Bau-Bar

Stadt Solingen sucht Mitstreiter für Gläserne Werkstatt

Carsten Zimmermann erklärte von der Bühne aus das Projekt der Gläsernen Werkstatt beim ersten Termin der „Bau-Bar“. Foto: Christian Beier
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Carsten Zimmermann erklärte von der Bühne aus das Projekt der Gläsernen Werkstatt beim ersten Termin der „Bau-Bar“.

Beim ersten Termin einer „Bau-Bar“ wiesen Unternehmer auf die Bedeutung des Konzepts hin

Von Philipp Müller

Solingen. Entkernt ist das ehemalige Modegeschäft Appelrath-Cüpper an der Hauptstraße. „Das kann so bleiben und erinnert an eine Fabrik. Das darf ruhig angeknabbert aussehen“, sagte Dr. Peter Born. Er ist Geschäftsführer von Güde Messer und gehört zu den Experten, die den Prozess der „Gläsernen Werkstatt“ von Anbeginn begleiten. Born sprach bei der „Bau-Bar“. Das ist ein Angebot der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG, sich abends bei einem Bier, Fingerfood und einer Talkshow über die Idee zu informieren, wie die Werkstatt mehr Leben in die Innenstadt bringen soll.

Zunächst gab Carsten Zimmermann als Geschäftsführer der SEG und Träger der Werkstatt einen kurzen Abriss, wie alles konkret aussehen wird. Zunächst muss das alte Ladenlokal kernsaniert werden. Das läuft noch ungefähr ein halbes Jahr. Am Ende stehe ein Marktplatz für Engagierte zum Thema Urbane Produktion und Nachhaltigkeit. Alles erhalte Erlebnischarakter und sei auf regionale Qualität ausgerichtet.

In einem Grußwort betonte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos), der Standort sei gut gewählt und wichtig. „Er bringt Leben in die Verbindung zwischen Fronhof und Hauptstraße. Dazu wollen wir als SEG beitragen.“ Herzstück sind kleine, mobile Präsentationsschränke, die Werkstatt-Kuben. 16 sollen zum Start für sechs bis zwölf Monate vermietet werden. Entworfen haben sie die Architekten von Raumwerk aus Köln. Ranghild Klußmann hatte einen Prototypen mitgebracht.

Werkflächen, ein Vitrinenbereich und Verkaufstresen hat das Objekt. „Das ist unsere Antwort auf die kleinstmögliche Werkstatt“, erklärte sie den rund 60 Gästen der ersten „Bau-Bar“. Ihr Team wird auch die Sanierung und Ausgestaltung der Räume begleiten.

Stadtsprecher Thomas Kraft bat dann neben Dr. Born auch Jörg Püttbach, Geschäftsführer von BIA, und Marlon Brückmann, Geschäftsführer der Firma Sedullat, auf die Bühne. Mit diesen lotete Kraft aus, welche Bedeutung die Werkstatt haben kann.

„Eine Marke wie Solingen will gepflegt werden.“

Dr. Peter Born, Güde Messer

Für Born steht dieser Gedanke im Mittelpunkt: „Eine Marke wie Solingen will gepflegt werden.“ Er setzt voll auf den Erlebnischarakter. „Am Ende des Besuchs sollen die Leute sagen, es war ein schöner Nachmittag.“ Das soll ganz eng mit Innovationen und Nachhaltigkeit verbunden werden. Güde hatte zuletzt mit dem „Zirkelmessser“, einem Produkt aus recyceltem Stahl, für Aufsehen gesorgt und gerade erst erhielt Born den Hauptpreis „Produkt“ des diesjährigen Effizienz-Preises NRW.

Nachhaltigkeit ist auch bei Sedullat das Thema. Der Spezialist für Großküchentechnik setzt beispielsweise auf Alternativen zur Einwegverpackung. Das sei wichtig, betonte Marlon Brückmann: „Ich habe auch Kinder. Und denen will ich kein Solingen hinterlassen, in dem es 50 Grad heiß wird.“

Für Jörg Püttbach von der BIA stehen die Synergieeffekte im Mittelpunkt. Es würden sich sicher clevere Interessenten mit ihren Produkten und Ideen für die Werkstatt finden. Er warf einen Blick nach Ohligs, wo die private Europäische Fachhochschule (EUFH) eröffnet hat. Warum solle sich das nicht gegenseitig befruchten, erklärte er. Klimaneutralität sei ein wichtiges Zukunftsthema. Die BIA ist Autozulieferer. Püttbach: „Wenn Autos klimaneutral produziert werden, müssen wir das auch tun.“

Die nächste „Bau-Bar“ in der Werkstatt ist am 15. Dezember um 19 Uhr. Dr. Holger Pump-Uhlmann, Entwickler des Konzepts „City 2030“, Stadtdirektor Hoferichter und der Chefredakteur des Solinger Tageblatts, Stefan Kob, reden dann über den Sinn und die Chancen der Werkstatt.

Werkstatt

Die Gläserne Werkstatt ist Teil eines siebenteiligen Projekts der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BS) unter dem Titel „Urbane Produktion“. Die Förderung läuft bis 2022. Knapp 2 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln fließen in die Werkstatt. Sie soll gegen Ende des Frühjahrs 2022 an den Start gehen. Die Federführung hat die Stadtentwicklungsgesellschaft zusammen mit ihrem Werkstatt-Team.

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