Stadt Solingen vermarktet alte Notunterkünfte

Die Stadt vermarktet ihre ehemaligen Notunterkünfte. An der Scharrenberger Straße entsteht öffentlich geförderter Wohnungsbau. Foto: Christian Beier
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Die Stadt vermarktet ihre ehemaligen Notunterkünfte. An der Scharrenberger Straße entsteht öffentlich geförderter Wohnungsbau.

Bisherige Bewohner werden in normale Mietverhältnisse vermittelt. Raumreserven für Obdachlose bestehen weiter.

Von Anja Kriskofski und Philipp Müller

Jahrelang war die städtische Notunterkunft ein Schandfleck in Ohligs, nun soll sie abgerissen werden: Das Gebäude an der Scharrenberger Straße soll einem neuen Mehrfamilienhaus weichen. „Die Stadt Solingen hat die Immobilie mit der Maßgabe verkauft, dass dort geförderter Wohnraum errichtet wird“, erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische. Der Bauantrag liege vor, der Abriss sei geplant. Ein Investor wolle ein Haus mit neun Wohnungen bauen. Diese sollen dann Menschen mit Wohnberechtigungsschein vorbehalten sein.

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Am Umfeld der Notunterkunft unweit des Bahndamms hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Kritik gegeben. Anwohner beschwerten sich über Ruhestörungen und Müll auf der Grünfläche vor dem Haus. Zur aktuellen Situation erklärt Stadtsprecherin Birgit Wenning-Paulsen, dass es gelungen sei, für einige der ehemaligen Bewohner normale Mietverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt zu erreichen. Die Stadt unterhält mit ihrer Clearingstelle in anderen Immobilien weiterhin Möglichkeiten, für Obdachlose schnell Unterkunft zu finden.

Handlungskonzept Wohnen trägt erste Früchte

Auch andere Notunterkünfte hat die Stadt aufgegeben oder wird sie anders nutzen. Wenning-Paulsen berichtet, dass das städtische Gebäude an der Cronenberger Straße aktuell baulich instandgesetzt werde und ab Frühjahr 2020 nutzbar sei. Dort sollen alle die Bewohner unterkommen, die bisher in den Unterkünften Brunnenstraße 9 sowie Saturnstraße 1, 3, 5 und 7 wohnen. Diese Häuser weichen dem Neubau der Ohligser Wache für die Berufsfeuerwehr. Dagegen wurde die Unterkunft an der Focher Straße veräußert. Dort entstehe ebenfalls Wohnungsbau, erläutert die Stadtsprecherin.

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Die Stadt Solingen hatte das „Handlungskonzept Wohnen“ in Zusammenarbeit mit Fachleuten und der Bürgerschaft erarbeitet. Der Stadtrat hat diese strategische Grundlage, die auf die Anforderungen des Solinger Wohnungsmarktes reagieren soll, verabschiedet.

Das trage erste Früchte, berichtet Birgit Wenning-Paulsen: „Alleine im Jahr 2019 konnten insgesamt bislang mehr als 500 neue Wohneinheiten in Solingen genehmigt werden.“ Das betreffe auch den gewünschten Sektor des öffentlich geförderten Wohnens, dem Sozialen Wohnungsbau. Dafür soll stadtweit bei Neubauten die Quote bei 30 Prozent liegen. Das treffe auch auf die beiden Grundstücke Scharrenberger Straße und Junkerstraße, wo auch eine Notunterkunft stand, zu. Tatsächlich sei es 2019 so, dass die aktuelle Ausschöpfung und zusätzliche Nachforderung von landesseitigen Wohnraumfördermitteln einen klaren Trend erkennen lasse: Der geförderte Wohnungsbau spiele künftig „eine wachsende Rolle“.

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