Neumarkt

Stadt-Sparkasse: Millionen-Projekt nimmt Fahrt auf

Blick vom Dach der derzeitigen Sparkassen-Hauptstelle auf den neuen Standort: Der Asphalt des ehemaligen Parkplatzes an der Peter-Knecht-Straße wurde bereit entfernt. Foto: Christian Beier
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Blick vom Dach der derzeitigen Sparkassen-Hauptstelle auf den neuen Standort: Der Asphalt des ehemaligen Parkplatzes an der Peter-Knecht-Straße wurde bereit entfernt.

Stadt-Sparkasse rechnet nicht damit, dass Corona den Bau der neuen Hauptstelle verzögert.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Inzwischen ist es beim Spaziergang durch die Innenstadt gut sichtbar: Der Startschuss für das Millionen-Bauprojekt der Stadt-Sparkasse am Neumarkt ist gefallen. Derzeit läuft der Rückbau des ehemaligen Kundenparkplatzes an der Peter-Knecht-Straße, der Asphalt ist bereits weg. Im Februar leiten die Baufirmen den Abriss der benachbarten Gebäude ein, um Platz für die neue Sparkassen-Hauptstelle zu schaffen.

Auf einer rund 9600 Quadratmeter großen Fläche zwischen Neumarkt, Kölner Straße, Peter-Knecht-Straße und Max-Leven-Gasse entsteht der moderne Bau. 45 Millionen Euro investiert das Kreditinstitut laut eigenen Angaben in die Hauptstelle. Weitere 35 Millionen Euro fließen in 26 Wohneinheiten und 800 Quadratmeter Bürofläche für andere Firmen. Zudem ist eine Tiefgarage geplant, die neben 125 Autos auch 100 Fahrrädern Platz bieten wird.

Zunächst einmal geht es aber darum, zu untersuchen, ob das Areal unliebsame Überraschungen birgt. „Von den historischen Luftbildern ausgehend, können Blindgänger nicht ausgeschlossen werden“, erklärt Sparkassen-Sprecher Martin Idelberger auf ST-Anfrage. Dabei steht vor allem eine rund 25 Breite Schneise auf dem ehemaligen Kundenparkplatz im Fokus. Sie erstreckt sich von der Peter-Knecht-Straße in Richtung des Hochbunkers an der Max-Leven-Gasse. „Der übrige Teil des Parkplatzes war bis Anfang 1970 unversehrt bebaut“, erklärt die Sparkasse. Untersuchungen im Februar und März sollen Klarheit bringen.

„Von historischen Luftbildern ausgehend, können Blindgänger nicht ausgeschlossen werden.“
Martin Idelberger, Sparkassen-Sprecher

Ansonsten rechnet die Stadt nicht mit größeren Hindernissen. „Etwas anspruchsvoller wird sicherlich die Umverlegung der erdverlegten Leitungen in der Peter-Knecht-Straße und der Ecke Max-Leven-Gasse / Kölner Straße“, räumt Idelberger zwar ein. In dieser Angelegenheit befinde man sich jedoch in enger Abstimmung mit der Stadtwerke-Tochter Netze Solingen.

Eine weitere Herausforderung: die Corona-Krise. Die Pandemie habe die Liefersituation von Baumaterial etwas verschlechtert. „Davon sind wir aber ja bislang noch nicht abhängig. Wir hoffen, dass die Engpässe bis zum Sommer der Vergangenheit angehören“, erklärt Idelberger. Auf das Bauprojekt in Ohligs – dort zieht die Sparkasse in das ehemalige Globus-Gebäude um – habe Corona jedenfalls bislang „keine nennenswerten Auswirkungen“ gehabt.

Ist dies auch in der Innenstadt der Fall und alles läuft nach Plan, beginnt im Februar der Abbruch der Gebäude auf dem Areal. Verbau, Erdarbeiten und die Erstellung der Baugrube sollen im Juni folgen, im September die Rohbauarbeiten beginnen. Parallel dazu ist auch das Bauleitverfahren für den Bereich auf einem guten Weg. „Anfang Februar geht der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan in die politischen Beratungen“, erklärt die Stadt. Stimmt der Rat zu und liegen weitere technische Voraussetzungen, zum Beispiel zur Erschließung, vor, könne die Verwaltung die Baugenehmigung im Laufe des Frühjahrs erteilen.

2023 sollen dann rund 350 Sparkassen-Mitarbeiter die neue Hauptstelle mit Leben füllen. Das Kreditinstitut kündigt an, dass der Standort wie in Ohligs eine SB-Mietfachanlage beinhalten wird. Außerdem verspricht Idelberger „hochmoderne Beratungs- und Arbeitswelten“ mit aktueller Technik, eine deutlich bessere Energieeffizienz und Ladestationen für Elektroautos.

1957 weihte die Stadt-Sparkasse ihre aktuelle Hauptstelle in der Innenstadt ein. Ist der Neubau fertig, soll sie Wohnungen weichen. „Einen genauen Zeitplan gibt es hierfür noch nicht. Die Nachnutzung der heutigen Hauptstelle wird parallel zum Neubauprojekt geplant“, erklärt die Sparkasse.

Wenn auch an der Kölner Straße die Bagger rollen, braucht Lies Ketterers berühmte Bronzeplastik „Hans im Glück mit dem Dukatenesel“ einen neuen Standort. Idelberger bekräftigt: „Wir sind sicher, hierfür eine gute Lösung zu finden.“

Verkehrsdiskussion

Mit dem Sparkassen-Neubau sind Überlegungen über eine neue Verkehrsführung in der City verbunden. In diese Debatte schaltet sich nun das Max-Leven-Zentrum ein. Der Verein sieht die Pläne, auf der Max-Leven-Gasse Verkehr in beide Fahrtrichtungen zu ermöglichen, kritisch. Die Mitglieder sprechen sich für „möglichst wenig Durchgangsverkehr“ aus. Der Grund: Viele Schulklassen werden die im Sparkassen-Komplex geplante Bildungs- und Gedenkstätte besuchen. Sie sollen sich gefahrlos vor dem Eingang aufhalten können. Zudem regt der Verein breite Bürgersteige an, damit Passanten genug Platz bleibt, wenn Besuchers des Zentrums die Fensterfront betrachten, die Teil der Ausstellung ist.

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