Sanierung hat bereits begonnen

Stadt Solingen verkauft Ohligser Festhalle an Unternehmer-Paar

Die Ohligser Festhalle wurde 1904 eingeweiht. An und im Gebäude gibt es einen großen Sanierungsbedarf. Eine Stiftung soll das ebenso finanzieren wie den laufenden Betrieb. Foto: Christian Beier
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Die Ohligser Festhalle wurde 1904 eingeweiht. An und im Gebäude gibt es einen großen Sanierungsbedarf. Eine Stiftung soll das ebenso finanzieren wie den laufenden Betrieb.

Dragana und Mirko Novakovic haben die Ohligser Festhalle von der Stadt erworben – mit dem Ziel, die Halle in eine Stiftung zu überführen.

Von Björn Boch

Solingen. Das bestätigte der bekannte Ohligser Unternehmer Mirko Novakovic am Mittwoch. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) habe ihm vor Monaten vom Vorkaufsrecht der Stadt und damit von der historischen Chance berichtet, die Halle wieder in den Besitz der Bürger zu bringen. „Das Problem war, dass die Stadt das Geld nicht hatte. Aber ich war sofort begeistert von der Idee.“ Die Stadtverwaltung bestätigte den Verkauf am Mittwoch, machte aber keine weiteren Angaben.

Die Novakovics wollten künftig nicht als Veranstalter auftreten, sondern den Menschen die Halle zur Verfügung stellen: „Wir verfolgen keinen kommerziellen Zweck“, so Mirko Novakovic, Ziel sei lediglich ein kostendeckender Betrieb. Die Festhalle solle deshalb in eine gemeinnützige Stiftung überführt werden: „Das Kapital dafür kommt von meiner Frau und mir.“

Rund eine Million Euro sind dafür im Gespräch, Geld, das die Stadt ebenfalls nicht hätte aufbringen können. Das Ehepaar engagiere sich, „weil wir für uns eine gesellschaftliche Verantwortung sehen. Wir hatten hier in Ohligs viel Erfolg und wollen etwas zurückgeben“, sagte Novakovic dem ST. „Und: Wir freuen uns einfach darauf, wir wohnen ja selbst hier.“ Schon früher habe er mit Codecentric Betriebsfeiern in der Festhalle veranstaltet.

Solingen: Prinzengarde kann Hoppeditz-Erwachen in der Halle feiern

Noch vor dem offiziellen Kauf am vorigen Freitag haben die Novakovics mit der Sanierung begonnen. Heizung, Lüftung, Beleuchtung und Sanitär-Anlagen sind bereits erneuert, ein erstes Ergebnis der Arbeiten wurde am Mittwoch bei Facebook veröffentlicht. Es liege allerdings noch viel Arbeit vor ihnen: In der Halle gebe es einen Sanierungsstau, so Novakovic, der unter anderem Senator der Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs ist.

Deren Präsident Joachim Junker zeigte sich am Mittwoch begeistert vom Engagement der Novakovics. „Das ist eine Sensation. Ohligs lacht. Wir freuen uns“, betonte Junker. Die erste Veranstaltung soll schon in wenigen Tagen das traditionelle Hoppeditz-Erwachen am 11. November in der Festhalle sein – dass die Veranstaltung so gut wie sicher stattfinden könne, habe Junker selbst erst gestern definitiv erfahren. Details zum Hoppeditzerwachen will die Prinzengarde zu Anfang der kommenden Woche bekanntgeben.

„Die Festhalle ist wichtig für die Prinzengarde, das ist ja quasi unser Wohnzimmer. Aber es ist auch wichtig für alle Vereine und die Menschen in Ohligs, dass es wieder eine Begegnungsstätte geben wird.“ Auch Junker geht davon aus, dass noch „gewaltige Arbeiten“ für einen dauerhaften Betrieb zu stemmen seien. Jetzt freue man sich aber erstmal darauf, am 11. November wieder einen bekannten Solinger aus der Tonne springen zu lassen. Wer das ist, bleibe wie immer bis zum Schluss geheim.

Solingen: Bezirksbürgermeisterin hofft auf weitere Informationen

Auch Bezirksbürgermeisterin Gundhild Hübel (SPD) begrüßte das Engagement der Novakovics. Sie zeigte sich aber enttäuscht darüber, dass die Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid nicht über die Pläne informiert worden sei. Ein entsprechender Vortrag der Verwaltung im September im nichtöffentlichen Teil des Gremiums sei nicht zustande gekommen. Hübel hofft nun auf weitere Informationen bei der nächsten Sitzung am 29. November – vor allem zur künftigen Stiftung. „Ich fände es gut, wenn Bezirksbürgermeister und Stellvertreter qua Amt in dieser Stiftung vertreten wären“, sagte Hübel dem Tageblatt.

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