Bergisches Institut

Studieninstitut: Kündigung zum Jahresende

Rathaus ist mit Aus- und Fortbildungsangebot in Wuppertal unzufrieden – dort weist man die Kritik zurück.

Solingen. Die Stadt Solingen hat zum 31. Dezember 2021 die Mitgliedschaft im Bergischen Studieninstitut gekündigt. Wie berichtet, hatte sich der Stadtrat jüngst dazu entschlossen, nachdem es – trotz einer Neuausrichtung – anhaltende Beschwerden über Stundenausfälle, mangelhafte Klausur- und Prüfungsplanung oder unzureichende Kommunikation gab. Ebenso sei das Mobiliar am Standort des Studieninstituts in Wuppertal veraltet, die Kursräume zu klein und der Gebäudezustand schlecht, bemängelte die Solinger Stadtverwaltung.

Die Stadt wird Auszubildende und Mitarbeiter künftig zu Aus- und Fortbildungslehrgängen nach Düsseldorf zum Studieninstitut für kommunale Verwaltung schicken. Das biete einen räumlichen und organisatorischen Rahmen, wie er sich seit geraumer Zeit vonseiten der Stadt Solingen gewünscht würde, hieß es in der Beschlussvorlage für den Ratsentscheid im Juni. mli/lho

Unser Artikel vom 24. Juni

Solingen. Bei der Stadt ist man unzufrieden mit der Arbeit und der Ausstattung des Bergischen Studieninstituts für kommunale Verwaltung in Wuppertal. Darum will das Rathaus die dortige Mitgliedschaft kündigen, um Auszubildende und Mitarbeiter künftig zu Aus- und Fortbildungslehrgängen nach Düsseldorf zu schicken. Ob es dazu kommt, entscheidet der Rat heute Abend. Eine Mehrheit gilt als sicher.

Mit der Kündigung folgt die Stadt dem Beispiel Leverkusens und des Kreises Mettmann. Wuppertal und Remscheid bleiben dem von der Stadt Wuppertal betriebenen Institut hingegen treu.

Trotz eines seit eineinhalb Jahren verfolgten Reformkonzepts bemängeln Auszubildende und Fortbildungsteilnehmer nach Angaben der Stadt Solingen „weiterhin Stundenausfälle, mangelhafte Klausur- und Prüfungsplanung, unzureichende Kommunikation, veraltetes Mobiliar, kleine Kursräume sowie einen schlechten Gebäudezustand“. Da es nicht gelungen sei, diese Mängel zu beseitigen, sei es trotz der jetzt anstehenden Mehrkosten von 17 000 Euro pro Jahr angebracht, dort auszusteigen, begründet das Solinger Rathaus in seiner Beschlussvorlage für die Politik. Was in Wuppertal fehle, werde in Düsseldorf bereits geboten.

Wuppertals Stadtdirektor Johannes Slawig (CDU) hält die Solinger Kritik für „unberechtigt“ – zumal unter anderem das Personal aufgestockt, die Digitalisierung des Instituts vorangetrieben und das Benachrichtigungssystem bei Unterrichtsausfall verbessert worden sei. Auch Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) teilt die Solinger Kritik „ausdrücklich nicht“. Seit dem Zukunftskonzept habe sich vieles deutlich verbessert. Unter anderem, so ergänzt Jörg Biermann, Ausbildungsleiter der Stadt Remscheid, habe sich in der Pandemie die verbesserte digitale Ausstattung bewährt. Mast-Weisz erklärte, dass Remscheid die Zusammenarbeit mit Wuppertal fortsetze.

Er hofft, dass für das Institut neue Kooperationspartner gefunden werden, um die Kosten für seine Stadt nicht zu sehr steigen zu lassen. Einer ist laut Slawig in Sicht: das Wuppertaler Jobcenter.

Die generelle bergische Zusammenarbeit sieht Slawig durch das Solinger Ausscheren nicht gefährdet.

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