Viehbachtalstraße mit dem Bild eines Knöterichs, der sich flächenhaft ausbreitet, leben müssen.“

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