Energieversorgung

Stadtwerke Solingen: Umbau für 1,5 Millionen Euro

Ein eingespieltes Team: Martin Schmidt (l.) und Thorsten Meis (r.) von den Stadtwerken Solingen mit Tobias Stiefeling von der Firma Stiba. Foto: Michael Schütz
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Ein eingespieltes Team: Martin Schmidt (l.) und Thorsten Meis (r.) von den Stadtwerken Solingen mit Tobias Stiefeling von der Firma Stiba.

Die Energiezentrale erhält zwei neue Blockheizkraftwerk-Module.

Von Kristin Dowe

Solingen. Für 1,5 Millionen Euro wird derzeit die Energiezentrale der Stadtwerke Solingen umgebaut und unter anderem mit zwei neuen Blockheizkraftwerk-Modulen ausgestattet. Geliefert wurden die jeweils circa fünf Tonnen schweren Bauteile bereits, in den kommenden Wochen müssten sie noch „hydraulisch eingebunden werden“, berichtet Thorsten Meis, Betriebsführer der Stadtwerke Solingen. „Die alten Module waren nach 25 Jahren Laufzeit so wartungsintensiv, dass sie ausgetauscht werden mussten.“ Gemeinsam mit den zwei alten Kaminzügen wurden sie entsorgt.

„Im Prinzip funktioniert ein Blockheizkraftwerk wie ein Automotor.“
Thorsten Meis, Betriebsführer bei den Stadtwerken Solingen

Schon im Juni haben die Umbauarbeiten in der Energiezentrale begonnen, mittlerweile seien die meisten alten Rohrleitungen demontiert und entsorgt, so Meis. Die neuen BHKW-Module verfügten über eine beachtliche Leistungsfähigkeit – jedes der beiden Stücke verfüge über eine Leistung von 353 Kilowatt thermisch, (also Wärmeerzeugung) und 250 Kilowatt elektrisch (Stromerzeugung). Künftig sollen die Module – die Kosten pro Stück liegen bei 215 000 Euro – einen Großteil der Energieversorgung für das Gebäude der Stadtwerke Solingen gewährleisten. Der gesamte Umbau soll voraussichtlich Mitte November abgeschlossen sein.

Mitte bis Ende August erfolgt zunächst der Neuaufbau aller erforderlichen Rohrleitungen, der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie die Montage einer Kälteerzeugungsanlage und zwei neuer Kaminzüge. „Im Prinzip funktioniert ein Blockheizkraftwerk wie ein Automotor, nur dass er deutlich größer ist und mit Gas betrieben wird“, erläutert Meis. „Es ist effizienter und nachhaltiger als eine normale Heizungsanlage, da ein Blockheizkraftwerk nicht nur Wärme, sondern als Abfallprodukt auch Strom erzeugt.“ Wie bei einem Automotor werde die Abwärme zur Wärmeversorgung und hier auch zusätzlich zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Zum Vergleich: Ein Blockheizkraftwerk-Modul bringe es auf 7000 Betriebsstunden Laufzeit im Jahr. „Übertragen auf einen Automotor entspräche das einer Leistung von 700 000 Kilometer“, erklärt der Betriebsführer. Auch arbeiteten die Geräte mit einem Wirkungsgrad von 98 Prozent nahezu CO2-neutral.

Ein aufwendiger Schritt stelle noch die Montage des neuen, mehrere Tonnen schweren Kälteaggregats dar, das noch geliefert werden müsse. Das alte Modul sei ebenfalls in die Jahre gekommen und die Wartungs- und Reparaturkosten wirtschaftlich nicht mehr tragbar gewesen, so Meis weiter. Die heutigen Geräte seien weitaus energieeffizienter. „Wir mussten extra die Türen vergrößern, um später die alte Kältemaschine abtransportieren zu können“, ergänzt Tobias Stiefeling vom Wuppertaler Unternehmen Stiba, das im Rahmen einer Ausschreibung mit dem Umbau der Energiezentrale beauftragt wurde. „Wir arbeiten mit Stiba sehr vertrauensvoll zusammen“, lobt Thorsten Meis. „Bei so einem Projekt muss man sich aufeinander verlassen können.“

Mit Hilfe der Kältemaschine werden im Gebäude das Kundenzentrum, die Kantine, die Serverräume, die Prozessleitstelle sowie ein Teil der Zählerprüfstelle klimatisiert.

Funktionsweise

Blockheizkraftwerke nutzen das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung zur gleichzeitigen Gewinnung von Strom und Wärme. Sie arbeiten besonders wirkungsvoll, weil die Abwärme und der erzeugte Strom direkt am Ort der Entstehung genutzt werden. Gegenüber Kombinationen aus lokaler Heizung und zentralem Kraftwerk helfen Blockheizkraftwerke somit, Energiekosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

Auch interessant: Die Stromrechnung wird leicht sinken. Die Stadtwerke Solingen berechnen die Zählerstände und den neuen Mehrwertsteuersatz.

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