Frühwarnsystem soll kommen, Alarmsystem verbessert werden

Städte und Wupperverband einigen sich nach Hochwasser auf Fahrplan

Wollen den Hochwasserschutz voranbringen (v. l.): Burkhard Mast-Weisz, Thomas Klein, Georg Wulf, Henner Pasch, Prof. Uwe Schneidewind, Tim Kurzbach und Dr. Andreas Groß. Foto: Bergische IHK / Malte Reiter
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Wollen den Hochwasserschutz voranbringen (v. l.): Burkhard Mast-Weisz, Thomas Klein, Georg Wulf, Henner Pasch, Prof. Uwe Schneidewind, Tim Kurzbach und Dr. Andreas Groß.

Nach der Hochwasserkatastrophe: IHK bietet Unterstützung an – Sensoren für Frühwarnsystem.

Von Björn Boch und Andreas Tews

Solingen. Die Oberbürgermeister der Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid haben sich mit dem Wupperverband „auf wesentliche Punkte für das weitere Vorgehen“ nach der Hochwasserkatastrophe vom 14. Juli geeinigt. So sollen die internen Informations- und Meldeketten sowie das Alarmsystem verbessert werden. Außerdem solle ein Frühwarnsystem aufgebaut werden. Entwickelt werde zudem „ein nachhaltiges Wassermanagement“. Das teilte die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) gestern mit – Stadtchefs und Wupperverband hatten die IHK nach ihrem Termin vorigen Freitag besucht.

Das Hochwasser hat auch die bergischen Städte schwer getroffen – danach gab es Kritik am Talsperren-Management des Wupperverbands, an der Kommunikation zwischen Wupperverband und den Kommunen sowie an der Information der Bevölkerung. Selbst Feuerwehrleute in Unterburg waren vom Ausmaß der Flut am Abend und in der Nacht des 14. Juli überrascht worden.

Ein Frühwarnsystem stellte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) bei ihrem Besuch in Unterburg in Aussicht. Sie hofft darauf, dass dieses im kommenden Jahr an den Start gehen könne. An Gewässern wie dem Eschbach oder der Wupper ermögliche ein solches System – anders als am Rhein – zwar keine Vorwarnung mit drei Tagen Vorlauf. Es werde aber viel wert sein, wenn die Anwohner mehrere Stunden vor einem Hochwasserereignis gewarnt werden könnten.

Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD), dass weitere Städte einbezogen werden – „von Wipperfürth bis Leverkusen“. Nebenflüsse wie Eschbach und Morsbach, die zu reißenden Gewässern geworden seien, müssten im Hinblick auf Überflutungsflächen geprüft werden. Gleiches gelte für die Aufnahmefähigkeit der Talsperren und der Böden. „Wir stehen gemeinsam in der Verantwortung. Und wir packen das an. Aber wir haben noch nicht alle Ergebnisse“, sagte Mast-Weisz. Auch Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) erklärte: „Es ist wichtig, dass wir als Region auftreten und an einer Lösung arbeiten.“

Dabei könnte das Konzept von Dr. Andreas Groß, Geschäftsführender Gesellschafter der Heinz Berger Maschinenfabrik und Vizepräsident der Bergischen IHK, eine Rolle spielen. Groß will die Pegelstände mit selbst entwickelten Sensoren überwachen und hat bereits erste Geräte an der Wupper installiert (wir berichteten).

Solingen: Wupperverband will Standorte für Sensoren definieren

Wuppertals Oberbürgermeister Prof. Uwe Schneidewind (Grüne) zeigte sich überzeugt: „Das System kann ein wichtiger Baustein für ein Hochwasserwarnsystem sein.“ IHK-Präsident Henner Pasch sagte, dass die bergische Wirtschaft „mit Fachwissen und Lösungsvorschlägen an der Seite der Städte und der Region stehe.“ Alle Beteiligten hätten zugesagt, ihre Fachstellen – sowie Dr. Groß und die IHK – zur schnellen Umsetzung der Arbeitsvorhaben einzubinden.

Georg Wulf, Vorstand des Wupperverbands, und sein Stellvertreter Thomas Klein kündigten an, schnellstmöglich Standorte für weitere Sensoren entlang der Wupper und der Zuflüsse zu definieren, um mit dem neuen System die bestehenden Pegel des Wupperverbandes zu ergänzen.

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