Energiekrise

Stadtwerke heben die Gaspreise zum 1. November an

gas
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Auch Gas wird teurer.

Die Stromtarife sollen zum neuen Jahr steigen. Die Höhe für Verbraucher ist noch unklar.

Solingen. Trotz „langfristiger Lieferverträge“ werden auch die Solinger Stadtwerke (SWS) noch in diesem Jahr ihre Preise erhöhen müssen (wir berichteten zu Beginn der Woche). Jetzt wird es konkreter: Die Erhöhung der Abschlagszahlungen für Gas solle demnach zum 1. November erfolgen. Die Zahlungen für Strom steigen dann wahrscheinlich zum 1. Januar, wie SWS-Sprecherin Lisa Nohl auf Anfrage bestätigte. Zur Höhe machte das Versorgungsunternehmen keine Angaben. Es werde noch gerechnet, die Kalkulation sei von vielen Faktoren abhängig.

Unter anderem spielen die von der Bundesregierung geplanten Umlagen eine Rolle: So werde aktuell die Höhe der Gasumlage festgelegt, die ab 1. Oktober von allen Gasverbrauchern deutschlandweit erhoben wird, um Lieferanten wie Uniper abzusichern. Diese müssen für Gas derzeit extrem hohe Preise auf dem internationalen Markt zahlen. Außerdem sind eine Speicherumlage und eine Wasserstoffumlage angekündigt. Energieunternehmen in der Region haben ihre tarifabhängigen Abschlagszahlungen bereits um 80 Prozent (Remscheid), teils aber auch um mehr als 100 Prozent (Köln) erhöht. -bjb-

Standpunkt: Scheibchenweise

bjoern.boch@solinger-tageblatt.de

Hatten einige bei den Solinger Stadtwerken (SWS) gehofft, wenn auch leise, die Preise in diesem Jahr nicht erneut erhöhen zu müssen, wissen wir seit Beginn der Woche: Es kommt anders. Zunächst wurde knapp bestätigt, dass Gas- und Strompreis steigen – nicht wann, nicht wie stark. Nun scheint der Zeitplan festzustehen, nicht aber das Ausmaß der Erhöhung. Die SWS kommunizieren diesbezüglich gerade wie ein Großkonzern: scheibchenweise, auf Nachfrage, passiv. Bei allem Verständnis für die Sensibilität der Preispolitik, die Herausforderungen der Krise und die Abhängigkeit von externen Faktoren: Von „ihren“ Stadtwerken dürfen die Solinger ein wenig mehr erwarten.

Viele haben Angst vor den Kosten und wollen Planungssicherheit. Wenn die SWS diese verständlicherweise nicht bieten können, sollten sie deutlicher erklären, warum. Zumindest scheinen die „langfristigen Lieferverträge“ so gut, dass bislang keine so drastische Erhöhung wie andernorts nötig wurde. Beim Rest aber muss man sich viel zusammenreimen. Das verstärkt die Unsicherheit. Schade.

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