Erhöhung

Stadtwerke: Gaspreis soll in Solingen um etwa fünf Cent steigen

Die rund 30 000 Gas-Kunden der Stadtwerke müssen sich auf Preissteigerungen einstellen.
+
Die rund 30 000 Gas-Kunden der Stadtwerke müssen sich auf Preissteigerungen einstellen.

Der Versorger ruft zum sparsamen Umgang mit Energie auf.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Stadtwerke Solingen (SWS) werden den Gaspreis ab Anfang November voraussichtlich um etwa fünf Cent pro Kilowattstunde erhöhen. Das kündigte Geschäftsführer Andreas Schwarberg am Mittwoch bei einem Pressegespräch an. Verglichen mit den durchschnittlichen Arbeitspreisen derzeit entspräche das einem Anstieg um 60 bis 65 Prozent. Nicht inbegriffen sind die ab Oktober geltende Gas-Umlage in Höhe von 2,4 Cent pro Kilowattstunde sowie die geplante Gasspeicher-Umlage. Rechnet man diese mit ein, betrage das Plus 80 bis 85 Prozent.

Die steigenden Energiepreise sind bereits seit Ende 2021 Thema. Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine und dessen Konsequenzen hat sich die Lage zugespitzt. Am Mittwoch haben die Stadtwerke in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Betriebe zur aktuellen Situation informiert. Die zentralen Anliegen der knapp 150 Teilnehmenden laut Schwarberg: Kommt es zu einer Gasmangellage? Wie entwickelt sich der Markt?

„Wir laufen in eine ganz schwierige Situation hinein“, erklärte Peter Sossna mit Blick auf die erste Frage. Zur weiteren Entwicklung wollte sich der Geschäftsführer der Netze Solingen nicht festlegen: „Ob wir es schaffen, über den Winter zu kommen, vermag ich nicht zu prognostizieren.“

Stadtwerke Solingen reagieren auf steigendes Risiko

Im Vergleich zu anderen Stadtwerken könne man jedoch jedem Geschäftskunden einen Gas-Liefervertrag anbieten, ergänzte Andreas Schwarberg. Dabei setzen die SWS aufgrund der Krise auf ein verändertes Verfahren anstelle von Vollversorgung zum Festpreis, erläuterte Vertriebsleiter Stefan Ziebs. Mit den Unternehmen werde eine Prognose des Verbrauchs abgestimmt und darauf basierend zum dann günstigsten Preis Energie eingekauft. Täglich werde überprüft, wie der tatsächliche Einsatz davon abweicht. Ist er niedriger als vorhergesehen, werde die überschüssige Energie zum tagesaktuellen Preis auf dem Spotmarkt angeboten. Bei höherem Verbrauch wird dort zum dann gültigen Kurs nachgekauft.

Das Vorgehen soll zum einen die Transparenz erhöhen. Auf der anderen Seite übersetzen die SWS Ziebs zufolge damit die aktuellen Risiken am Markt in die Verträge. „Alle verlangen derzeit wechselseitige Sicherheiten“, skizziert Andreas Schwarzer. Das gelte auch für die Stadtwerke. Denn mit den gestiegenen Preisen wachse für den kommunalen Energieversorger die Gefahr, dass es zu Zahlungsausfällen von Kunden kommt. Vor diesem Hintergrund fordert der Geschäftsführer einen Rettungsschirm für Stadtwerke.

Hohe Energiekosten: Das raten die Stadtwerke Solingen

Mit Blick auf die Energieversorgung im Herbst und Winter betonte Peter Sossna: „Das Beste, was wir machen können, ist, an allen Ecken und Enden zu sparen.“ Die Solinger scheinen das zumindest teilweise anzunehmen. Der Stromverbrauch sei im Vergleich zum Vorjahr „deutlich zurückgegangen“. Beim Gas sei ein leichter, jedoch nicht signifikanter Abfall festzustellen. „Da müssen wir mehr einsparen“, machte Stefan Ziebs deutlich. Das gelte nicht nur für die Industrie, sondern auch private Haushalte. Sossna zufolge sei ratsam, später mit dem Heizen zu beginnen und die Durchschnittstemperatur zu senken.

Vergangene Woche hatten die SWS angekündigt, den Strompreis zum 1. Januar 2023 zu erhöhen. Zum Ausmaß könne man noch keine finale Aussage treffen. Andreas Schwarberg kündigte an, der Anstieg werde prozentual im zweistelligen Bereich liegen, doch geringer ausfallen als beim Gas.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

A3 und A46: Ab heute Abend nur je eine Spur frei
A3 und A46: Ab heute Abend nur je eine Spur frei
A3 und A46: Ab heute Abend nur je eine Spur frei
Christoph-Kramer-Tribüne: Weltmeister will in Solingen einsteigen
Christoph-Kramer-Tribüne: Weltmeister will in Solingen einsteigen
Christoph-Kramer-Tribüne: Weltmeister will in Solingen einsteigen
Nachhaltigkeit: Solingen ist Vorreiter
Nachhaltigkeit: Solingen ist Vorreiter
Nachhaltigkeit: Solingen ist Vorreiter
120 Helfer sammeln eine Tonne Müll in der Ohligser Heide
120 Helfer sammeln eine Tonne Müll in der Ohligser Heide
120 Helfer sammeln eine Tonne Müll in der Ohligser Heide

Kommentare