Folgen der Juli-Überflutungen werden aufgearbeitet

Solingen will den Katastrophenschutz in vielen Bereichen neu regeln

Aus der Luft wird deutlich, wie groß die Fläche der Überschwemmung im Kern Unterburgs war.
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Aus der Luft wird deutlich, wie groß die Fläche der Überschwemmung im Kern Unterburgs war.

Aus den Überflutungen vom Juli will die Stadt umfangreiche Lehren für den Katastrophenschutz ziehen.

Von Andreas Tews

Jan Welzel berichtete aus dem Krisenstab.

Solingen. Beim Auftakt der politischen Diskussionen wurde im Hauptausschuss des Stadtrates deutlich, dass es nicht nur um Hochwasserschutz gehen soll, sondern auch um Folgen anderer Wetterphänomene. Ordnungsdezernent Jan Welzel (CDU) hat dabei unter anderem die Ausstattung der Einsatzkräfte, die Zusammenarbeit zwischen Behörden und die Alarmierung der Bevölkerung im Blick. Er machte deutlich, dass all dies viel Geld kosten werde.

In Folge des Unwetters gab es laut Welzel an der Wupper und diversen Bächen so viele Einsätze, dass sich die Feuerwehr auf das Retten von Menschenleben konzentrieren musste. 130 Menschen wurden gerettet, zwei kamen ums Leben. Er betonte, dass die Vorwarnungen des Wetterdienstes und des Wupperverbandes nicht auf ein Hochwasser solchen Ausmaßes hingedeutet hätten. Nach seinen Schilderungen haben die Solinger Einsatzkräfte gut zusammengearbeitet. Bei der Kommunikation mit anderen Behörden – Wupperverband, Bezirksregierung, Krisenstäbe anderer Städte und Kreise – müsse aber nachgebessert werden.

„Wir müssen das Undenkbare denken.“

Jan Welzel, Ordnungsdezernent

Deutlich sei geworden, dass die vorhandenen Hochwasser-Einsatzplanungen für solche Ereignisse nicht ausreichten. Unter anderem müsse man sich bei der Stadt über den Kauf von Einsatzbooten Gedanken machen und eine spezielle Evakuierungsplanung ausarbeiten. Aber auch zum Beispiel auf Sturmereignisse müsse man sich einstellen. In die Bedarfsplanung für den Katastrophenschutz seien neue Szenarien einzuarbeiten. Welzel: „Wir müssen das Undenkbare denken.“ Es dürfte nötig sein, die Kapazitäten der Feuerwehr-Leitstelle auszubauen. Zudem seien Lücken im digitalen Funk der Einsatzkräfte zu schließen. Es gehe darum, „den Schutz der Menschen in jeder Hinsicht zu organisieren“, sagte auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD).

Für die Aufarbeitung stellten die Ratsfraktionen diverse Forderungskataloge auf, die sich zum Teil mit denen Welzels decken. Bürgermeister Carsten Voigt (CDU), selbst Betroffener der Juli-Flut in Unterburg, machte deutlich, dass es wichtig sei, Lösungen für die Menschen zu finden, die jetzt vor jedem nächtlichen Starkregen Angst hätten. Bürgermeister Thilo Schnor (Grüne) betonte, dass sich die Stadt nicht nur beim Katastrophen-, sondern auch beim Klimaschutz neu ausrichten müsse.

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