Stadtbücherei meistert die Corona-Krise

Stadtbücherei-Leiterin Heike Pflugner hofft, dass die geplanten Angebote auch stattfinden können. Foto: cb

Ein abgespeckter Ferien-Leseclub fand trotzdem statt, wenn auch mit weniger Teilnehmern

Von Jutta Schreiber-Lenz

Ein Veranstaltungsprogramm ab September ist fertig und Stadtbücherei-Leiterin Heike Pflugner hofft inständig, dass „das auch alles so stattfinden kann und wir nicht wieder zurückrudern müssen.“ Ihr vorsichtiger Optimismus war angesichts der aktuellen Corona-Zahlen wieder gedämpft worden. In ihrem gerade beendeten Urlaub habe sie erfahren, dass nun doch noch einmal Mitarbeiter ins Gesundheitsamt wechseln mussten, um dort auszuhelfen – wie bereits zuvor schon mal. „Hoffentlich können die schnell zurückkehren“, so Pflugner. „Denn natürlich fehlt uns hier somit dann Personal.“ So müsse beispielsweise die Jugendbibliothek im obersten Geschoss des Bücherei-Gebäudes derzeit für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben. „Uns mangelt es an Aufsichts- beziehungsweise Ansprechpersonen.“

„Wir müssen das streichen, was uns eigentlich so wichtig ist.“

Heike Pflugner, Leiterin der Stadtbücherei

Mit einer Auswahl an Medien und Literatur auf einer Gondel auf der ersten Etage steht aber immerhin ein Minimalangebot für die jugendliche Zielgruppe bereit. Wer das nutzen möchte, muss – so wie in der gesamten Bücherei – eine Mund-Nase-Maske tragen und sich am Eingang die Hände desinfizieren: Ein ausgeklügeltes Hygiene- Konzept ermöglicht seit der vorsichtigen Öffnung nach dem Lockdown wieder Live-Publikumsverkehr in der Bücherei. Acrylglas-Trennwände an allen Theken, vorgegebene Wege mit Einbahn-Regelung, eine 48-Stunden-Quarantäne für zurückgegebene Bücher, der Verzicht auf die sonst gerne genutzten Leseecken und auf Getränke oder Snacks. Lediglich Internetarbeitsplätze sind – in reduzierter Zahl – freigegeben.

„Wir müssen das streichen, was uns eigentlich so wichtig für unsere Einrichtung ist, nämlich ein einladendes Aufenthaltsangebot, in dem viel Kommunikation möglich ist“, fasst Heike Pflugner die coronabedingten Notwendigkeiten zusammen. Dass die Toiletten derzeit nicht zugänglich sind, weil die nötigen verstärkten Reinigungs- und Hygienemaßnahmen nicht gewährleistet werden können, sei folglich akzeptabel. „Derzeit können wir nur reine Sachlichkeit anbieten und die zu reduzierten Öffnungszeiten.“ Aber immerhin: Noch vor einem Monat konnte man lediglich zuvor online reservierte Bücher zur Ausleihe abholen und die Einrichtung nur dafür betreten.

„Da sind wir ja gottlob wieder präsenter“. Für die Nachfolgerin von Sylvia Heinrichs-Reinshagen, die die Leitung zum Jahreswechsel übernommen hatte, ist die Situation besonders bitter. Schließlich hatte sie ihre neue Aufgabe mit vielen Ideen für interessante Projekte begonnen – und wurde dann von der Corona-Pandemie ausgebremst.

„Wir wollen einerseits künftig, also nach Corona, ein stärkeres Angebot für Senioren anbieten, auch im Veranstaltungsbereich, und zum anderen junge Kinder in den Fokus nehmen und durch Aktionen Sprachförderung noch stärker als bisher begleiten.“ Das alles liegt nun vorerst auf Eis. Kurzfristig nutzte das Bibliotheksteam während des Lockdowns die besucherfreie Zeit, um Hintergrundarbeiten auszuführen wie Katalogisieren oder ein neues internes IT- Programm auf den Weg zu bringen.

Immerhin findet nun doch ein Sommer-Lese Club statt, allerdings im eingeschränkten Umfang: Vier Workshops beziehungsweise Lesungen laden Kinder und Jugendliche ein, Zeit in der Bücherei zu verbringen. Ein positiver Aspekt der Corona-Krise sei, dass die Rückgabe-Kappe am Eingang nun genutzt werde. „Das Angebot gab es ja schon länger, aber jetzt haben es zwangsläufig viel mehr Bücherfreunde für sich entdecken müssen, weil es die einzige Chance ist, seine geliehenen Sachen zurückzugeben.“

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