Handlungsbedarf

Stadt will Unfallstellen sicherer machen

Der Kreuzungsbereich rund um die Bonner Straße / Langhansstraße gilt als Unfallschwerpunkt. Foto: Christian Beier
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Der Kreuzungsbereich rund um die Bonner Straße / Langhansstraße gilt als Unfallschwerpunkt.
  • Knotenpunkt Bonner Straße/Langhanstsraße: Elf Unfälle mit Personenschaden.
  • Polizei unterscheidet sieben Unfalltypen.
  • Zahl der Unfälle in Solingen leicht gesunken. 

Von Kristin Dowe

Solingen. Solingen soll sicherer werden –dieses Ziel hat sich die städtische Unfallkommission auf die Fahnen geschrieben und nimmt in diesem Jahr einige verkehrssensible Punkte im Stadtgebiet unter die Lupe. Als Unfallhäufungsstelle sieht die Stadt etwa den Knotenpunkt Bonner Straße/Langhansstraße, wo sich laut Angaben des Statistischen Landesamtes IT NRW allein im vergangenen Jahr elf Unfälle mit Personenschaden ereignet haben.

„Für den Bereich Bonner Straße / Langhansstraße wird die Unfalllage aktuell analysiert, und es wird ermittelt, welche Maßnahmen geeignet sind, Unfälle zu vermeiden“, erläutert Rathaussprecherin Sabine Rische. „Das könnte gegebenenfalls auch bauliche oder signaltechnische Lösungen beinhalten.“ So diskutiert die Politik etwa seit Jahren über einen Kreisverkehr an dem Knotenpunkt, der aus Sicht der Verwaltung allerdings nur mit Bypässen leistungsfähig genug wäre. Dies wird zurzeit noch geprüft.

„Die Rotlicht- überwachung am Werwolf soll im Herbst starten.“

Sabine Rische, Rathaussprecherin

Die Kriterien, welche die städtische Unfallkommission und auch die Polizei für einen Unfallhäufungspunkt oder eine Unfallhäufungslinie anlegen, sind klar festgelegt: So bezieht sich eine Unfallhäufungsstelle immer auf einen Verkehrsknotenpunkt oder eine Kreuzung mit mindestens zwei Straßen. Weiterhin unterscheidet die Polizei zwischen sieben Unfalltypen: Fahrunfälle, Abbiegeunfälle, Kreuzungsunfälle, sogenannte überschreitende Unfälle mit Fußgängerbeteiligung, Unfälle im ruhenden Verkehr, Unfälle mit Längsverkehr und sonstige Unfälle. Wenn sich innerhalb eines Jahres mindestens drei Unfälle des gleichen Typs im Abstand von maximal 50 Metern an einem Knotenpunkt ereignen, handelt es sich nach dieser Definition um einen Unfallhäufungspunkt. Eine Unfallhäufungslinie liegt hingegen dann vor, wenn sich auf einem Abschnitt von 200 bis 500 Metern innerhalb eines Jahres mindestens drei Unfälle des gleichen Typs abspielen.

Erfasst und ausgewertet werden Unfalldaten von der Polizei, die Unfallhäufungsstellen und Unfallhäufungslinien im Stadtgebiet identifiziert. Wenn das geschehen ist, werden diese Informationen der örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörde weitergeleitet. „Das Unfallgeschehen wird analysiert, entsprechende Maßnahmen werden geprüft und umgesetzt“, erklärt Sabine Rische das Prinzip.

Unfälle in Solingen: Zahl insgesamt leicht gesunken

Handlungsbedarf sieht die Stadt auch im Bereich Bahnstraße/Obere Hildener Straße, wo sich laut IT NRW im vergangenen Jahr vier Unfälle mit Personenschaden ereigneten. „Dort sollen die Verkehrsführung und die Signalschaltung im Zusammenhang mit der Umsetzung der Velo-Route geändert werden“, erläutert Rische weiter. Dieser Schritt sei „zeitnah angestrebt“.

Doch sei in diesem Jahr auch schon einiges geschehen, um die Verkehrssicherheit im Stadtgebiet zu erhöhen, erinnert Rische. So wurden an der Mangenberger Straße/Untengönrather Straße sowie an der Ausfahrt Schwarze Pfähle inzwischen Ampelanlagen installiert und in Betrieb genommen. Beide Bereiche galten zuletzt als Unfallhäufungsstellen. Außerdem wurde die Ampelanlage an der Kreuzung Werwolf kürzlich erneuert, im Herbst solle dort die lange diskutierte Rotlichtüberwachung in Richtung Krahenhöhe starten, heißt es bei der Stadt. Ein Lichtblick: Insgesamt ist die Zahl der Unfälle in Solingen laut der Verkehrsunfallbilanz der Polizei leicht gesunken – von 5935 Unfällen im Jahr 2018 auf 5707 Unfälle im vergangenen Jahr.

Einen differenzierten Blick speziell auf Unfälle mit Personenschaden ermöglicht der Verkehrsunfallatlas von IT NRW: Dieser legt nicht Kategorisierung der Polizei zugrunde, sondern zeigt lediglich auf, an welchen Stellen im Stadtgebiet es 2019 die meisten Unfälle mit Personenschaden in Solingen gab. Neben der Bonner Straße/Langhansstraße mit elf Unfällen sind dies der Bereich Schlagbaumer Straße/Ketzberger Straße/Focher Straße mit fünf Unfällen sowie insgesamt acht Schwerpunkte mit jeweils vier Unfällen. Eine Übersichtskarte mit den Unfallhäufigkeiten nach Straßenabschnitten ist online abrufbar.

Unfallatlas für Solingen: https://t1p.de/95y0

Städtische Unfallkommission

Straßenverkehrs-, Straßenbau- und Polizeibehörden sind gesetzlich verpflichtet, eine Unfallkommission zu bilden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Unfälle zu verhindern. Seit Mitte der 1970er Jahre findet in Solingen jährlich eine Sitzung der Unfallkommission statt. Daran nehmen unter anderem Vertreter der Stadt, der Stadtwerke Solingen, des Landesbetriebes Straßen NRW und der Bezirksregierung Düsseldorf teil.

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