Gebühren

Strom, Gas, Gebühren – was sich 2022 in Solingen verändert

Steigende Beschaffungspreise und Netzentgelte für Gas machen sich ab dem 1. Januar auch bei vielen Solingerinnen und Solingern bemerkbar: Die Stadtwerke passen ihre Preise an. Archivfoto: Michael Schütz
+
Steigende Beschaffungspreise und Netzentgelte für Gas machen sich ab dem 1. Januar auch bei vielen Solingerinnen und Solingern bemerkbar: Die Stadtwerke passen ihre Preise an.

Auf die Verbraucher kommen steigende Preise in mehreren Bereichen zu. Eine Übersicht über Stadtwerke und städtische Abgaben, Rente, Mindestlohn, Porto, Hartz IV.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Neues Jahr, neue Regeln, veränderte Lebenshaltungskosten – dieser Dreiklang gilt traditionell. Das Solinger Tageblatt gibt einen Überblick, in welche Richtung sich die Preise für Strom, Gas, Abfallentsorgung und Co. 2022 entwickeln.

Strom und Gas: Die Gaspreise der Stadtwerke Solingen erhöhen sich zum Jahreswechsel um 0,5 Cent netto pro Kilowattstunde. Der Arbeitspreis für Klingengas Privat liege dann bei 7,2 Cent pro Kilowattstunde, berichtet eine Sprecherin. Die Gründe dafür sind vielfältig. Unter anderem ist die Entwicklung auf steigende Beschaffungspreise und Netzentgelte zurückzuführen. Die habe man im Bereich Strom auffangen können, erklären die Stadtwerke. Der Arbeitspreis liege in diesem Bereich weiterhin bei 27,31 Cent pro Kilowattstunde.

Allerdings ist unklar, ob es dabei bleibt. Der gesamten Branche mache „der extreme Preisanstieg von Strom- und Gasprodukten am Großhandel“ zu schaffen. Das Wachstum von 300 bis 400  Prozent habe bereits einigen Billiganbietern, die sich in der Regel kurzfristig mit Energie eindecken, das Genick gebrochen. Bei den kommunalen Energieversorgern stelle sich die Situation noch anders dar. Sie decken sich im Regelfall langfristig ein, weshalb die meisten Kunden noch nichts vom aktuellen Energiepreisniveau spüren dürften.

Zunächst stabil können die Stadtwerke die Endkundenpreise in Sachen Strom halten. Doch auch das könnte sich im Laufe des kommenden Jahres ändern.

„Allerdings belasten die extrem hohen Großhandelspreise zunehmend auch die Kostenposition der gesamten Branche“, erklärt die Sprecherin. Diese Entwicklung werde „voraussichtlich zu einer schrittweisen Erhöhung der Endkundenpreise aller Anbieter führen“. Dazu trage auch der steigende CO2-Preis bei. Deshalb könne man „weitere Preisanpassungen im laufenden Jahr“ momentan nicht ausschließen, heißt es von den Stadtwerken Solingen.

Gebühren: Die Gebühren für eine Solinger Musterfamilie steigen 2022 um 2,5 Prozent. Lag ihre Belastung in diesem Jahr bei 1021,92 Euro, werden nun 1047,25 Euro fällig. Seit 2013 sind die Gebühren damit um 10,37 Prozent angestiegen, was im Schnitt einem jährlichen Wachstum von 1,15 Prozent entspricht.

Und so verteilt sich der Anstieg: Im Bereich Abfall steht ein Plus von 3,27 Prozent. Die Straßenreinigung kostet laut Rathausangaben zukünftig 4,79 Euro pro Meter bei zweimal wöchentlicher Reinigung – das entspricht einem Anstieg um rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ähnlich stellt sich die Lage im Winterdienst dar. An Straßen mit Priorität 1 wird es 3,45 Prozent (dann 1,29 Euro je Meter), an solchen mit Priorität 2 4,36 Prozent (dann 0,574 Euro je Meter) teurer.

Ebenfalls eine Erhöhung steht bei der Schmutzwassergebühr. Sie nimmt um 3,29 Prozent zu. Die Abgabe für Trinkwasser steigt um 1,89 Prozent auf 3,22 Euro. Günstiger wird dagegen die Gebühr für Niederschlagswasser – sie sinkt um 2,32 Prozent.

Mindestlohn: Auf 12 Euro pro Stunde möchte die Ampel-Koalition den Mindestlohn anheben. Zum Jahreswechsel steigt er zunächst auf 9,82 Euro. Zum 1. Juli 2022 ist eine weitere Erhöhung auf 10,45 Euro vorgesehen.

Auch die städtischen Gebühren steigen. Familie Mustermann zahlt für Abfall, Straßenreinigung, Winterdienst und Co. 2022 durchschnittlich 2,5 Prozent mehr.

Rente: Nicht zum 1. Januar, sondern ab dem 1. Juli des kommenden Jahres steigt auch die Rente. Die Verbraucherzentrale NRW geht für Westdeutschland derzeit von einem Plus von 4,6 Prozent aus.

Hartz IV: Ab Januar gilt ein neuer Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger. Alleinstehende Erwachsene erhalten etwa drei Euro mehr pro Monat.

Porto: Anfang 2022 erhöht die Deutsche Post ihre Preise für das Briefporto. Standard-, Kompakt, Groß- und Maxibriefe werden laut Verbraucherzentrale je fünf Cent teurer. Postkarten kosten zukünftig 70 statt 60 Cent.

Musterfamilie

Der Gebührenvergleich sieht einen Vier-Personen-Haushalt auf einem 500 Quadratmeter großen Grundstück vor, wovon etwas mehr als ein Viertel befestigt ist. Die 15 Meter lange Straßenfront liegt an einer Anliegerstraße, die zweimal wöchentlich gereinigt wird und beim Winterdienst Prioritätenstufe 2 genießt. Die 120-Liter-Mülltonne wird 14-tägig geleert.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Das Laser-Duell im Dunkeln kann beginnen
Das Laser-Duell im Dunkeln kann beginnen
Das Laser-Duell im Dunkeln kann beginnen
Corona: Inzidenz steigt auf 1138,9
Corona: Inzidenz steigt auf 1138,9
Corona: Inzidenz steigt auf 1138,9
Corona: Inzidenz liegt in Solingen erstmals über 1000
Corona: Inzidenz liegt in Solingen erstmals über 1000
Corona: Inzidenz liegt in Solingen erstmals über 1000
Salamanderpest tötet Hunderte Tiere im Bergischen
Salamanderpest tötet Hunderte Tiere im Bergischen
Salamanderpest tötet Hunderte Tiere im Bergischen

Kommentare